Internet-Kriminalität

Sexting: Jugendlicher verbreitet Intim-Video von 14-Jähriger

Die Polizei warnt vor „Sexting“. In einem aktuellen Fall hatte ein Jugendlicher ein intimes Video einer 14-Jährigen im Internet unerlaubt verbreitet. Gegen ihn wird jetzt ermittelt (Symbolbild).

Die Polizei warnt vor „Sexting“. In einem aktuellen Fall hatte ein Jugendlicher ein intimes Video einer 14-Jährigen im Internet unerlaubt verbreitet. Gegen ihn wird jetzt ermittelt (Symbolbild).

Foto: Julian Stratenschulte / dpa / Archiv

Hürth.  Ein 16-Jähriger verteilt unerlaubt das intime Video einer 14-jährigen Schülerin im Internet. Das rät die Polizei bei Sexting-Fällen.

Dass Jugendliche intime Fotos oder Videos von Gleichaltrigen im Internet teilen, ist inzwischen ein weit verbreitetes Phänomen. Und so nimmt die Polizei im Rhein-Erft-Kreis einen Fall aus ihrem Einsatzgebiet zum Anlass, um vor den Gefahren des sogenannten „Sexting“ zu warnen.

Intimes Video ging auch an die ältere Schwester - die Familie erstattete Anzeige

Aktuell ermittelt die Polizei dort gegen einen Teenager, der ein intimes Video einer 14-Jährigen unerlaubt im Internet verbreitet hat. Die 14-Jährige hatte den zwei Jahre älteren Jungen im Juli vergangenen Jahres über Instagram kennengelernt. Über die App Snapchat hatte der Junge dem Mädchen schließlich ein Video geschickt, das ihn bei der Selbstbefriedigung zeigte.

Daraufhin schickte auch sie ihm ein intimes Video. Eigentlich werden die Inhalte bei Snapchat nach spätestens 24 Stunden automatisch gelöscht, der 16-Jährige filmte das Video aber offenbar ab und schickte es einer anderen 14-Jährigen. Dieses Mädchen leitete das Filmchen dann weiter. So landete die Aufnahme später unter anderem bei der älteren Schwester des Mädchens im Video, die ihre Eltern informierte. Die Familie erstattete Strafanzeige. Gegen den 16-Jährigen wird wegen des Verbreitens von Jugendpornografie ermittelt.

Sexting gibt es an nahezu jeder weiterführenden Schule

„Das Phänomen ist nicht neu. An nahezu jeder weiterführenden Schule gibt es gleiche oder ähnlich gelagerte Fälle“, sagt Kriminalhauptkommissarin Danny Gruneberg, die die Dienststelle der Direktion Kriminalität, Kriminalitätsprävention und Opferschutz bei der Polizei im Rhein-Erft-Kreis leitet.

Und es gibt eine hohe Dunkelziffer, denn bei vielen Jugendlichen überwiegt die Scham, wenn sie Nacktaufnahmen von sich leichtfertig aus der Hand gegeben haben. Deshalb ist die Polizei nicht nur im Rhein-Erft-Kreis regelmäßig an den Schulen zu Gast und versucht Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer aufzuklären und zu sensibilisieren.

Auch das Landeskriminalamt NRW spricht beim Sexting und Cyber-Grooming von einem wachsenden kriminellen Problem. Während die Jugendkriminalitätsstatistik generell zurück geht, stieg die Zahl der Verdächtigen bei Straftaten mit dem „Tatmittel Internet“ in fast allen Kategorien an - darunter bei Gewaltdarstellung, Erpressung oder Kinder- beziehungsweise Jugendpornografie.

Die Täter sind in vielen Fällen meist selbst Jugendliche. Aber es gibt auch Kriminelle, die es ausnutzen, dass Kinder und Jugendliche sich mitunter sehr freizügig im Netz auf ihren Profilen in bei Insta, Instagram oder anderen Online-Netzwerken zeigen. Mit denen können die Kinder und Jugendlichen dann erpresst werden. Zum Teil stecken da sogar hochprofessionelle Banden-Strukturen hinter.

Sexting und Cyber-Grooming: Das rät die Polizei

Das kann ich tun, um Sexting oder Cyber-Grooming zu verhindern:

  • Versenden Sie ausschließlich unverfängliches Bild- oder Videomaterial
  • Versenden Sie diese nicht an Freunde, die Sie nur aus der virtuellen Welt kennen
  • Thematisieren Sie das Phänomen innerhalb ihrer Familie

Das kann ich tun, wenn das Bild/Video bereits versendet ist:

  • Fordern Sie vom Empfänger das Löschen des Bild- oder Videomaterials.
  • Veranlassen Sie von Betreibern der Plattformen das Löschen ihrer Bilder.
  • Informieren Sie die Schulleitung und holen Sie sich Rat bei einem Rechtsbeistand.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.


Die NRW-Polizei informiert auch auf ihrer Internetseite über Cyber-Grooming und wie Eltern, Kinder und Jugendliche vorbeugen können. (mawo)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben