Neue Ackerpflanze

Statt Mais: Bienen mögen die „Durchwachsene Silphie“

Eine neue Ackerpflanze: Die Durchwachsene Silphie blüht bis in den September hinein. Bienen finden noch Nahrung, wenn andere Pflanzen längst verblüht sind.

Eine neue Ackerpflanze: Die Durchwachsene Silphie blüht bis in den September hinein. Bienen finden noch Nahrung, wenn andere Pflanzen längst verblüht sind.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

An Rhein und Ruhr.  Die Landwirtschaftskammer NRW hat den Anbau der „Durchwachsenen Silphie“ getestet. Die mehrjährige Staudenpflanze eignet sich für Biogasanlagen.

Mais wächst in Nordrhein-Westfalen auf 291.500 Hektar, spielt in der Landwirtschaft als Futter- und Energiepflanze eine große Rolle. Gleichwohl kritisieren Umweltschützer die riesigen Maisäcker, unter anderem weil diese schlecht sind für die biologische Artenvielfalt. Nun gibt es möglicherweise eine interessante Alternative.

Auf Feldern im Kreis Soest und Bottrop hat die Landwirtschaftskammer NRW den Anbau der „Durchwachsenen Silphie“ seit einigen Jahren getestet – eine mehrjährige, aus Nordamerika stammende Staudenpflanze, die bis zu drei Meter hoch wird und kräftig-gelb blüht. Sie wird mit guten Ergebnissen in Biogasanlagen zur Energiegewinnung eingesetzt und kann gehäckselt - mit Abstrichen - auch als Viehfutter genutzt werden.

Lea Piepel von der Kammer stellte an diesem Montag (19. August 2019) auf Nachfrage der Redaktion gleich klar: „Ich denke, die Durchwachsene Silphie wird den Mais nicht ersetzen können.“ Sie könne aber auf bestimmten Feldern durchaus eine attraktive Alternative sein – zumal sie in der mehrjährigen Nutzung nicht so arbeitsintensiv sei. Ökologisch hat die durchwachsene Silphie klare Vorzüge.

Nutzungsdauer beträgt mindestens zehn Jahre

Die Staudenpflanze kommt mit dem Klima hier gut klar und blüht von Mitte Juli bis in den September hinein. Wenn also viele andere Pflanzen bereits verblüht sind, finden Bienen und Insekten bei der Durchwachsenen Silphie immer noch Nahrung. Positiv auch: Der Acker ist das ganze Jahr über mit Grün bedeckt, auch nach der Ernte, also dem Schnitt der Pflanzen, im September. Das vermindert die Bodenerosion.

Die Nutzungsdauer beträgt den Angaben zufolge mindestens zehn Jahre, ab dem zweiten Jahr gibt es Ertrag. Deutschlandweit wird die Durchwachsene Silphie derzeit auf mehr als 3000 Hektar angebaut. Fachleute gehen davon aus, dass da in den nächsten Jahren einige Hektar hinzukommen. Die Landwirtschaftskammer hat zu zwei „Feldtagen“ am 26. und 27. August in den Kreis Soest und nach Bottrop geladen: „Wir wollen Landwirten die Pflanze nahebringen“, sagte Kammersprecherin Piepel.

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