Bahn-Fahrplan

RRX und Co. - Was der Fahrplanwechsel ab diesem Sonntag Neues bringt

Symbolbild. Am jedem zweiten Dezember-Sonntag im Jahr ist im Bahnverkehr europaweit  Fahrplanwechsel. In NRW bringt er im Regionalverkehr in diesem Jahr vor allem kleine Veränderungen - wenn man

Symbolbild. Am jedem zweiten Dezember-Sonntag im Jahr ist im Bahnverkehr europaweit Fahrplanwechsel. In NRW bringt er im Regionalverkehr in diesem Jahr vor allem kleine Veränderungen - wenn man

Foto: Ralf Rottmann / Funke Foto Services

Essen.   Im Bahnverkehr in NRW läuft die Zeit ab, in der die DB den Nah- und Regionalverkehr dominierte. Der Fahrplanwechsel bringt einen Vorgeschmack.

Im Bahnverkehr in NRW dürfen sich die Blicke beim Fahrplanwechsel ab diesem Sonntag, 9. Dezember, vor allem nach Düsseldorf und Dortmund richten: Erstmals sind ab Sonntag die Züge unterwegs, die künftig mal das RRX-Netz bestücken werden, das voraussichtlich 2030 die Region Rhein-Ruhr im 15-Minuten-Takt NRW-weit anbinden soll. Der erste der neuen RRX-Züge startet indes bereits an diesem Sonntag um 6.36 Uhr auf Gleis 10 am Hauptbahnhof Düsseldorf. Und in Dortmund wurde eigens das Wartungs-Depot für diese Fahrzeuge errichtet.

Der Betreiber-Wechsel auf der Linie RE11 (Düsseldorf-Paderborn/Kassel) von der Deutschen Bahn zum Unternehmen Abellio stellt die Weichen für eine gravierende Veränderung für die kommenden Jahre: Es läuft die Zeit ab, in der die DB den Schienen-Nah- und Regionalverkehr in NRW dominierte. Andere Betreiber rücken nach.

Was sich für Bahn-Pendler in NRW zum Fahrplanwechsel ändert

Für Pendler bringt der aktuelle Fahrplanwechsel in diesem Jahr hingegen eher wenige Veränderungen. Beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr etwa spricht man von "Verbesserungen im Detail", sagt einen Sprecherin. Vor allem am Fahrplan-Takt wurde gefeilt. Eine Auswahl:

