Mobilität

Fahrradfahrer geben Münsterland gute Noten

Ein Radfahrer fährt über den Prinzipalmarkt. Münster bleibt nach einer Umfrage unangefochten die fahrradfreundlichste Stadt in Deutschland. Es gibt aber Kritik.

Foto: Oliver Berg/dpa

Ein Radfahrer fährt über den Prinzipalmarkt. Münster bleibt nach einer Umfrage unangefochten die fahrradfreundlichste Stadt in Deutschland. Es gibt aber Kritik. Foto: Oliver Berg/dpa

An Rhein und Ruhr.   Die Region hat beim Städtetest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs wieder die Nase vorn. Münster führt zwar, hat aber an Ansehen verloren.

Tolle Radwege allein reichen nicht; es muss auch jemand aufpassen, dass sie nicht zugeparkt werden. Innenstädte sollten gut erreichbar sein. Eine grüne Welle für Radler ist eine feine Sache, aber nur ein wichtiges Detail, ebenso ein gutes Verleihsystem. „Das Fahrradklima ist wichtig“, meint Thomas Semmelmann, Landesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Stadtverwaltung, Fahrradfahrer, Polizei, Behindertenverbände, alle müssten an einen Tisch, um in gegenseitiger Rücksichtnahme das Fahrradfahren in ihrer Kommune gemeinsam zu verbessern.

Wie fahrradfreundlich also sind die Kommunen? Das Münsterland hat beim vom ADFC gestern vorgelegten Städtetest wieder die Nase vorn. Münster selbst bleibt in den Augen der befragten Radler Fahrradhauptstadt und verteidigt - auch bundesweit - den ersten Platz unter den Großstädten über 200 000 Einwohnern. Allerdings hat Münster an Ansehen verloren. In der Gesamtnote reicht es nur zum „Befriedigend“ (Notenschnitt: 3,07), 2003 war man noch viel besser (Schnitt: 1,88). „Münster hat sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausgeruht“, stellt der ADFC-Chef fest. Die Infrastruktur habe nicht mit der stark wachsenden Zahl von Fahrrädern mitgehalten.

Bürgermeister als bekennende Radfahrer

Auffällig: die vergleichsweise guten Noten für mittlere und kleinere Städte. Bocholt (auch bundesweit Spitzenreiter) und Wesel haben - mit leichten Einbußen bei der Note - ihre Platzierungen behauptet. Das münsterländische Reken kommt in der Gruppe der Kleinstädte bis 15 000 Einwohner sogar auf die Bestnote von 1,88 bundesweit. „Planungsprozesse sind in kleinen Kommunen einfacher“, sagt Semmelmann. Oft sind auch Bürgermeister und Dezernenten bekennende Radfahrer. In größeren Städten indes bleibe das Auto das dominierende

Verkehrsmittel. Beispiel Düsseldorf: Rang zehn im NRW-Vergleich, Rang 28 bundesweit – die Landeshauptstadt kann mit ihrem Abschneiden nicht zufrieden sein. Auch das auf dem nächsten Rang folgende Essen kommt beim ADFC-Ranking nur mäßig weg. Dabei sind beide Großstädte Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte (AGFS).

Und das Ruhrgebiet sonst? Oberhausen kommt wieder gut weg, Bochum hat in der Benotung Boden gut gemacht. Fürs Ruhrgebiet insgesamt stellt Semmelmann fest: „Der Radschnellweg wird positiv wahrgenommen“ und ebenso das Knotenpunktsystem, das der Regionalverband Ruhr derzeit mit den Kommunen aufbaut. Der Radschnellweg, der eines Tages auf einer Strecke von 101 Kilometer Duisburg und Unna verbinden soll, ist einer von insgesamt sieben, die landesweit geplant sind. Vorteil Ruhrgebiet: Dieser Radschnellweg befindet als einziger schon im Bau; das Stück von Essen nach Mülheim ist bereits fertig.

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