Hilfsinitiative

„Wir im Revier“ hilft Opfern der Krise nun auch mit Laptops

Das Logo der Hilfsinitiative

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Ruhrgebiet.  Die Hilfsinitiative „Wir im Revier“ hat schon 100.000 Euro an Corona-Krisenopfer verteilt und nun auch Computer. Schlagen Sie uns Bedürftige vor!

Mit rund 100.000 Euro hat die Hilfsaktion „Wir im Revier“ inzwischen Menschen helfen können, die durch die Corona-Krise in Not geraten sind. Nun kommt eine neue Möglichkeit der Unterstützung hinzu: Ab sofort gibt die Initiative gemeinsam mit dem Unternehmen Medion auch Gutscheine aus – für Laptops und andere digitale Geräte. Damit die jungen Revierbürger auch nach den Ferien von zuhause aus lernen können.

Die nette Nachbarin, die Familie B. aus Essen für „Wir im Revier“ vorschlug, muss den Streit der

Geschwister wohl gehört haben: „Die haben sich um den Kasten gekloppt“, sagt deren Mutter. Ein altes Schätzchen von Computer stand in ihrem Wohnzimmer, zu schwach, als dass die Jugendlichen digital am Schulunterricht teilnehmen konnten. „Ein klappriges Gerät“, sagt selbst die Diakonie, die die Bedürftigkeit der Familie für „Wir im Revier“ prüfte. Die alleinerziehende Mutter, die ihren schlecht bezahlten Job mit Sozialhilfe aufstocken musste, hatte wegen die Corona die Kündigung bekommen.

„Die Menschen denken noch aneinander“

Aber die Klausuren! Die Recherchen für das nächste Referat! Ein Antrag beim Amt auf einen neuen PC wurde abschlägig beschieden. „Gibbet nich’“, sagt die Mutter, die doch so stolz ist auf ihre beiden, denen sie etwas Besseres bieten will als ihr eigenes Leben. Von „Wir im Revier“ bekamen sie schließlich sogar zwei Laptops und noch einen Drucker dazu. „Mega-gefreut“ hat sich das Trio: „Dass uns überhaupt mal jemand etwas schenkt!“, sagt die Mutter, die etwas daraus gelernt hat: „Die Menschen denken doch noch aneinander.“

Und das ist genau der Sinn hinter der Hilfsaktion, die zu Ostern von Funke Medien NRW, wozu auch diese Zeitung gehört, der Business Metropole Ruhr und mehreren großen Stiftungen und Unternehmen aus dem Ruhrgebiet aus der Taufe gehoben wurde: dass Menschen Menschen helfen, indem sie sie vorschlagen für „Wir im Revier“. So vielen konnte inzwischen geholfen werden, mit bis zu 1000 Euro, manchmal auch mit

kleineren Beträgen, die wenigstens ein bisschen ersetzen von dem, was so viele seit dem Lockdown verloren haben.

Familienväter, deren Gehalt nicht mehr reicht

Studenten sind das, die ihr Studium nicht mehr finanzieren können, Minijobber, die ihren Minijob nicht mehr ausüben können, Solo-Selbstständige, denen alle Aufträge oder Auftritte weggebrochen sind. Kurzarbeiter, die nicht mehr auskommen, Familienväter, deren Gehalt nicht zum Leben reicht, Mütter, deren Job in der Gastronomie, in der Spielhalle, in der Nachmittagsbetreuung es nicht mehr gibt.

Viele waren unter ihnen, denen der Staat schon hilft– aber eben nicht genug, um moderne technische Ausrüstung für Schüler anzuschaffen, die in der Krise deshalb schnell nicht mehr mithalten konnten. Deshalb gibt es nun die Gutscheine: Für 500 Euro dürfen sich Ruhrgebietsbürger, deren Antrag bewilligt wurde, nach Beratung bei Medion alles aussuchen, was es für das Homeschooling braucht.

Kooperation mit den Essener Unternehmen Medion

Man sei als Unternehmen aus dem Herzen des Ruhrgebiets fest mit der Region und den Menschen hier

verbunden, sagt dazu das Unternehmen selbst. „Daher freuen wir uns, dass wir eine großartige Initiative wie ‚Wir im Revier‘ unterstützen können, die in Not geratenen Menschen unter die Arme greift.“

Für Thomas Kloß, Verlagsgeschäftsführer von Funke NRW, ist es wichtig, „dass wir mit dieser Aktion jungen Menschen und Auszubildenden Zugang zu zeitgemäßer Technik ermöglichen können, die sie für modernes Lernen oder Ihre Ausbildung zwingend benötigen“. Trotzdem, mahnt Kloß, sollte die digitale Situation an den Schulen aber auch unbedingt von Land und Bund vorangetrieben werden.

Nun kann zielgerichtet geholfen werden

Auffallend viele Corona-Betroffene haben sich bislang mit dem Problem der digitalen Ausrüstung an die Hilfsinitiative gewandt. Nun endlich kann ihnen zielgerichtet geholfen werden. Die Kooperation mit Medion passe genau in das Konzept von „Wir im Revier“, freut sich Helga Siemens-Weibring vom Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V.

Diakonie und Caritas übernehmen für die Aktion Auswahl und Prüfung der Bewerber sowie die Organisation der Hilfe. „Wir verteilen nicht wahllos irgendwelche IT-Geräte.“ Es würden Familien ausgewählt, „die sich eine notwendige IT-Ausstattung für Schule und Ausbildung nicht leisten können“. Die Betroffenen können sich selbst – nach Beratung – die passenden Geräte aussuchen. „So wird Hilfe zur Selbsthilfe auch in Corona-Zeiten möglich.“

Die Vorschläge/Bewerbungen können weiterhin über die Internetseite www.wir-im-revier.de eingereicht werden. Wer einen Technikgutschein wünscht, schreibe das Stichwort „Technikgutschein“ bitte dazu.

>>INFO: SCHLAGEN SIE MENSCHEN VOR, DIE UNSERE HILFE BRAUCHEN

Die Hilfsinitiative „Wir im Revier“ wurde von der Funke Mediengruppe NRW gemeinsam mit der Business Metropole Ruhr ins Leben gerufen. Mit dabei sind die Brost-Stiftung, die RAG-Stiftung und die Stiftung Mercator, der Regionalverband Ruhr, die Wohnungsunternehmen Vivawest und Vonovia, Thyssenkrupp Steel, der Bauunternehmer Goldbeck und die Buchhandlung Thalia Mayersche. Sie alle haben großzügig Geld gegeben, um Menschen zu unterstützen, die durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Not geraten sind. Nachbarn, Freunde, Verwandte können Bedürftige über ein Formular auf der Internetseite vorschlagen. Caritas und Diakonie prüfen die Angaben und übernehmen die Auszahlung bzw. Verteilung.

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