Tierpark

Wuppertal: Zoobesuch für Kinder bald günstig wie Busfahren

Besucher vor dem Eingangsbreich des Wuppertaler Zoos:  Zum 1. Oktober senkt der Tierpark den Eintrittspreis für Kinder.

Besucher vor dem Eingangsbreich des Wuppertaler Zoos: Zum 1. Oktober senkt der Tierpark den Eintrittspreis für Kinder.

Foto: Horst Ossinger / dpa

Wuppertal.  Das nennt man familienfreundlich: Ab dem 1. Oktober kostet der Eintritt für Sechs- bis 14-Jährige in den Wuppertaler Zoo nur noch 1,70 Euro.

Mit seiner Eintrittspreisgestaltung setzt der Wuppertaler Zoo künftig neue Akzente in der nordrhein-westfälischen Tierpark-Landschaft. Für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren kostet eine Eintrittskarte ab dem 1. Oktober soviel wie ein Bus- oder Bahnfahrschein – nämlich 1,70 Euro. Für Kinder bis fünf Jahre ist der Eintritt frei. Das hat der Wuppertaler Stadtrat abgesegnet. Kinder, Familien, aber auch Kindergruppen und Schulklassen sollen profitieren.

„Diese Preisgestaltung ist ausdrücklicher Wunsch der Wuppertaler Politik – aber wir als Zoo können das natürlich sehr gut nachvollziehen“, erklärte Zoo-Sprecher Andreas Haeser-Kalthoff an diesem Dienstag (9. Juli 2019) auf Nachfrage der Redaktion. Die Preissenkung komme den Hauptbesuchergruppen entgegen, mache das Preissystem insgesamt einfacher und stelle die gesellschaftliche Funktion des Tierparks heraus: „Wir haben eine Bildungsfunktion, wir bringen den Menschen Tiere und Natur nahe.“

Karten für Erwachsene werden etwas teurer

Bis Herbst – und damit auch in der jetzt anbrechenden Ferienzeit – gilt im Grünen Zoo noch: Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre zahlen sieben Euro. Tickets und Plakate müssen neu gedruckt und Partner informiert werden: „Das braucht seine Zeit, das konnten wir jetzt so schnell noch nicht umsetzen“, erklärte der Zoo-Sprecher. Damit die Preissenkung gegenfinanziert wird, muss der Erwachsenen-Preis zum 1. Oktober etwas steigen – von derzeit 14,50 Euro auf 18,50 Euro. Auch die Jahreskartenpreise werden angepasst.

„Wir haben das Rad nicht komplett neu erfunden“, sagte Haeser-Kalthoff. Der Magdeburger Zoo setze schon seit einiger Zeit auf das Modell, offenbar mit Erfolg. Die Besucherzahlen im Wuppertaler Zoo waren zuletzt gestiegen – von 553.000 im Jahr 2017 auf 571.000 im vergangenen Jahr. Bleibt es nach der Preissenkung bei diesen Zahlen und in etwa auch bei der Besucherstruktur: „Dann sind wir finanziell im Soll“, so der Zoo-Sprecher. Kommen sogar mehr Besucher, muss die Stadt weniger zum Zoo-Etat zuschießen. Zuletzt betrug das Tierparkt-Budget 9,78 Millionen Euro, 5,39 Millionen Euro davon kamen von der Stadt. Insgesamt 3600 Tiere Leben im Zoo, 360 Arten sind vertreten. Zu den aktuellen Publikumslieblingen gehört der Elefantenjunge „Gus“.Und bei den Seelöwen erkundet Mädchen „Kalua“ die Anlage.

Mit der Eintrittskarte kann man auch Bus und Bahn benutzen

Mit dem einfachen und kinderfreundlichen Preissystem habe man künftig „ein Alleinstellungsmerkmal bei den Zoos in NRW“, meint der Wuppertaler Zoo-Sprecher. Die anderen Zoos berechnen für Kinder und Jugendliche derzeit zwischen 6,50 Euro (Krefeld) und 14,50 Euro (Gelsenkirchen, wie ein Abgleich der Redaktion ergab. Als Kampfansage will Haeser-Kalthoff die Preissenkung ausdrücklich nicht verstanden wissen: „Wir Zoos haben untereinander eigentlich keine Konkurrenz.“

Gänzlich kostenlos habe man den Eintritt für Kinder nicht machen können, so Haeser-Kalthoff. Denn: Die Eintrittskarte wird nicht nur so billig wie ein Bus- und (Schwebe-)Bahnfahrschein, sie ist schon jetzt auch gleichzeitig ein Bus- und Bahnfahrschein und wird es laut Zoo auch künftig sein. „Wenn wir den Zoo-Eintritt kostenlos gemacht hätten, hätte man künftig mit einer Eintrittskarte künftig ja auch kostenlos Bahnfahren können. Das war nicht möglich“, sagte Haeser-Kalthoff.

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