WAZ-Aktion

Kind fragt Marco Reus: Muss man als Fußballer schlau sein?

Marco Reus (3 v.l.) bricht lachend zusammen als er die Frage hört: Muss man schlau sein, wenn man Fußballer werden will?

Marco Reus (3 v.l.) bricht lachend zusammen als er die Frage hört: Muss man schlau sein, wenn man Fußballer werden will?

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Dortmund.  „Muss man schlau sein, wenn man Fußballer werden will?“, hat ein Junge auf einer Pressekonferenz gefragt. Das hat der BVB-Star geantwortet.

Die Trikots haben sie aus dem Schrank geholt oder den Lederball auf Hochglanz poliert. Für zu erwartende Autogramme. Und nun stehen sie da im Foyer des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund. 15 Jungen und Mädchen, die beim Gewinnspiel der WAZ mitgemacht haben, bei dem es einen Platz in einer echten Pressekonferenz der Fußball-Nationalmannschaft zu gewinnen gab. Die Vorfreude ist groß, die Aufregung noch ein wenig größer. „Da hat es sich wirklich gelohnt, aufmerksam die Zeitung zu lesen“, sagt eine Mutter, die ihren Sohn begleitet.

Das ist zu verrückt, um es sich auszudenken

12.30 Uhr ist es geworden, und die Kinder haben mit ihren Eltern Platz genommen vor der Podium im Museum. Erste Reihe, viel näher geht es nicht. Die „echten“ Reporter jedenfalls sitzen viel weiter hinten. Henri – im Dortmund-Trikot – kann es kaum noch erwarten. „Fußballbegeistert“, nennt ihn seine Tante. „Er kennt jede Aufstellung.“ Deshalb hat sie mitgemacht beim Gewinnspiel. „Als die Nachricht kam, dass wir gewonnen haben, hat sich der Junge unglaublich gefreut.“

Das haben sie alle, die hier sitzen, obwohl der Gewinn ja mit ein wenig Arbeit verbunden war. Für die Kinder und für Ihre Eltern. Der Nachwuchs musste sich eine Frage ausdenken, Papa und Mama in der Schule fragen, ob es früher freigibt. Hat fast immer „besser geklappt als gedacht“. Nur manchmal herrschte Ungläubigkeit im Schulsekretariat. „Eine Pressekonferenz mit der Nationalmannschaft? Ja, klar.“ Am Ende aber, sagt Mutter Christina Kasper, „hat jeder gemerkt, dass das zu verrückt ist, um es sich auszudenken.“

Reus zieht immer zuerst den rechten Schuh an

12.45 Uhr wird die Unruhe größer. In schwarzer Trainingsjacke und kurzer schwarzer Hose, kommen drei Nationalspieler die Treppe herunter. „Ja“, sagt Johannes (11) und dreht sich zu seiner Mutter um. „Ich hab doch gesagt, dass Marco Reus kommt.“ Mit ihm nehmen Kai Havertz und Serge Gnabry auf der Bühne Platz. „Wir machen hier Fridays for Mannschaft“, scherzt Jens Grittner, Pressesprecher der Nationalelf. Man werde mit den Fragen der Kinder beginnen, aber die werde nicht er vorlesen, sondern jeder Gewinner selbst. Mit Mikrofon. Viele schlucken, schauen ratlos zu Mutter oder Vater. Von hinten gibt es emporgereckte Daumen und Zuspruch. „Das schafft ihr schon.“

Tun sie auch. Finn macht den Anfang, will wissen, ob das Trio Rituale vor dem Spiel hat. Reus nickt. „Immer erst den rechten Schuh anziehen.“ Mit so etwas können die anderen beiden nicht dienen. Sie hören Musik in der Kabine. Nun geht es Schlag auf Schlag. „Spielt ihr FIFA?“, will Lena wissen, ob die Profis auch an der Playstation über den Rasen flitzen. „Manchmal“, antwortet Reus und gibt zu, dass er jüngst erst gegen Havertz verloren hat. „Unglücklich“, versteht sich.

Habt ihr einen festen Friseur?

Die Laune steigt mit jeder Frage. Ärger im Heimatverein, Stammplatz bei der EM 2020 – alles kein Thema. Hier wird gefragt, was sonst nie gefragt wird. „Habt ihr einen festen Friseur?“ „Ja“, sagt Havertz. „Nervt es berühmt zu sein?“ „Nein“, sagt Havertz. „Wie werde ich Fußball-Profi?“ „Immer an dich glauben“, rät Havertz.

Die Frage des Tages aber ist eine ganz andere. „Muss man schlau sein, wenn man Fußballer werden will?“ Reus kriegt einen Lachkrampf, braucht Zeit für die Antwort. Kurz zeigt er auf sich und seine Kollegen. „Wie man sieht, muss man das nicht“, sagt er, gibt dann aber noch eine echte Antwort. „Du hast mittlerweile immer weniger Zeit im Spiel, um Situationen zu erkennen und musst schnell denken. Du musst also schlau sein im Kopf, was das Fußballspielen betrifft. Alles andere sei mal dahingestellt.“

Nach einer Viertelstunde ist Schluss. Später kommen die Nationalkicker für Selfies und ein Gruppenfoto zu ihren jungen Fans. Handy-Kameras klicken und surren, Filzstifte werden aus den Taschen gekramt. „Kann ich ein Autogramm auf mein Trikot haben?“ Aber klar.

Die Eltern sind begeistert. „Sehr sympathisch“, finden sie das Fußballer-Trio. Ein kurzes Winken, dann sind die drei weg. Erste Bilanzen werden gezogen. Und die fallen ebenso kurz wie eindeutig aus. „Das war“, sagt Leandros (10) aus Bochum, „echt cool.“

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