Spiritueller Sommer

300 Veranstaltungen beim Spirituellen Sommer in Südwestfalen

Besondere Orte und Wege erkunden beim Spirituellen Sommer in Südwestfalen.

Foto: © Klaus-Peter Kappest

Besondere Orte und Wege erkunden beim Spirituellen Sommer in Südwestfalen. Foto: © Klaus-Peter Kappest

Schmallenberg.  Der Spirituelle Sommer verbindet Kirchen, Touristiker, Künstler und viele Ehrenamtliche zu einem Netzwerk, das ganz Südwestfalen erreicht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Spiritualität ist als Standortfaktor noch einigermaßen unerforscht. Deshalb übernimmt das Regionale-Netzwerk „Wege zum Leben“ mit dem Spirituellen Sommer in mehrfacher Hinsicht Pionierfunktion. Einerseits werden angesagte Stichworte wie Innehalten und Entschleunigung zum Thema für den Tourismus, andererseits wirken erstmals Kirchen konfessionsübergreifend mit Touristikern zusammen, dazu sind Kultureinrichtungen und viele Ehrenamtliche im Boot.

300 Veranstaltungen an 90 Orten bietet der Spirituelle Sommer 2017, der am 1. Juni eröffnet wird. Damit ist es in der sechsten Auflage der Reihe gelungen, das spirituelle Potenzial der Region breit gefächert zu erkunden, über Kreis- und Kirchturmgrenzen hinweg von Soest bis Wilnsdorf und inhaltlich einen Bogen spannend vom Reiten im Mondschein bis zum Obertonkonzert.

Breite Resonanz

„Die vielen Facetten sind uns wichtig“, unterstreicht Projektleiterin Susanne Falk. „Die katholische Wallfahrt nach Werl steht neben der spirituellen Wanderung, und es halten auch beide miteinander aus. Das ist das eigentliche Wunder, dass alle Akteure das mittragen.“ Von Wunder sprechen die Initiatoren nicht ohne Grund. Denn als der Spirituelle Sommer als Regionale-Projekt startete, war nicht abzusehen, welche breite Resonanz das Thema in den Städten und Dörfern finden würde und wieviele Menschen aus Kirchen, Kultur, Heimatvereinen und Gesundheitsberufen sich beteiligen würden. „Wir können gar nicht alle aufnehmen, wir müssen leider sogar Angebote ablehnen“, bedauert Susanne Falk. „Aber es kommen auch immer neue dazu, so jetzt ein Schnupperkurs Obertongesang in Meschede-Blüggelscheidt. Es freut mich immer, wenn in diesen kleinen Gemeinden was passiert.“

Der Spirituelle Sommer hat es sich zur Aufgabe gemacht, besondere Orte in Südwestfalen neu zu entdecken. Damit sind nicht nur die Klöster und Kirchen gemeint, sondern auch Landmarken und Wege. Das Bedürfnis, sich gemeinsam auf diese Entdeckungsreise zu begeben, ist groß. Und die Menschen, die dahinter stehen, öffnen sich Anregungen aus anderen Glaubensgemeinschaften. Die islamischen Gemeinden waren von Anfang an mit dabei. „Wir wollen Vorurteilen entgegenarbeiten“, betont Susanne Falk. „Das sind so kleine Punkte, wo man mal zusammenkommen kann, ohne dass dieses Damoklesschwert der Weltpolitik über einem hängt, das machen wir bewusst weiter.“

Getragen wird das Netzwerk unter anderem vom Erzbistum Paderborn, den sechs Dekanaten in Südwestfalen, den Ev. Kirchenkreisen Wittgenstein und Arnsberg, dem Sauerländer Heimatbund sowie der Kur- und Freizeit GmbH Schmallenberg.

Kunst aus Licht

Impulse gibt es beim Spirituellen Sommer durch eine Reihe von Kunstaktionen unter dem Thema Licht. So installiert der Bildhauer Ulrich Möckel sein Sternenhaus im Schlagschatten der Kirche in Schmallenberg-Wormbach. Dazu gibt es ein interkulturelles Begleitprogramm zum Thema Sternenhimmel aus jüdischer, christlicher, islamischer und künstlerischer Sicht. Der renommierte Lichtkünstler Max Sudhues kehrt zu seinen Wurzeln zurück, um die Christuskirche in Arnsberg-Neheim einen Abend lang in eine leuchtende Raumskulptur zu verwandeln.

Nikola Dicke bietet in Bestwig und Meschede-Eversberg Jugendkunstprojekte an, während Martina Muck in Schmallenberg-Holthausen eine partizipatorische Erinnerungs-Installation aus Gefäßen komponiert, die von den Menschen dafür abgegeben werden können. Die Arnsberger Künstlerin Hildegard Scheffer zeigt Fotografien der Engelszeichnungen, die sie auf der Insel Lesbos auf die Reste von Flüchtlingsboot-Planken gemalt hat. Die Planken selbst sind nach ihrer Verwandlung in ein Kunstwerk immer über Nacht verschwunden.

„Der kulturelle Schwerpunkt ist wichtig, weil er Input von außen und damit neue Ideen bringt. Wir wollen uns ja weiterentwickeln, wir wollen nicht stehenbleiben“, hebt Susanne Falk hervor.

Das Programmheft zum Herunterladen und alle Termine:

www.wege-zum-leben.com

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Mehr zum Thema
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik