Erneuerbare Energie

Verband LEE drängt: Photovoltaik in NRW stärker nutzen

Viel Potenzial für Photovoltaik: Der Branchenverband LEE sieht in Nordrhein-Westfalen auf bestimmten Freiflächen viel Platz für Anlagen.

Viel Potenzial für Photovoltaik: Der Branchenverband LEE sieht in Nordrhein-Westfalen auf bestimmten Freiflächen viel Platz für Anlagen.

Foto: Oliver Berg / dpa

An Rhein und Ruhr.  Auf Kranflächen neben Windrädern sieht der Branchenverband in NRW viel Platz für Photovoltaik – ebenso auf wenig ertragreichen Ackerflächen.

Der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) sieht in Nordrhein-Westfalen noch enorme Möglichkeiten für Photovoltaik. „Die Dächer in NRW sind immer noch eine solare Wüste“, klagte LEE-Landeschef Reiner Priggen an diesem Dienstag (17. September 2019). Vorhandene Potenziale würden nur zu sechs Prozent genutzt.

Der Verband drängt darauf, dass die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden endlich erleichtert werde. Anpassungen seien hier „lange zugesagt“, hieß es. Der LEE will auch Potenziale jenseits von Dächern erschlossen wissen – etwa auf landwirtschaftlich wenig ertragreichen Grundstücken. Auf Kranstellflächen neben Windrädern sieht der Verband ebenfalls viel Platz für Photovoltaik. Anlagen würden dort würden von den Kreisen aber immer wieder unter Verweis auf den Landschaftsschutz abgelehnt. „Nicht nachvollziehbar“, meint man beim LEE.

12.100 Anlagen kamen 2018 in NRW hinzu

n NRW lieferten zuletzt gut 264.000 Solaranlagen rund 4900 Megawatt Leistung. Im Jahr 2018 waren 12.100 Anlagen mit 285 Megawatt hinzugekommen – fast 100 Megawatt mehr als im Vorjahr. Zur Einordnung: Die landesweit 3700 Windenergieanlagen sorgen für 5800 MW Leistung. Allerdings lässt sich die installierte Leistung nicht 1:1 vergleichen, weil Windräder eine höhere Auslastung haben.

Die Landesregierung will Solarstrom selbst stärker nutzen. Bislang sind auf landeseigenen Dächern erst 80 Photovoltaikanlagen im Einsatz. Weitere sollen folgen, eine entsprechende Initiative hatte das Landeskabinett im Frühjahr beschlossen. „Aktuell werden aus den grundsätzlich geeigneten Objekten diejenigen identifiziert, die sich für eine zeitnahe Umsetzung eignen“, teilte ein Sprecher des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB NRW) mit.

Auch kürzere Amortisationszeiträume denkbar

Die Anlagen sollen vom BLB betrieben werden und der Eigenstromversorgung dienen. Unter optimalen Bedingungen könne sich so eine Anlage nacht acht Jahren amortisieren: „Das Land nutzt den Strom dann nahezu kosten“, so der Sprecher. Da davon ausgegangen werde, dass moderne Photovoltaik-Anlagen mindestens 25-30 Jahre genutzt werden können, werde der BLB NRW aber auch Anlagen mit deutlich längeren Amortisationszeiträumen als acht Jahre realisieren.

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