9,7 Millionen Euro

Diebe stehlen auf NRW-Baustellen Werkzeug in Millionenwert

Diese Schubkarren sind auf der Baustelle, wo sie hingehören. Andere Bauunternehmen haben weniger Glück. Im vergangenen Jahr haben Diebe auf NRW-Baustellen Werkzeug und Material in Millionenwert gestohlen.

Diese Schubkarren sind auf der Baustelle, wo sie hingehören. Andere Bauunternehmen haben weniger Glück. Im vergangenen Jahr haben Diebe auf NRW-Baustellen Werkzeug und Material in Millionenwert gestohlen.

Foto: Arno Burgi / dpa

Düsseldorf.  Werkzeug, Mörtel, Schubkarren: Die Zahl der Diebstähle auf NRW-Baustellen ist im vergangenen Jahr gesunken. Die Schadenssumme ist aber gestiegen.

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Auf Baustellen in Nordrhein-Westfalen haben Diebe im vergangenen Jahr Material in Höhe von 9,76 Millionen Euro gestohlen. Das teilte das Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Im Jahr 2017 war der Schaden mit 9,357 Millionen etwas geringer. Während die Schadenssummer gestiegen ist, ist die Anzahl der Diebstähle gesunken.

„Gestohlen wird im Prinzip alles, was nicht niet- und nagelfest ist“, sagte eine Sprecherin des österreichischen Verkehrswegebauers Strabag. Das können zum Beispiel Werkzeuge oder Kabel sein, aber auch größeres Gerät wie Rüttelplatten oder Radlader.

Diebstähle auf Baustellen werden seltener aber die Schadenssumme steigt

Während die Polizei 2017 noch 5225 Diebstähle auf Neu- und Rohbauten sowie in Baubuden und auf Baustellen zählte, waren es ein Jahr später nur noch 4649 – ein Rückgang um rund 12 Prozent. Erklären lässt sich das mitunter durch den deutlichen Anstieg der Diebstähle mit Schadenssummen zwischen 25.000 und 50.000 Euro sowie Schäden über 50.000 Euro.

Aktuelle Fälle von Diebstählen auf Baustellen

Teil des Problems sei, dass Baustellen oft unbeaufsichtigt seien, erklärte ein Sprecher der Polizei Herford. Im Juli des vergangenen Jahres stahlen Unbekannte dort in einem Fall einen Radlader im Wert von rund 25.000 Euro von einem Parkplatz. Solche Baumaschinen vermietet unter anderem Zeppelin Rental. Seit Jahren würden immer wieder Baumaschinen der Münchener gestohlen, wie es vom Unternehmen hieß - Tendenz gleichbleibend.

Seit drei Jahren berichteten die Kunden des Verleihers außerdem, dass vermehrt Dieselkraftstoff von den Baustellen gestohlen werde. Genau das geschah vor einem Monat in Gelsenkirchen, als Diebe 800 Liter Treibstoff stahlen.

Leicht zugängliche Areale sind besonders von Diebstählen betroffen

Bei den Diebstählen gebe es keine besondere Veränderung, erklärte der Bauindustrieverband NRW. Besonders gefährdet sind laut LKA frei zugängliche Areale wie zum Beispiel Autobahnbaustellen. Das betrifft auch die Baustellen des Verkehrswegebauers Strabag. Zwar kämen nur selten große Baumaschinen weg, dafür aber Generatoren oder Notstromaggregate, hieß es vom Unternehmen. In Schwelm ließen Diebe einen kompletten Radlader mitgehen.

Wer seine Baustelle nicht gleich mit einem ganzen Sicherheitsteam bewachen lassen kann, für den versucht die Firma Bauwatch, mit mobilen Überwachungssystemen Abhilfe zu schaffen. Das in Ratingen sitzende Unternehmen setzt dabei auf künstliche Intelligenz, sagt Unternehmenssprecher Scott Denton. Bauwatch überwacht unter anderem mit auf Sockeln befestigten Kameras Baustellen in ganz Deutschland.

Betritt jemand das überwachte Gebiet, schlägt die Software Alarm. Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale können die Lage bewerten, und dann entweder versuchen, den Eindringling per Lautsprecher zu verscheuchen, oder die Polizei rufen. Mit jeder Alarmierung und der von Mitarbeitern getroffenen Entscheidung lernt die Software so, die Gefahren zukünftig besser zu bewerten. Rund 1000 Menschen vertreibe Bauwatch so jeden Monat bundesweit. 50 mutmaßliche Diebe würden mithilfe der Firma monatlich von der Polizei erwischt, erklärte Denton. (dpa/red)

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