Krankenhaus Haspe

90 Patienten mussten Krankenhauszimmer nach Brand verlassen

Ein Großaufgebot der Hagener Feuerwehr wurde am Montag zum Mops gerufen. Die Bekämpfung des Schwelbrandes dauerte fünf Stunden.

Foto: Michael Kleinrensing

Ein Großaufgebot der Hagener Feuerwehr wurde am Montag zum Mops gerufen. Die Bekämpfung des Schwelbrandes dauerte fünf Stunden.

Haspe.   Ein Brand im Krankenhaus Haspe hat einen Großeinsatz ausgelöst. Fünf Stunden lang löschten 100 Feuerwehrleute einen tückischen Schwelbrand.

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Ein Feuer im ersten Stock hat am Montagmorgen den Betrieb im evangelischen Krankenhaus Haspe nahezu lahmgelegt. Durch den Schwelbrand im Boden auf der Station für Innere Medizin wurden zahlreiche Räume verraucht, 89 Menschen mussten evakuiert werden und wurden in nicht verqualmten Räumen der Klinik betreut. Nach Angaben der Feuerwehr kam jedoch niemand zu Schaden. Über die Höhe des Sachschadens gab es bislang keine Angaben.

Für die Hagener Feuerwehr hatte die Alarmierung einen Großeinsatz zur Folge, über 100 Kameraden der Berufswehr und der freiwilligen Einheiten beteiligten sich an der Bekämpfung des Brandes. Und die gestaltete sich schwierig und aufwändig, zwischen der Alarmierung um 11 Uhr und dem Abschluss der Arbeiten um 16 Uhr lagen fünf Stunden.

Im Hasper Krankenhaus brannte es zwischen Erd- und Obergeschoss

Denn die Einsatzkräfte mussten nicht gegen offene Flammen vorgehen, sondern einen tückischen Schwelbrand in der Decke zwischen Erd- und erstem Obergeschoss unter Kontrolle bringen. Rosshaar, das dort als Dämmmaterial ausgelegt war, sowie hausinterne Versorgungsleitungen u.a. für Sauerstoff gaben dem Brand immer neue Nahrung. Die Feuerwehrleute rissen den Boden mit Stemmeisen und Presslufthämmern auf, um an die immer wieder aufglimmenden Bereiche zu gelangen. „Das ist Handarbeit und ex­trem aufwändig“, kommentierte Feuerwehrsprecher Dennis Hoff die Aufgabe.

Der Brand beschränkte sich zwar auf einen Raum, der durch Zwischenwände getrennt war. Durch die enorme Rauchentwicklung wurden jedoch weite Bereiche der darüber liegenden Etagen in Mitleidenschaft gezogen, was die Räumung der betroffene Flure und Zimmer erforderlich machte.

Evakuierung hat gut funktioniert

Laufende Operationen wurden nach Angaben von Dr. Harald Hoselmann, Chefanästhesist und ärztlicher Leiter der Klinik, zu Ende gebracht, weitere vorgesehene Eingriffe konnten rechtzeitig abgesagt werden. „Glücklicherweise lief gerade keine mehrstündige OP, da wäre es schwierig geworden“, sagte der 58-jährige Mediziner: „Ich habe in meiner Laufbahn 20 oder 30 Feueralarme mitgemacht, aber es hat höchstens ein Papierkorb gebrannt. So etwas hier ist neu für mich.“

Die Evakuierung des Hauses lief wie am Schnürchen. Vier Patienten, die auf Beatmungsapparate angewiesen waren, mussten kurzzeitig über transportable Sauerstoffgeräte versorgt werden. Vorsorglich wurden zwei Patiententransportzüge aus Bochum und Dortmund mit 28 Fahrzeugen und 44 Kräften angefordert, sie bezogen am Feuerwehrhaus in Haspe Station. Letztlich musste aber nur ein Patient in ein anderes Haus verlegt werden.

Feuerwehr und Krankenhaus dementieren Gerüchte um defekte Brandmelder

Personal und Patienten hätten sich hervorragend und diszipliniert verhalten, war Hagens Feuerwehrchef Veit Lenke voll des Lobes: „Die Zusammenarbeit mit meinen Leuten hat wunderbar funktioniert.“ Ausgelöst worden war der Brand offenbar durch Bauarbeiten, die infolge der Anfang Februar erfolgten Schließung der geburtshilflichen Abteilung angeordnet worden waren.

Gerüchte, wonach die Brandmeldeanlage der Klinik ausgefallen sei, dementierte sowohl das Krankenhaus als auch die Feuerwehr. Lediglich im Umkreis der Bauarbeiten seien die Brandmelder abgeschaltet gewesen, so Lenke. Dies sei aber ein völlig normaler Vorgang. Die Baufirma und die Klinik hätten die Feuerwehr alarmiert, fügte der Feuerwehrchef hinzu.

Klinikleitung: Brand hat keine schwerwiegenden Auswirkung auf Betrieb

Die Klinikleitung verneinte am Montag, dass der Brand schwerwiegende Auswirkungen auf die täglichen Abläufe haben wird. Eine Station, die wegen Umbaumaßnahmen nicht belegt ist, wird so hergerichtet, dass sie schnellstmöglich zur Verfügung steht. „Wir gehen davon aus, dass ab Dienstag unser Krankenhaus wieder im Normalbetrieb laufen kann“, so Geschäftsführer Olaf Heinrich.

Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) rea­gierte jedoch auf den Brand in Haspe mit einer Verstärkung der Kapazitäten „in Personal und Betten“, da man mit einem erhöhten Patientenaufkommen rechne, teilte die nur wenige Kilometer von dem Hasper Haus entfernte Klinik mit.

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