Unglück

Absturz mit drei Toten: Kleinflugzeug im Sauerland gestartet

An der Fassade eines Baumarktes liegen die Trümmer des Kleinflugzeugs, das dort abgestürzt ist.

An der Fassade eines Baumarktes liegen die Trümmer des Kleinflugzeugs, das dort abgestürzt ist.

Foto: Uli Deck / dpa

Bruchsal/Finnentrop.  Missglückter Landeversuch: Eine Familie ist bei einem Flugzeugabsturz gestorben. Die Maschine war in Heggen stationiert.

Tragischer Flugzeugabsturz am Samstag im baden-württembergischen Bruchsal: Ein vom Flugplatz Finnentrop-Heggen aus gestartetes Kleinflugzeug stürzte auf das Gelände eines Baumarktes ab, vermutlich das Ende eines missglückten Landeversuches. Alle drei Insassen kamen ums Leben. Dabei handelt es sich der Polizei in Karlsruhe zufolge um eine Familie aus Bayern, den 80-jährigen Piloten der Maschine, seine 60-jährige Lebensgefährtin und den 32-jährigen Sohn.

Nach Angaben des Luftsportclubs Attendorn-Finnentrop, Karl-Dieter Lerch, gehörte das Flugzeug einer dreiköpfigen Haltergemeinschaft, die die Maschine auch in Heggen stationiert hatte. Zwei von ihnen seien zwischenzeitlich Mitglieder des Luftsportclubs geworden, nachdem sie vor einigen Jahren aus Bayern nach NRW verzogen seien, aber nicht in den Kreis Olpe. Der verunglückte 80-Jährige sei nicht Mitglied im LSC gewesen.

Die Maschine war in Heggen gestartet, um nach Dachau zu fliegen. Gegen 13 Uhr der Schockmoment: Kunden des Baumarktes in Bruchsal erleben, wie die Maschine gegen die Fassade des Geschäftes prallt. Sie hatten Glück im Unglück: Weder Mitarbeiter noch Kunden wurden bei dem Aufprall verletzt. Allerdings hätten vier Menschen aus dem Baumarkt von Seelsorgern betreut werden müssen. Während des Unglücks hielten sich mehrere hundert Menschen in dem Laden auf.

Ermittlungen zur Ursache

Einem Sprecher der Polizei Karlsruhe zufolge gibt es Hinweise, dass es sich um einen missglückten außerplanmäßigen Landeversuch auf der Piste des benachbarten Flugplatzes gehandelt hat. Dieser liegt nur wenige Hundert Meter vom Baumarkt entfernt. Eigentlich dürften dort nur Mitglieder des örtlichen Luftsportvereins starten und landen. Fremnde müssten sich vorab eine Genehmigung per Funk einholen. Das sei in dem Fall nicht passiert, wie Peter Huber, Flugleiter des Platzes, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtete. Seine Kollegen hätten noch versucht per Funk Kontakt zu den Insassen aufzunehmen – ohne Erfolg.

„Ich habe schnell gemerkt, da stimmt was nicht“, sagte Huber gegenüber der dpa. „Die Maschine hat beim Versuch der Landung noch einmal durchgestartet.“ Das Flugzeug sei daraufhin auf eine Gruppe Vereinsmitglieder zugeflogen, die rechtzeitig zur Seite springen konnten. Danach durchschlug die Maschine einen Zaun und prallte anschließend gegen die Wand des Baumarktes.

Bei der Maschine handelt es sich um einen Tiefdecker, überwiegend aus Holz gebaut, vom Hersteller SAN (Societé Aeronautique Normandie) vom Typ Jodel DR 1050.

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