Security

Polizeigewerkschaft kritisiert Sicherheitskonzept in Stadien

Die Security sorgt bei Bundesligaspielen für Sicherheit.

Die Security sorgt bei Bundesligaspielen für Sicherheit.

Foto: Symbolfoto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

NRW.  Mutmaßliche Islamisten haben in Bundesligastadien als Security gearbeitet. Die Polizeigewerkschaft NRW fordert ein besseres Sicherheitskonzept.

Der Fall schreckt nicht nur Fußballfans auf. Bei den Bundesligisten Werder Bremen und SC Paderborn haben nach WDR-Recherchen bis „vor kurzem“ zwei Sicherheitskräfte mit Kontakten zu gewaltbereiten Islamisten gearbeitet. Werder und der SCP haben dem Bericht zufolge die Polizei eingeschaltet, zusätzlich sei der Staatsschutz Bielefeld informiert.

Michael Mertens, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei NRW (GdP), spricht auf Nachfrage dieser Redaktion von einem „extremen Einzelfall“, der allerdings auf ein grundsätzliches Problem bei der Sicherheit in Fußballstadien hindeute. Es bestehe ein gewisses Sicherheitsrisiko, wenn Vereine, die Deutsche Fußball Liga, der Deutsche Fußball-Bund und die Ordnungsbehörden weiterhin mit verschiedenen Regeln und Begrifflichkeiten arbeiteten. „Hier gibt es Grauzonen, die man unbedingt bearbeiten muss“, betont Mertens.

Sicherheitsstandards in Fußballstadien variieren

Die DFL weicht zum Beispiel die Sicherheitsstandards vom DFB auf“, erklärt Mertens. So müssten Ordnungsbedienstete für die DFL weniger Beschulungsstunden nachweisen als für den DFB. Ein Widerspruch, der sich noch weiter fortführen lasse. „Vereine und externe Sicherheitsfirmen unterliegen unterschiedlichen Sicherheitsvorschriften“, so Mertens.

In der Praxis heiße das konkret, dass beispielsweise nicht alle Bewerber die gleichen Zuverlässigkeitsanforderungen erfüllen müssen. Nur das Führungszeugnis helfe hier auch nicht weiter. Denn, so erklärt Mertens: „Freiheitsstrafen unter 90 Tagen kommen dort sowieso nicht rein.“ Darüber hinaus weitere Erkenntnisse einzuholen, sei jedoch ein echter Kostenfaktor. „Das kann schon mal 500 Euro und mehr kosten“, weiß Mertens. Geld, das sich Vereine und private Sicherheitsfirmen gerne sparen.

GdP NRW: Rechtliche Ungereimtheiten müssen ausgeräumt werden

Der Fall in Paderborn habe Mertens gezeigt, dass die „rechtlichen Ungereimtheiten zwingend ausgeräumt werden müssen.“ Daher fordert er als Landesvorsitzender der GdP NRW, dass sich Vereine, Sicherheitsfirmen und Ordnungsbehörden an einen Tisch setzen, um Sicherheitsstandards und Begrifflichkeiten klar auszuformulieren.“

Der WDR hatte berichtet, dass zwei tschetschenische Brüder in sozialen Netzwerken Fotos von sich in den Bundesliga-Stadien von Werder Bremen und dem SC Paderborn gepostet hatten. Weitere Bilder zeigen die Familie mit gewaltbereiten Gefährdern, die später untertauchten und ausreisten.

Islam M., einer der Brüder, wurde 2015 zu einer Arreststrafe verurteilt, weil er Sympathie für das Attentat auf die Pariser Satirezeitschrift Charlie Hebdo bekundet hatte. Sein Bruder Shamil M. antwortete auf die Frage in einem Internet-Chat, was für ihn ein schöner Tag sei: „Allahu akbar“ und setzte drei Bombensymbole dahinter.

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