Radverkehr

Münster nicht mehr fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands

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Mehr als 40.000 Menschen haben in NRW an der Befragung des ADFC teilgenommen. Das Ergebnis, der „Fahrradklima-Test“, wurde am Dienstag in Düsseldorf vorgestellt.

Mehr als 40.000 Menschen haben in NRW an der Befragung des ADFC teilgenommen. Das Ergebnis, der „Fahrradklima-Test“, wurde am Dienstag in Düsseldorf vorgestellt.

Foto: Christophe Gateau/dpa

Düsseldorf.   Zu wenige, zu enge, zu volle Radwege: Viele Radler fühlen sich in Städten nicht sicher. Der ADFC hat Tausende befragt – und ein Ranking erstellt.

Münster ist nicht mehr die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands. Das ergab das neue Ranking des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), das am Dienstag in Düsseldorf vorgestellt wurde. In der Kategorie der Städte mit über 200.000 Einwohnern wurde Münster von Karlsruhe überholt.

Bei den kleineren Städten dominierte das Münsterland: Bocholt (50.000-100.000 Einwohner) kam in seiner Kategorie auf den ersten Platz ebenso wie Reken (unter 20.000 Einwohner). Der Sonderpreis für die familienfreundlichste Fahrradstadt ging ebenfalls in die Region um Münster – nach Wettringen.

Radler zunehmend unzufrieden mit Radwegen

Die Verlierer der bundesweiten Umfrage kamen ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen: Köln, Remscheid und Lüdenscheid belegten in ihren Kategorien die letzten Plätze.

Bundesweit hat die Unzufriedenheit der Radfahrer mit den Radwegen weiter zugenommen. Bemängelt wurde vor allem, dass Radwege zu schmal seien oder von Falschparkern blockiert werden.

ADFC befragt Radler alle zwei Jahre

Der Fahrradklima-Test des ADFC ist ein Zufriedenheitsindex von Radfahrern. Teilnehmer können alle zwei Jahre in 32 Fragen die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt bewerten. Bundesweit nahmen 170.000, in NRW über 41.000 Menschen an der Umfrage teil – 40 Prozent mehr als beim letzten Mal. Bewertet wurden bundesweit mehr als 680 Städte, knapp 170 davon in NRW.

Bei der bislang letzten Befragung vor zwei Jahren hatte Münster noch auf Platz 1 der großen Städte mit über 200.000 Einwohnern gelegen – aber bei der Benotung bereits eingebüßt. Thomas Semmelmann, der Landesvorsitzende des ADFC NRW, sagte dazu: „Die Infrastruktur hält der großen Menge an Fahrrädern nicht mehr stand. Die Unfallzahlen steigen, die Radwege sind zu schmal, die Zahl der Fahrraddiebstähle nimmt zu.“

Hagen bekam 2016 die schlechteste Bewertung

In der Größenklasse 100.000 bis 200.000 Einwohner hatte es Hamm 2016/17 mit der Note 3,32 erstmalig unter die Top 3 auf Platz 2 geschafft. Bocholt konnte in seiner Größenklasse seinen Spitzenplatz verteidigen. Wesel hatte sich etwas verschlechtert, lag aber unverändert auf dem dritten Platz. Die Bestnote insgesamt erzielte auch da bereits Reken im Münsterland.

Auch in der Gruppe der Aufholer waren im letzten Ranking mehrere NRW-Städte vertreten. Bochum kletterte bundesweit von Rang 37 auf Rang 23. Wuppertal hatte es von Platz 32 auf Platz 16 (von 39) geschafft.

Daneben wurden Iserlohn und Gevelsberg als stärkste Aufholer in ihren Größenklassen ausgezeichnet. Hagen bekam die bundesweit schlechteste Note, Velbert sank in seiner Größenklasse auf den letzten Platz. Ein weiterer Absteiger war Aachen.

Sicherheitsgefühl hat sich offenbar verschlechtert

Wie bereits vor der Vorstellung des neuesten Fahrradklima-Tests bekannt wurde, bewerten Radfahrer ihr Sicherheitsgefühl diesmal nur noch mit der Schulnote 4,2. Bei der vergangenen Befragung lag dieser Wert noch bei 3,9. Vor allem in großen Städten haben Eltern Sorge, ihre Kinder allein auf dem Rad fahren zu lassen. Der ADFC wertet dieses Umfrageergebnis als besorgniserregend. (red/dpa)

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