Wohnungen

Studie zum Wohnungsmarkt: In NRW wird zu wenig gebaut

Auch wenn fleißig gebaut wird – wie hier in Mülheim – fehlen in Nordrhein-Westfalens Großstädten massiv Wohnungen. Teilweise ist der Bedarf nicht mal zur Hälfte gedeckt. Das ergab eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Auch wenn fleißig gebaut wird – wie hier in Mülheim – fehlen in Nordrhein-Westfalens Großstädten massiv Wohnungen. Teilweise ist der Bedarf nicht mal zur Hälfte gedeckt. Das ergab eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Foto: Martin Möller / Martin Möller / Funke Foto Services

Essen.  Um den Wohnungsmarkt in NRW ist es nicht gut bestellt: Zu wenige Wohnungen werden neu gebaut. Stark betroffen sind Städte wie Köln und Dortmund.

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In NRW fehlt es massiv an Wohnraum, weil zu wenige Wohnungen gebaut werden. Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Der Bedarf an Neubauwohnungen in Köln ist demnach seit 2016 nicht einmal zur Hälfte gedeckt worden (46 Prozent).

Die Autoren der Studie verglichen die Zahl fertiggestellter Wohnungen mit dem Bedarf, den sie anhand von Faktoren wie Bevölkerungsentwicklung und Leerständen schätzten. So wurden in Köln zwischen 2016 und 2018 im Jahresschnitt rund 3100 Wohnungen, der tatsächliche Bedarf wurde aber auf knapp 6900 geschätzt.

Wohnungsnot in NRW – Köln und Dortmund besonders betroffen

In Düsseldorf wären 3100 neue Wohnungen nötig gewesen, knapp 2700 Wohnungen wurden im Schnitt pro Jahr fertiggestellt, eine Abdeckungsquote von 85 Prozent. In den Städten Dortmund (59 Prozent), Münster (61 Prozent) und Bonn (72) war der Bedarf an Neubauwohnungen ebenfalls groß. Gebaut wird im Ruhrgebiet aber durchaus: Großprojekte liefern tausende neue Wohnungen fürs Revier.

In Mettmann bei Düsseldorf waren es - ähnlich wie in Köln - nur 49 Prozent. Allerdings: Je kleiner die Kommunen, desto weniger aussagekräftig die Prozentsätze, da sich einzelne Bauprojekten stark auswirkten auf die prozentuale Statistik.

Gründe für die Misere sind der hohe Zuzug in die Städte, das knappe Personal in Bauämtern, strenge Vorschriften und der Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft. „Man kommt mit dem Bauen nicht hinterher“, sagt Studienautor Ralph Henger.

Studie zur Wohnungsnot – Autoren empfehlen finanzielle Untersützung der Kommunen

Die Städte müssten sich anstrengen, um die Mietenentwicklung zu bremsen, mahnen die Autoren. Entscheidend hierfür sei in den Metropolen die Bereitstellung von Bauland, um Investoren anzulocken. Zudem sollten mancherorts alte Gebäude umgebaut werden, anstatt neue zu errichten.

Auch sollten der Bund und das Land finanziell klamme Städte wie Köln stärker unterstützen, etwa beim Ausbau des Nahverkehrs. Wenn das Umland besser angeschlossen wäre, würden das Wohnen dort attraktiver und die Großstädte entlastet.

Wohnungssituation auf dem Land etwas entspannter

Ganz anders sieht es auf dem Land oder in kleineren Städten aus: Dort wird mancherorts zu viel neu gebaut, etwa im Hochsauerlandkreis, in Höxter und in Remscheid. So wurden beispielsweise im EN-Kreis 26 Prozent mehr Wohnungen gebaut. „Obwohl es auf dem Land viel Leerstand gibt, entstehen relativ viele Neubauten, die bevorzugt werden, obwohl Umbauten im Altbestand vielerorts sinnvoller sind“, sagt Studienautor Henger.

Durch Neubaugebiete vor den Türen von Kleinstädten verlieren Stadt- und Dorfzentren an Bedeutung und das Leerstand-Probleme verschärfe sich da. „Kommunen auf dem Land fernab der Metropolen sollten ein besseres Flächenmanagement betreiben, um attraktiv zu bleiben und Leerstände in der Ortsmitte zu vermeiden.“

Der Grundsatz „Umbau vor Neubau“ sei hier wichtig. In einem Drittel der deutschen Kreise sollte „die Bautätigkeit im Neubau gebremst werden, um ein Überangebot zu vermeiden“, heißt es in der Studie. (mein/dpa)

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