Coronavirus

Coronavirus in NRW: Landrat nimmt Infizierte in Schutz

Landrat Stephan Pusch (CDU) nahm in einer Facebook-Videobotschaft das mit dem Coronavirus infizierte Ehepaar aus dem Kreis Heinsberg in Schutz. Bei Diskussionen in den sozialen Netzwerken wurden dem Ehepaar Vorwürfe gemacht.

Landrat Stephan Pusch (CDU) nahm in einer Facebook-Videobotschaft das mit dem Coronavirus infizierte Ehepaar aus dem Kreis Heinsberg in Schutz. Bei Diskussionen in den sozialen Netzwerken wurden dem Ehepaar Vorwürfe gemacht.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Gangelt.  Landrat Stephan Pusch hat das mit dem Coronavirus infizierte Ehepaar in Schutz genommen. Das Ehepaar wurde über die sozialen Medien angegriffen.

Nach den ersten Coronavirus-Fällen in Nordrhein-Westfalen hat der zuständige Landrat das infizierte Ehepaar aus dem Kreis Heinsberg in Schutz genommen. „Sie verdienen unser Mitgefühl, nicht Vorwürfe“, sagte Landrat Stephan Pusch (CDU) mit Blick auf Social-Media-Debatten. „Es hätte jeden von uns treffen können. Wer von uns hätte auf fest gebuchte Karnevalsveranstaltungen verzichtet, weil er etwas erkältet ist?“, fragte Pusch am Donnerstag in einer Facebook-Videobotschaft.

Bernhard Tholen, Bürgermeister von Gangelt, äußerte sich ähnlich: Es gebe einen regelrechten Shitstorm. „Für die Familie ist das unheimlich belastend“, sagte der CDU-Politiker laut Liveblog der „Aachener Zeitung“.

„Dabei ist das Ehepaar doch selbst Opfer des Virus. Beide sind nicht der Auslöser dieser Krise, sondern haben sich selbst bei irgendjemandem angesteckt“, sagte Tholen. „Ich werbe darum, sie in Ruhe zu lassen – zumal der Mann sich in immer noch in einem kritischen Zustand befindet“, so Tholen.

Coronavirus in NRW: Karnevalsbesucher sollen in Quarantäne gehen

Landrat Pusch lobte, dass sich bereits so viele der 300 Besucher der Karnevalsveranstaltung gemeldet und bereits eigene Vorsichtsmaßnahmen ergriffen hätten. In Gangelt im Kreis Heinsberg an der niederländischen Grenze hatte das infizierte Paar am 15. Februar eine Karnevalsveranstaltung besucht, bevor es schwer erkrankt war.

Alle Besucher und ihre Familien müssten für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, hatte das NRW-Gesundheitsministerium in der Nacht zum Donnerstag mitgeteilt. Bei dem Coronavirus-Ausbruch ganz im Westen von Nordrhein-Westfalen sind bislang sechs Patienten nachweislich infiziert. Einer von ihnen - ein 41-jähriger Bundeswehrsoldat - wird in Rheinland-Pfalz behandelt. (dpa)

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