  • Auf der Linie S11 (Bergisch-Gladbach - Düsseldorf-Flughafen Terminal) gibt es ab Sonntag zusätzliche Nachtfahrten zwischen Köln und Dormagen
  • Die Linie RE11 (Düsseldorf-Paderborn/Kassel) wird mit dem Fahrplanwechsel vom Unternehmen Abellio betrieben. Zum Einsatz kommen die künftigen RRX-Züge mit jeweils 400 Plätzen je Zugeinheit. Neu auch: Züge fahren künftig stündlich bis nach Paderborn statt im 2-Stunden-Takt.
  • Die Linie RE 14 (Essen-Borken, "Der Borkener") fährt samstagnachmittags und sonntagvormittags künftig auch zwischen Dorsten und Borken stündlich statt alle zwei Stunden. Zudem gibt es täglich eine neue Verbindung von Borken nach Essen um 22.31 Uhr und freitags, samstags und vor Feiertagen um 23.31 Uhr. Vom Essen Hbf in Richtung Borken gibt es neue Spätverbindungen: Freitags und samstags fahren Züge auch um 0.31 Uhr und um 1.31 Uhr, teilte die Nordwestbahn mit. Neu auf der Linie RE14 ist auch ein "Flügelkonzept", berichtet die Nordwestbahn: An Wochenende und bei einer täglichen Abendverbindung werden die beiden Zugteile aus Essen in Dorsten geteilt. Der vordere Zugteil fährt weiter nach Borken, der hintere nach Coesfeld.
  • Auch die Linie RB 27 (Mönchengladbach-Grevenbroich) verkehrt von montags bis sonntags künftig durchgehend im Stundentakt.
  • Züge der Linie RB 31 (Duisburg-Moers/Xanten; "Der Niederrheiner") fahren mit dem Fahrplanwechsel mit mehr Platz, teilt die Nordwestbahn mit: Die Verbindung um 7.21 Uhr ab Xanten und die um 17.43 Uhr ab Duisburg fährt künftig mit zwei Fahrzeugteilen ("Doppeltraktion").
  • Auf der Linie RB 34 (Mönchengladbach - Dalheim) wird es an Werktagen laut VRR morgens einen zusätzlichen Pendler-Zug geben
  • Bei der Linie RB 45 ("Der Coesfelder") gibt es täglich eine neue Verbindung von Coesfeld nach Dorsten um 20.13 Uhr. Am Wochenende fahren die Züge künftig in beiden Richtungen im Stundentakt. Zudem gibt es eine Verbindung nach Essen ohne Umstieg. Von Dorsten nach Coesfeld wurde eine zusätzliche Verbindung in den Fahrplan genommen: täglich, 21.06 Uhr.
  • RB 50: Die Eurobahn wird in den kommenden Monaten ihre Fahrzeuge auf der Linie modernisieren und auch durch fünf neuen Typs erweitern. Bis Ende Juli 2019 sei das umgesetzt und bringe Fahrgästen je nach Zugtyp unter anderem bis zu 110 Sitzplätze mehr.
  • Die Linie RB 59 (Dortmund - Holzwickede - Unna - Soest) fährt samstags künftig im 30-Minuten-Takt statt wie bisher stündlich. Das gilt jedoch erst ab dem 15. Dezember, teilte der Betreiber Keolis (Eurobahn) mit.
  • Das Bahnunternehmen Eurobahn kündigt für die Linien RB67 und RB71 mehr Sitzplatzangebot an. In der Hauptverkehrszeit wird es 230 statt bisher 120 Sitzplätze in den Zügen geben.
  • Die Linie RB 89 ("Ems-Börde-Bahn") bekommt eine weitere Früh-Verbindung im Fahrplan, heißt es bei der Eurobahn. Ab dem 10. Dezember fährt ab Hamm um 6.39 Uhr ein Zug; Ankunft in Münster um 7.12 Uhr.
  • Abellio teilt mit, auf seinen Linien gibt es zum Fahrplanwechsel keine gravierenden Veränderungen, allenfalls Abweichungen im Fahrplan auf der Linie RB 40 "um eine Minute". Bei der Linie RB91 verschieben sich die beiden letzten Abfahrten ab Hagen in Richtung Iserlohn/Siegen (Zugnummern 89628 bzw. 89588/89630 und 89632) um 8 Minuten. Die Abfahrten sind damit um 0.33 Uhr und um 1.33 Uhr, teilte eine Sprecherin mit. Die letzte Abfahrt ab Iserlohn (Zug 89549) erfolgt 10 Minuten früher um 0.04 Uhr.

Bei der Eurobahn arbeitet man unterdessen daran, die Zahl der Zugausfälle wegen technischer Schwierigkeiten an seinen Zügen vom Typ Flirt I zu verringern. Weil Fahrzeuge fehlten, wurden zuletzt etwa auf der Linie RE3 Züge gekürzt, die bis dato in Doppeltraktion, also mit zwei Zugteilen fuhren. "Wir konnten die Kapazität auf der Linie RE3 bereits in den letzten Tagen wieder verstärken. Vereinzelt kommt es noch zu Abweichungen in der Zugbildung", heißt es beim Eurobahn-Eigner Keolis.

Pendlerbeschwerden richteten sich in den vergangenen Wochen vor allem auf die Linie RB50. Die Probleme dort werden sich wohl erst in den kommenden Monaten beheben lassen, heißt es bei Keolis, wo man eingesteht, dass es "noch zu Kapazitätsabweichungen kommt". Neue Züge vom Typ Flirt III wurden bestellt und sollen bis Ende Juli kommenden Jahres in Betrieb genommen werden. "Die Pünktlichkeit auf der Linie RB50 konnten wir seit Umleitung des Fernverkehres deutlich verbessern", sagt eine Keolis-Sprecherin: "Aufgrund starker infrastruktureller Mängel und sogenannten Langsamfahrstellen kann es jedoch noch zur Unpünktlichkeit kommen, die jedoch bei weitem nicht mehr die Ausmaße wie beispielsweise im Oktober haben." (dae)

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