Rekordkälte

Kälte in NRW: Das waren die frostigsten Winter aller Zeiten

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Der Jahrhundertwinter 2010 bescherte den Menschen in NRW Weiße Weihnacht. (Symbolbild)

Der Jahrhundertwinter 2010 bescherte den Menschen in NRW Weiße Weihnacht. (Symbolbild)

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

NRW.  Der Winter in NRW verlief bislang mild - ebenso wie in den Vorjahren. Doch das war längst nicht immer so. Ein Überblick über die Kälterekorde.

  • Bislang verläuft der Winter in NRW im Jahr 2022 eher mild. Im vergangenen Jahr war der Winter in Nordrhein-Westfalen sogar der zweitwärmste unter den Bundesländern.
  • Zu den kältesten Wintern zählen die Kriegswinter 1942 und 1945. Rekordschneedecken gab es aber auch im Dezember 2010.
  • Seit 2010 sind die durchschnittlichen winterlichen Temperaturen in NRW milder geworden.
  • Hier gibt es die aktuellen Wetter-Aussichten für NRW.

Der Winter im neuen Jahr 2022 verläuft in NRW bislang wechselhaft: im Bergland schneit es an manchen Orten, in vielen Gebieten aber regnet es vorwiegend. Das Klima ist insgesamt mild im Vergleich zu den langjährigen Durchschnittstemperaturen.

„Es zuckert mal ganz kurz an, aber es taut wieder schnell weg“, fasst David Bötzel, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen am Freitagmorgen (7. Januar) die Wetterlage zusammen.

Im vergangenen Winter (2020/2021) war Nordrhein-Westfalen mit einer Durchschnittstemperatur von knapp 3,3 Grad das zweitwärmste Bundesland - direkt hinter dem Saarland. Laut dem Deutschen Wetterdienst gehörte es zudem zu den niederschlagsreichen Gebieten.

Doch das Bundesland verzeichnet auch viele Kälterekorde: Wir haben die kältesten und schneereichsten Winter in NRW gesammelt, nach Auswertungen des Deutschen Wetterdiensts:

  • Zu den kältesten Wintern in NRW zählen die Kriegswinter 1942 und 1945. Die niedrigste Temperatur von -31,2 Grad wurde 1942 im sauerländischen Eslohe gemessen.
  • In den Sechzigern gab es ebenfalls erstaunlich kalte und schneereiche Winter: Viele Orte in NRW waren im Winter 1962/1963 unter einer wochenlangen Schneedecke begraben und erlebten in den drei Monaten Dezember, Januar und Februar fast 50 Tage Dauerfrost. Im Winter 1960/1970 waren es sogar über 60 Frosttage.
  • Viele sprechen vom sogenannten Jahrhundertwinter, wenn sie an den Dezember 2010 zurückdenken - denn er war mit einer durchschnittlichen Temperatur von -2,6 Grad einer der kältesten Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Viele Städte lagen fast den kompletten Monat unter einer Schneedecke, so dick, wie vor über 100 Jahren nicht mehr. Damit hat das Tief Petra den Menschen in NRW einen großen Wunsch erfüllt: flächendeckende Weiße Weihnacht.
  • Die Winter danach fielen bislang deutlich milder aus. Bis 2021 gab es nur noch einen, bei dem die Temperatur unter dem langjährigen Durchschnitt lag: Winter 2012/2013. Alle übrigen Winter verliefen in NRW milder als der Temperaturschnitt.

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Extrem milde Winter in den vergangenen zehn Jahren in NRW

Die Winter 2013/2014, 2015/2016 und 2019/2020 stuft der Deutsche Wetterdienst als „extrem mild“ ein. Im Flachland gab es in der Regel weniger als fünf Tage Schneefall und der Schnee blieb nicht liegen.

Ähnlich mild verlief auch der Winter im vergangenen Jahr 2020/2021. Demnach gab es in den vergangenen zehn Jahren eine deutliche Häufung von milden Wintern oder Wintern mit nur kurzen Kälte- oder Schneeperioden, heißt es vom DWD auf Anfrage dieser Redaktion. Dafür war der April 2021 so kalt, wie seit 44 Jahren nicht mehr.

Winter in NRW: Kältehilfe für Wohnungslose

Obdachlose haben es im Winter besonders schwer. Allein im vergangenen Jahr sind in Deutschland mindestens 22 Menschen auf der Straße erfroren. Auf den folgenden Seiten finden Sie Infos und Hilfe in NRW:

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