Pflanzenwelt

Uralte Rose blüht in Elten - nach sehr langem Warten

Johannes-Peter Ecke hat eine alte und seltene Rose in seinen Garten in Emmerich-Elten aufgepäppelt.

Johannes-Peter Ecke hat eine alte und seltene Rose in seinen Garten in Emmerich-Elten aufgepäppelt.

Foto: Christian Creon

25 Jahre lang zog Johannes-Peter Ecke eine historische Rose groß, deren Wurzeln auf das Jahr 1560 zurückgehen. Jetzt blühte sie erstmals.

Emmerich-Elten. In sattem Gelb blühte sie in diesem Jahr das erste Mal, am 25. Mai, nach einer Wartezeit von fast 25 Jahren. „Die Freude bei mir war riesig, ich konnte es gar nicht so richtig glauben“, erzählt Johannes-Peter Ecke.

Der Eltener hat es geschafft – in seinem Garten hat er eine Rosensorte aufgepäppelt, deren Herkunft bis ins das Jahr 1560 nachzuverfolgen ist. Doch wie kam Ecke eigentlich auf die Idee, sich so intensiv um eine Pflanze zu kümmern? „Zum Hintergrund: Den Hildesheimer Dom schmückt eine Rose, die tausend Jahre alt sein soll und die totale Vernichtung des Gotteshauses im März 1945 überstanden hat“, sagt der Eltener. Also stellte er sich die Frage: „Warum wird die tausendjährige St. Vituskirche in Hoch-Elten nicht von einer solchen botanischen Besonderheit verziert?“

Geschenk eines Instituts

Die Recherche nach einer speziellen Pflanze begann am Anfang der neunziger Jahre. Fündig wurde Ecke schließlich im Leipniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben bei Quedlinburg. Dort gibt es eine Genbank, mit einem Gesamtbestand von mehr als 150.000 Mustern aus fast 3000 Arten und 776 Gattungen. Eine der weltweit größten Einrichtungen zur Erhaltung von Pflanzenmaterialien.

„Ich habe mich auf die Reise gemacht und bin zu dem Institut gefahren. Die Wissenschaftler dort waren sehr hilfsbereit und haben mir Teile des Wurzelstocks dieser besonderen Rose geschenkt“, erzählt Ecke. Kaum kam diese gut geschützt per Post an, pflanzte der Eltener den Wurzelstock ein. Das passierte 1995.

Pflanze kann eventuell weiter vermehrt werden

Danach folgte eine liebevolle Pflege. Immer wieder Dünger und ausreichend Wasser. „Mittlerweile ist die Rose ungefähr 1,70 bis 1,80 Meter groß“, sagt Ecke stolz. Im wenigen Wochen blühte die Pflanze dann zum ersten Mai, das Glück währte allerdings nur ganz kurz. „Die Blüte dauerte insgesamt drei Tage, das ist aber ganz normal für so eine Rosenart“, so der Eltener. In dieser Zeit fand unter anderem eine Hummel Gefallen an den elf Blüten der Pflanze. Eine gleiche Anzahl an Hagebutten hat die Rose ebenfalls schon entwickelt. „Mit etwas Glück sind dort Kerne drin, und auch diese können dann gepflanzt werden“, hofft Ecke.

Die Pflanze geht auf Reise

Für die Original-Pflanze steht bald eine Reise an, sie wird im Herbst umgepflanzt. In den Schatten der St. Vituskirche auf dem Eltenberg. „Dann steht dort zwar keine Rose, die 1000 Jahre alt ist, wie in Hildesheim. Aber trotzdem ist sie wunderschön“, so Ecke.

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