Wasserknappheit

In Löhne wird Trinkwasser knapp – Rasen sprengen verboten

In Ostwestfalen sollen die Bürger ihre Rasensprenger abschalten: Das Trinkwasser wird knapp.

In Ostwestfalen sollen die Bürger ihre Rasensprenger abschalten: Das Trinkwasser wird knapp.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Löhne/Rahden.  In Teilen Ostwestfalens wird das Trinkwasser knapp. Behörden fordern Bürger auf, sparsam zu sein. Im Ruhrgebiet sind Wasserversorger gelassen.

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Wegen Trinkwasser-Engpässen haben Versorger in Ostwestfalen an die Bevölkerung appelliert, auf Gartenbewässerung und Pool-Befüllungen zu verzichten. „Wegen der anhaltenden Trockenheit kommt es zu Wasserknappheit“, berichtete die Stadt Löhne (Kreis Herford) am Mittwoch auf ihrer Internetseite. Betroffen seien die Städte Löhne, Bad Oeynhausen sowie die Gemeinden Hüllhorst und Hille im Gebiet des Wasserbeschaffungsverbandes „Am Wiehen“ mit insgesamt rund 120 000 Menschen.

Die Stadt Löhne rief ihre Bürger dazu auf, auf das Sprengen ihrer Gärten und das Befüllen von Pools mit Trinkwasser zu verzichten. Feuerwehrwagen verbreiteten den Appell über Lautsprecherdurchsagen in den Stadtteilen. Auch über die Warn-Apps Nina und Katwarn wurde die Aufforderung verbreitet: „Benutzen Sie bitte Trinkwasser ausschließlich für die lebensnotwendigen Bereiche.“

Für den Fall, dass die Appelle nicht fruchten, kündigte die Stadt eine ordnungsbehördliche Verordnung an. Sie sieht auch Geldbußen von bis zu 1000 Euro bei Vergeudung von Trinkwasser vor. Zuletzt sei vor etwa 30 Jahren solch eine Verordnung nötig gewesen, sagte der Leiter Wasserversorgung der Wirtschaftsbetriebe Löhne, Klaus Wilmsmeier. Bereits 2017 und 2018 sei das Trinkwasser in Löhne zeitweise knapp gewesen. Hauptgrund sei der hohe Verbrauch an den heißen Tagen.

Auch die Stadt Rahden (Kreis Minden-Lübbecke) bat darum, auf Autowaschen, Gartenbewässerung und Poolbefüllung zu verzichten. „Es handelt sich bei Trinkwasser um ein Lebensmittel“, betonte der Leiter des Wasserwerks Rahden, Christoph Flieder. Über die Wasserknappheit in Ostwestfalen hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

Im Ruhrgebiet ist die Lage dagegen entspannt. Das Wasser in den Talsperren werde in jedem Fall für den Sommer reichen – „egal, wie der Sommer sich entwickelt“, sagte Ruhrverbands-Sprecherin Britta Balt. Der Ruhrverband ist Rohwasser-Lieferant für zahlreiche Wasserwerke entlang der Ruhr und sorgt so für das Trinkwasser von rund 4,6 Millionen Menschen.

Der Füllstand der Talsperren liege derzeit über dem langjährigen Mittel. Allerdings gebe man aktuell „signifikante Mengen“ an das Flusssystem ab.

Der Wasserversorger Gelsenwasser sieht ebenfalls keine Probleme. „Die Wasserversorgung ist gesichert“, sagte Unternehmenssprecherin Heidrun Becker. Kapazitäten und Reserven seien vorhanden, um Wasser für alle Zwecke im Sommer zu benutzen, „etwa um den Garten zu bewässern oder den Pool zu füllen oder zu duschen“.

Gelsenwasser gehört den Stadtwerken Bochum und Dortmund und ist einer der größten Wasserversorger Deutschlands. Das Gelsenwasser-Wasserwerk in Haltern versorgt allein rund eine Million Menschen mit Trinkwasser. In Essen betreibt das Unternehmen an der Ruhr zusammen mit den Stadtwerken Essen nach eigenen Angaben eines der modernsten Wasserwerke Europas. Es versorgt ebenfalls rund eine Million Menschen unter anderem in Essen, Bochum und Hattingen mit Trinkwasser. (dpa)

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