Bankraub

Aktenzeichen XY: 55 neue Hinweise zum Serienbankräuber

Lesedauer: 5 Minuten
Über die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" bittet das LKA NRW um Mithilfe zur Ermittlung eines Täters, der seit 1998 flüchtig ist und 14 Banken ausgeraubt haben soll. Zuletzt schlug der Räuber im Januar 2020 in einer Volksbankfiliale in Emmerich-Rees zu.

Über die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" bittet das LKA NRW um Mithilfe zur Ermittlung eines Täters, der seit 1998 flüchtig ist und 14 Banken ausgeraubt haben soll. Zuletzt schlug der Räuber im Januar 2020 in einer Volksbankfiliale in Emmerich-Rees zu.

Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Düsseldorf/Essen.  Über die TV-Sendung Aktenzeichen XY bittet das LKA NRW um Mithilfe: Seit 1998 ist ein Bankräuber flüchtig, der zuletzt in Rees zugeschlagen hat.

14 ausgeraubte Bankfilialen, über zwei Millionen Euro Beute – seit Mai 1998 treibt ein bislang unbekannter Bankräuber in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sein Unwesen. Zuletzt (Januar 2020) schlug der Serientäter am Niederrhein in einer Filiale der Volksbank in Rees zu.

Um neue Erkenntnisse und Hinweise von der Bevölkerung zu bekommen, wandte sich das zuständige nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) bei der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ in der Mittwochsausgabe vom 15. September an die TV-Zuschauer und bittet um Mithilfe zur Erfassung des Täters. "Viele Anrufe" seien seit der Ausstrahlung beim LKA, bei einigen Polizeidienststellen in der Region und auch bei der XY-Redaktion in München eingegangen, teilte ein Sprecher des LKA NRW auf Nachfrage mit. Nach Angaben der Behörde liegen aktuell 55 neue Hinweise vor.

Aktenzeichen XY: Bankräuber erbeutete in Rees viele 200 Euroscheine

Nach dem Überfall in Rees sei der Tatverdächtige möglicherweise von einer Überwachungskamera unweit der Bankfiliale aufgenommen worden. Darauf ist zu erkennen, dass der mögliche Täter eine weiße Jacke und gelbe Haushaltshandschuhe trug. Nach Zeugenberichten soll sich der gefilmte Mann auch immer wieder umgeschaut haben, teilte ein Mitarbeiter des LKA in der Live-Sendung des ZDF mit.

Bei dem Banküberfall in Rees soll der Mann zudem viele, unbenutzte 200 Euroscheine erbeutet haben. Das LKA bittet daher weiter um Mithilfe und sucht Zeugen, die am Tattag des 16. Januar 2020, eine Person beobachtet haben, die zu der Beschreibung passt und bei Händlern mit 200 Euroscheinen bezahlt hat.

Nach einem Überfall in Düren 2015 konnte die Polizei zudem Phantombilder anfertigen.

> Lesen Sie hier: Banküberfall in Schmallenberg: Polizei jagt bewaffneten Mann

Überfälle vorwiegend im westlichen Nordrhein-Westfalen

Insgesamt 14 Banküberfälle rechnet das LKA Nordrhein-Westfalen dem Täter „eindeutig zu“, bei denen er insgesamt über zwei Millionen Euro erbeutet haben soll, sagte ein Mitarbeiter des LKA am Mittwochabend in der Fernsehaustrahlung. Zwischen Mai 1998 und Januar 2020 ereigneten sich zehn Überfälle in NRW, davon sechs im Westen des Bundeslandes. Womöglich bestehe ein Zusammenhang zwischen den Tatorten und dem Wohnort des Verdächtigen. Auffällig ist, dass alle Bankraube in einem Umkreis von 300 Kilometern stattgefunden haben.

