Drogen an Schulen

„An der Schulhofgrenze endet unser Einfluss“

Ein Beutel mit Marihuana.

Foto: imago stock&people / imago/JuNiArt

Ein Beutel mit Marihuana. Foto: imago stock&people / imago/JuNiArt

Hagen.   Lehrer wissen zwar von den Problemlagen einiger Schüler, doch ihr Einfluss ist begrenzt. Die Probleme liegen abseits des Schulgeländes.

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Der Drogenkonsum von Schülern ist auch für die Lehrer ein heikles Thema: Sie wissen zwar von den Problemlagen einiger Schüler und in manchen Fällen sogar vom konkreten Missbrauch, sehen die größten Probleme aber eher außerhalb der Schulen - in dem Bereich, in dem ihr Einfluss stark begrenzt ist.

Null Toleranz bei Delikten

Trotz der beunruhigenden Berichte über die wachsenden Drogenprobleme von Schülern gebe es keinen Grund zur Panik, sagt der Schulleiter des Gymnasiums der Benediktiner in Meschede, Heinz-Jürgen Plugge: „Schüler und Eltern dürfen und können darauf vertrauen, dass die Schule ein geschützter Ort ist und bleibt.“

Das Thema sei nicht neu und bei entsprechenden Delikten würde an seiner Schule im Bedarfsfall hart durchgegriffen: „Würde hier ein Dealer auffallen, würden wir sofort die Polizei alarmieren“, sagt der Schulleiter, der ergänzt: „Auch Schülern, die hier beim Konsum oder bei der Weitergabe von Betäubungsmitteln erwischt werden, drohen ernste Konsequenzen.“ Einen konkreten Zwischenfall habe es an seiner Schule aber noch nicht gegeben.

Trotzdem sei das Thema im Lehrerkollegium des Benediktiner-Gymnasiums präsent: „Ich bin mir sicher, dass es auch bei uns, so wie vermutlich an jeder vergleichbaren Einrichtung, Schüler mit einer gewissen Erfahrung gibt“, sagt Plugge, der noch ergänzt: „Diese machen die Jugendlichen aber wohl meist in der Freizeit.“

Seinen Eindruck bestätigen auch Kollegen. Etwa Marion Schmidt-Wrobel, Leiterin der Sekundarschule in Attendorn: „Wir haben, vor allem aufgrund der aktuellen Altersstruktur, keine Probleme mit Drogen. Trotzdem beginnen wir an unserer Schule schon früh mit Präventionsmaßnahmen.“ Denn, wer abstreite, dass es in Schülergruppen auch immer ein Suchtpotenzial gebe, der verkenne die Realität, sagt die Pädagogin. „Ein Teil kommt damit immer in Kontakt. Meist im privaten Umfeld.“

Schulleiter aus Olsberg hat konkrete Erfahrungen

Michael Aufmkolk, Leiter der Sekundarschule Olsberg, hat sogar ganz konkrete Erfahrungen: „Wir können zwar sagen, dass es in unserem Schulalltag keine Zwischenfälle gibt. Aber wir haben Kenntnis darüber, dass es durchaus Schüler gibt, die in ihrer Freizeit Cannabis konsumieren. Das wissen wir teilweise direkt von den Betroffenen selbst.“

Bertin Kotthoff, Direktor am St.-Ursula-Gymnasium in Arnsberg, hat zwar bisher keine Erfahrungen dieser Art gemacht, pflichtet seinen Kollegen aber zumindest bei: „Was nach der Schule passiert, darüber können wir nur mutmaßen. Aber der Gedanke liegt nahe, dass einige Jugendliche schon zu solchen Mitteln greifen.“ Übereinstimmend kommen alle befragten Schulleiter zu dem Schluss, dass es das Phänomen „Drogen auf dem Schulhof“ so zwar nicht gebe, Betäubungsmittel aber in der Freizeit schon ein Problem seien: „An der Schulhofgrenze endet unser Einfluss“, erklärt Heinz-Jürgen Plugge.

Verstärktes Präventionsangebot

Zu den wirksamsten Maßnahmen der Lehrer im Kampf gegen den Drogenmissbrauch von Schülern zähle deshalb vor allem eine ausgiebige Präventionsarbeit: „Wir haben im Fach Biologie eine ganze Themenreihe. Dabei geht es unter anderem auch um Illegales.“

In Attendorn versuchen die Lehrkräfte das Thema möglichst früh zu behandeln: „Bei uns starten Präventionsangebote in der 5. Klasse. Zunächst geht es um Handys und Medien. Später auch um das Thema Drogen“, sagt Marion Schmidt-Wrobel. In Arnsberg setze man zudem auf die Persönlichkeit: „Wir setzen darauf, die Schüler mental zu stärken“, sagt Bertin Kotthoff.

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