Kierspe. Weil sich der Verkehr den Weg vorbei an Lüdenscheid sucht, reagiert der Märkische Kreis nun auf die Zustände auf den Straßen.

Die Sperrung der Autobahn 45 in Lüdenscheid wegen der maroden und mittlerweile gesperrten Talbrücke Rahmede macht weitere Maßnahmen nötig: dieses Mal in Kierspe, einer Nachbargemeinde. Dort ordnet der Märkische Kreis nach eigener Mitteilung nun Tempo 30 auf der Kölner Straße an. Eine Lärmberechnung von Straßen.NRW für den Bereich Friedrich-Ebert-Straße steht noch aus.

Tempo 30 gilt bereits auf großen Teilen der Bedarfsumleitung in Lüdenscheid selbst. Zudem hatte die Stadt im vergangenen Sommer ein Lkw-Fahrverbot angeordnet für den überregionalen Schwerlastverkehr. Folge: Die Anzahl der Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht konnte halbiert werden - von 6.200 auf 2800, wie Verkehrszählungen ermittelten. Die Auswertungen zeigen laut Märkischem Kreis auch: In Kierspe hat der Lkw-Verkehr zugenommen. Auf der Kölner Straße (B237) von etwa 1.700 auf circa 2.300 Lkw pro Tag.

Lärmgutachten ermöglicht Tempo 30 in Kierspe

Das allein reiche aber nicht aus, heißt es in der Mitteilung des Kreises. Die Straßenverkehrsordnung fordere in Bezug auf etwaige Anordnungen von Durchfahrtsverboten eine besondere Gefahrenlage. Etwaige Maßnahmen müssten daher „zur Gefahrenabwehr geeignet, erforderlich, angemessen und auch rechtssicher“ sein.

Weil der Lkw-Verkehr in Kierspe zugenommen habe, sei bei Straßen.NRW ein Gutachten in Auftrag gegeben worden. Ergebnis: Der Lärm im Bereich der Kölner Straße ermögliche im Sinne der Straßenverkehrsordnung Maßnahmen zur Gefahrenbeseitigung. Mit einer Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h könne das Lärmniveau auf ein zulässiges Maß begrenzt werden. Die Anordnung für die Temporeduzierung erfolge in Kürze.

Messungen auch in Meinerzhagen, Halver, Schalksmühle

Im Bereich der Friedrich-Ebert-Straße in Kierspe seien die ersten Verkehrszählungen des Kreises und der Stadt ebenso abgeschlossen. Eine Lärmberechnung stehe dagegen noch aus. Sie ist Grundlage für die Entscheidung, ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen angeordnet werden könnten.

Messungen des Verkehrs hat es auch in Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle gegeben. „Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden steht der Märkische Kreis weiterhin in einem engen Kontakt und wird den Verkehrsfluss im Volmetal genau beobachten. Weitere Messungen sind geplant. Auf etwaige Veränderungen kann dann situationsbezogen reagiert werden“, heißt es vom Kreis.