Volksfest

Allerheiligenkirmes – ein Wirtschaftsfaktor für Soest

679. Allerheiligenkirmes in Soest

Eindrücke von der 679. Soester Allerheiligenkirmes.
Fr, 04.11.2016, 14.55 Uhr

679. Allerheiligenkirmes in Soest

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Hagen/Soest.   In Soest beginnt die Allerheiligenkirmes, die nicht nur Besuchern Freude bereitet: Der Schaustellerbund hat den Wert von Volksfesten bemessen.

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Es geht rund. Fünf Tage lang dreht sich alles in Soest auf der Allerheiligenkirmes. Ein großer Spaß für Besucher – aber auch eine Freude für Kommunen und Schausteller.

678. Soester Allerheiligenkirmes

Die 678. Soester Allerheiligenkirmes sorgt für neue Rekorde. Fünf Tage im November bei Frühlingstemperaturen. Rund eine Million Besucher bevölkern den Rummelplatz. Schauen Sie sich unser Kurz-Video an.
678. Soester Allerheiligenkirmes

Platz 26 – auf diesem Listenplatz liegt die Allerheiligenkirmes im Ranking des Deutschen Schaustellerbundes der größten Volksfeste. Gemessen wird die Größe an der Dauer des Festes multipliziert mit der Zahl der Geschäfte. Auf Platz 1 liegt das Oktoberfest in München mit 16 Tagen und 600 Geschäften. In Soest gibt es 400 Geschäfte an fünf Tagen. Zum Vergleich in Südwestfalen: die Wendsche Kärmetze mit 350 Geschäften an 3 Tagen; die Mendener Pfingstkirmes mit 210 Geschäften an vier Tagen.

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1 Million Besucher etwa werden an den fünf Tagen in Soest erwartet. 300 000 Menschen zieht die Kärmetze in Wenden jeden Sommer an. 148 Millionen Besuche zählt der Deutsche Schaustellerbund pro Jahr auf Volksfesten.

2000 Volksfeste sind in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland „verloren gegangen“, sagt Albert Ritter, Präsident des Schaustellerbundes. Bei der jüngsten Zählung im Jahr 2012 gab es annähernd 10 000 Volksfeste. Ritter befürchtet weitere Konzentrationsprozesse: „Die Menschen setzen sich ins Auto, fahren Hunderte Kilometer bis zu großen Kirmessen. Kleine Volksfeste mit nur einem Autoscooter bleiben auf der Strecke.“

Pferdemarkt auf der Soester Allerheiligenkirmes

Pferdemarkt auf der Soester Allerheiligenkirmes ist ein Höhepunkt.
Pferdemarkt auf der Soester Allerheiligenkirmes

Note 3 lautet die Bewertung, mit der die Schausteller bei der letzten Umfrage im Jahr 2012 ihre wirtschaftliche Situation bewertet haben. „Zufriedenstellend“ sei die Lage aktuell, so Albert Ritter. Und das trotz mancher Herausforderungen. Zuerst die Sicherheitsauflagen. Die Kosten dafür müssen die Schausteller bezahlen. „Die Produktion von Sicherheit ist aber eine hoheitliche Aufgabe“, sei also vom Staat zu bezahlen, so Ritter. Schließlich habe der Terror nicht die Kirmes im Visier, sondern die offene, freiheitliche Gesellschaft. Weitere Probleme: Kilometerweite Umwege, um mit Schwerlasttransportern marode Brücken zu umgehen und Volksfeste zu erreichen. Monatelange Wartezeiten, um eine Schwerlastgenehmigung zu bekommen. Arbeitskräftemangel.

Kirmes der Superlative

Kirmes der Superlative
Frank Tischhart

350 Millionen Euro haben die Kommunen im Jahr 2012 mit Standgebühren und Abgaben eingenommen. 3 Euro fließen nach Angaben des Schaustellerbundes pro Besuch in den kommunalen Haushalt. Was nicht bedeutet, dass die Kommunen daran verdienen. In Soest überstiegen im Jahr 2012 die Ausgaben der Stadt die Erträge um 2000 Euro. Im vergangenen Jahr hat man ein Plus von annähernd 4000 Euro gemacht. „Mit den Einnahmen aus den Standgebühren lassen sich die Ausgaben nicht decken“, heißt es aus Wenden. In Menden dagegen sind nach Abzug der Kosten 48 000 Euro Plus geblieben (Stand 2012).

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Unschätzbar wertvoll sind Kirmessen dennoch für Kommunen. „Die Allerheiligenkirmes stellt einen „wesentlichen öffentlichkeitsrelevanten touristischen Faktor dar“, sagt der Soester Stadtsprecher Thorsten Bottin. Sie sei aber auch wichtiger Identifikationsfaktor für die Bürger. „Man ist in diesen fünf Tagen noch mehr Soester als sonst und wahnsinnig stolz auf dieses Mega-Event. Frei nach dem Motto: Wir sind Kirmes.“ Thomas Clemens aus Wenden: „Das ist eine Stätte der Gemeinsamkeit und der Begegnung. Und dazu ein unvergleichbarer Werbe- und Wirtschaftsfaktor.“

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