Unwetter

Land unter in Wuppertal und Teilen des Ruhrgebiets

In Wuppertal brach das Dach einer Tankstelle unter den Regenmassen zusammen.

In Wuppertal brach das Dach einer Tankstelle unter den Regenmassen zusammen.

Foto: Holger Battefeld

Ruhrgebiet/Wuppertal.   Wuppertal trifft das Unwetter vom Dienstagnachmittag besonders. Aber auch im westlichen Ruhrgebiet laufen Keller, Straßen und Geschäfte voll.

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Es dauerte nur einige Minuten, aber die Bilder erinnerten an die der letzten Überschwemmungen von Elbe oder Donau: Straßen, durch die das Regenwasser fließt wie durch ein Flussbett. Fenster bis zum Riegel unter Wasser. Autos, die hilflos treiben und vor hochgespülte Gullydeckel stoßen, aus den Abflüssen sprudelt das Wasser wie aus Springbrunnen. Umgestürzte Bäume, ein Einkaufszentrum, durch dessen Untergeschoss die Topfpflanzen schwimmen, ein Uni-Campus, wo die Decke herunterkommt.

Tankstellen-Dach bricht über Autos zusammen

Das ist Wuppertal am Dienstagnachmittag, kurz nach dem Durchzug des ersten schweren Hitzegewitters. „Die komplette Stadt steht unter Wasser“, sagt ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen. Der Bahnhof dicht, die Schwebebahn still, das Dach einer Tankstelle bricht unter den Regenmassen zusammen. Aus dem Kleinwagen, der unter ihm zerdrückt wird, kann sich ein Mann aus Oberhausen leicht verletzt retten.

Die Wetterdienste hatten vorgewarnt: Bis zu Stufe vier, der schwersten, könnten die Unwetter erreichen, die von Aachen her, das einmal mehr schwer getroffen wird, über das Ruhrgebiet ziehen sollen. In der Eifel, im Bergischen Land und auch im Sauerland laufen zuerst die Keller voll, überflutet der Regen die Straßen. Mancherorts fallen 20 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter, wie der DWD mitteilt. Punktuell seien es sogar 60 bis 80 Liter gewesen, heißt es.

In Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund verdunkeln gegen vier Uhr schwarze Wolken die bis dahin sengende Sonne, Bäume biegen sich im Wind. Doch bleibt der ganz große Einsatz für die Feuerwehr hier aus. Es ist Duisburg, wo am späten Nachmittag Straßen volllaufen, unter anderem die Unterführung der A 59 in der Innenstadt. In der Königsgalerie steht das Wasser zentimeterhoch, am City Palais reißen die Böen Teile der Markisen ab. Die Polizei twittert, dass das Wasser im Keller ihres Präsidiums steht. Nach dem ersten Starkregen stellt die Bahn den Zugverkehr zwischen Oberhausen und Duisburg ein, überall im Revier gibt es Verspätungen. In Oberhausen wird eine Frau in der Nähe des Bero-Zentrums durch einen Blitzeinschlag leicht verletzt.

Im Mülheimer Einkaufszentrum laufen Geschäfte voll

Auch im Mülheimer Einkaufszentrum „Forum“ in der Innenstadt bricht der Regen sich Bahn, mehrere Geschäfte laufen voll, Teile der Deckenverkleidung brechen herab. Der Busbahnhof muss teilweise gesperrt werden, in einer Unterführung steht das Wasser bis zu einen Meter hoch.

In Solingen muss die Gedenkfeier für die fünf Opfer des Brandanschlags vor 25 Jahren wegen des Unwetters abgebrochen werden.

Auch in den kommenden Tagen bleibt es turbulent. Die Wetterdienste warnen weiterhin vor Gewittern und Starkregen – aber heiß wird es auch bleiben. Der Regen vom Dienstag hat nur vorübergehend etwas Abkühlung gebracht, auch heute könnten es wieder 30 Grad werden. Und die Waldbrandgefahr steigt.

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