So soll der Überfall auf die Sparkasse in Duisburg-Rumeln im Jahr 2017 auf sein Konto gehen. Damals fand das Großaufgebot der Polizei nur einen gefesselten Bankmitarbeiter in den Räumen der Sparkasse. Der Täter flüchtete. (Hier gibt es weitere Informationen)

2007 soll der Täter eine Sparkasse in Netphen-Dreis-Tiefenbach (Kreis Siegen-Wittgenstein) überfallen haben. (Hier gibt es weitere Informationen)

Auch in Rheinland-Pfalz soll der Räuber insgesamt vier Mal zugeschlagen haben (Lippstadt, Bad Münster, Westerwald/Sieg und Ascheberg-Herbern). Bei einem Überfall in Bad Münster im Oktober 2009 habe der Täter kleine Funkkameras in der Filiale versteckt, um die Bank und die Gegebenheiten vor Ort auszuspionieren. Die Ermittler gehen auch bei anderen Überfällen davon aus, dass der Mann Funkkameras oder Babyphones zur Tatvorbereitung verwendet hat. Bei seinem letzten Überfall in Rees sei der mutmaßliche Täter genauso vorgegangen wie bei den anderen Fällen vorgegangen und soll damals ebenfalls Funkkameras verwendet, teilte das LKA mit.

Vermutlich soll er die Tatorte sogar über mehrere Wochen ausgespäht haben. Auch hier sucht das LKA Personen in den betroffenen Regionen, die einen Mann beobachtet haben, der in regelmäßigen Abständen besagte Elektrogeräte gekauft hat.

Aktenzeichen XY: Diese Banküberfälle werden dem Täter in NRW und Rheinland Pfalz zugeordnet

  • 06. Mai 1998, Sparkasse Remscheid, 42897 Remscheid, Hasenberger Weg 11,
  • 08. Februar 2000, Sparkasse Krefeld, 41372 Niederkrüchten, Goethestr. 5,
  • 18. April 2006, Kreissparkasse Heinsberg, 41812 Erkelenz, Gerderath, Lauerstr. 15,
  • 05. Dezember 2006, Volksbank Erkelenz, 41372 Niederkrüchten Elmpt, Goetehstr. 1
  • 13. April 2007, Sparkasse Siegen, 57250 Netphen, Martin-Luther- Str. 2,
  • 18. Januar 2008, Sparkasse Lippstadt, 59556 Lippstadt, Bad Waldliesborn, Parkstr. 18,
  • 27. Februar 2009, Sparkasse Krefeld, 41751 Viersen-Dülken, Lindenallee 15 a
  • 13. Oktober 2009, Sparkasse Bad Münster, 55583 Bad Münster am Stein, Berliner Str. 46
  • 30. Oktober 2009, Sparkasse Westerwald / Sieg, 57548 Kirchen, Lindenstr. 5,
  • 08. Juni 2012, Volksbank Ascheberg-Herbern, 59387 Ascheberg, Merschstr. 20
  • 07. März 2014, Volksbank Krefeld, 41334 Hinsbeck, Markt 9,
  • 25. September 2015, Sparkasse Düren, 52355 Düren-Lendersdorf, Hauptstr. 78,
  • 16. März 2017, Sparkasse Duisburg, 47239 Duisburg-Rumeln, Dorfstr. 33.
  • 16. Januar 2020, Volksbank Emmerich - Rees, 46459 Rees, Dellstr. 1-3

Unbekannter Bankräuber in NRW bei Aktenzeichen XY: Die Personenbeschreibung

  • ca. 180 bis 190 cm groß
  • ca. 50 bis 65 Jahre alt
  • sehr wahrscheinlich blonde bis hellblonde Haare
  • kräftig/athletisch, nicht dick
  • vermutlich Brillenträger, helle ("kalte") Augen
  • höchstwahrscheinlich Deutscher (evtl. Rheinländer)
  • Gesicht leicht zerfurcht/faltig, etwas grobe, kantige Hautstruktur
  • gute Kenntnisse im Bereich der Elektro- und Schlüsseltechnik, Tür- und Fenstermechanik

Wer Hinweise auf den Täter geben kann, soll sich beim Landeskriminalamt NRW, Dezernat 11 -EK Video-, (0211) - 939 - 0, Völklinger Straße 49, 40221 Düsseldorf melden. Bis zu 36.500 Euro sind zur Belohnung ausgeschrieben.

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