Winterräumdienst

Schneeglätte bremst den Verkehr aus

Foto: WP

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Hagen/Brilon/Schwelm. Montagmorgen: heftiger Schneefall, blinkendes Eis, Straßenglätte. Verärgerte Autofahrer. 250 Kilometer Stau auf den Autobahnen in NRW. Stockender Verkehr auf fast allen Bundes- und Landesstraßen. Mehr als 100 Unfälle landesweit.

Der Schnee bringt selbst die Brummis ins Rutschen. Bei Beckum legt sich auf der A 2 ein Lastwagen auf die Seite. Ein Skoda rast in den Auflieger. Der 35-jährige Fahrer ist eingeklemmt und schwer verletzt. Er muss durch die Feuerwehr befreit werden. Auf der A 30 fährt ein Lkw in die Mittelleitplanke. Beide Autobahnen sind für Stunden blockiert. Bei Geseke überschlägt sich ein BMW. Der 55-jähriger Fahrer wird aus dem Wagen geschleudert. Der Paderborner verletzt sich schwer. In Bochum wird am Montagmorgen ein Polizist von einem rutschenden Pkw erfasst und umgerissen. In Dortmund landet ein Wagen nach einem Überschlag kopfüber auf den Straßenbahnschienen. Die Insassen kommen mit dem Schrecken davon.

Mehr als 100 Unfälle

Insgesamt kracht es wegen des erneuten Wintereinbruchs in NRW an allen Ecken und Enden. Dortmund meldet 18 Verkehrsunfälle zwischen Sonntag, 21 Uhr, und Montag, 5 Uhr. Zwei Verletzte, 150 000 Euro Schaden. Im Kreis Unna ereignen sich im Berufsverkehr 15 witterungsbedingte Unfälle. Der Kreis Warendorf meldet zwölf Einsätze, Münster 19. Im Kreis Soest registriert die Polizei 30 Karambolagen. In Belecke wird ein Streifenwagen der Polizei bei der Absicherung einer Unfallstelle leicht beschädigt, als sich ein Autofahrer an dem Wagen vorbeischlängeln will. Im Kreis Olpe nimmt die Polizei vier Blechschäden auf. Im Märkischen und im Hochsauerlandkreis haben sich die Verkehrsteilnehmer offensichtlich auf den Winter eingestellt. In den Polizeiprotokollen finden sich keine Unfälle.

Es ist Winter

„Es ist Winter, und das beunruhigt hier niemanden”, stellt Frank Lübke wie zur Bestätigung fest. Frank Lübke ist der Leiter der Straßenmeisterei in Winterberg und seit Montagmorgen 3 Uhr mit seinen Leuten im Einsatz. Ebenso sieht es in den anderen 14 Straßenmeistereien in Südwestfalen aus. 18 684 km Straßen und 2189 km Autobahnen müssen jeden Tag in NRW von Schnee und Eis werden. Überall sind die Streuwagen mit ihren breiten Schneepflügen auf Achse.

Schneedienst

Ob in Lüdenscheid, Brilon, Schwelm, Hagen oder Iserlohn: 524 Lkw und schwere Geräteträger sowie 60 Schneefräsen sind täglich im Schneedienst unterwegs. Aber auch sie stehen still, wenn andere Lkw oder Pkw im Winter an kleinen Steigungen hängen bleiben. Auf den Autobahnen bremst der zähfließende starke Montagverkehr die Schneeschieber immer wieder aus. Die Folge: Der Schneematsch bleibt auf der Fahrbahn liegen. Autofahrer rutschen und schimpfen auf die Männer vom Winterdienst.

Eisiger Eberhard

Trotzdem lassen sich die Räum-Mannschaften die Laune nicht vermiesen - auch nicht vom Tief Ina. Das Streugut für die nächsten zwei Wochen ist gebunkert. Selbst wenn das eisige Hoch Eberhard von Osten her anrückt, reichen Salz und Sole aus, um den weißen Rutschbelag von den Straßen zu schmelzen. „Nur bei Dauerschneefall”, so Michael Klauke von der Straßenmeisterei Meschede, „dauert der Einsatz länger.”

Taumittelsprühanlage

Völlig sorgenfrei geht es dagegen auf der A 45 zu: Hier ist im Sauerlandaufstieg - zwischen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord - eine feste Taumittelsprühanlage installiert.

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