Messerangriff

Attentäter von Altena "handelte in Tötungsabsicht"

Der Leiter der Pressestelle, Ralf Bode (l-r), der Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Hagen, Gerhard Pauli, der Leiter des Staatsschutzes in Hagen, Andre Dobersch und der Leiter der Mordkommission, Ralf Eickler, äußern sich am 28.11.2017 in Hagen (Nordrhein-Westfalen) zu der Messerattacke auf den Bürgermeister der sauerländischen Stadt Altena. Im Hintergrund wird die Tatwaffe, ein Messer, auf einer Leinwand gezeigt. Bürgermeister Hollstein war am Vorabend bei einem Messerangriff verletzt worden.

Foto: dpa

Der Leiter der Pressestelle, Ralf Bode (l-r), der Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Hagen, Gerhard Pauli, der Leiter des Staatsschutzes in Hagen, Andre Dobersch und der Leiter der Mordkommission, Ralf Eickler, äußern sich am 28.11.2017 in Hagen (Nordrhein-Westfalen) zu der Messerattacke auf den Bürgermeister der sauerländischen Stadt Altena. Im Hintergrund wird die Tatwaffe, ein Messer, auf einer Leinwand gezeigt. Bürgermeister Hollstein war am Vorabend bei einem Messerangriff verletzt worden. Foto: dpa

Hagen/Altena.  Nach dem Angriff auf den Altenaer Bürgermeister, Andreas Hollstein, geht die Staatsanwaltschaft Hagen von versuchtem Mord aus.

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Nach dem Messerangriff auf den Bürgermeister von Altena, Andreas Hollstein (CDU), haben Polizei und Staatsanwaltschaft in Hagen am Dienstagmittag eine Pressekonferenz gegeben. "Wir haben den Tatverdacht des versuchten Mordes", sagte Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli. "Der Beschuldigte handelte in Tötungsabsicht." Der Tatverdächtige wird aktuell der Ermittlungsrichterin vorgeführt.

Andreas Hollstein nach Messerattacke im Interview

Der mit einem Messer angegriffene Bürgermeister der Stadt Altena, Andreas Hollstein (CDU), im Interview mit unserer Redaktion.
Andreas Hollstein nach Messerattacke im Interview

"Nach dem Messerangriff auf den Bürgermeister von Altena gehen wir von einem fremdenfeindlichen Motiv und daher von einer politisch motivierten Tat aus", sagte André Dobersch, Leiter des Staatschutzes in Hagen. Ursächlich für dieses Motiv sei das Engagement von Andreas Hollstein in der Flüchtlingspolitik.

Tatverdächtige äußert sich bislang nicht

Ralf Eickler von der Mordkommission Hagen berichtet, dass der Angreifer noch am Abend im Imbiss von der Polizei festgenommen werden konnte. Der Tatverdächtige wurde nach Hagen gebracht. Er äußerte sich bislang nicht und möchte dies über einen Anwalt tun.

Im Imbiss griff der 56-jährige Angreifer Hollstein erst mit den Worten an: „Du drehst mir mein Wasser ab.“ und "Ich stech' dich ab!" Oberstaatsanwalt Pauli sagte, der Täter sei leicht alkoholisiert gewesen, mit 1,1 bis 1,2 Promille. Er habe psychische Probleme gehabt. Daher werde nun eine psychiatrische Untersuchung beantragt, um Klarheit über seine Schuldfähigkeit zu bekommen. Bislang sei der Mann nicht gravierend strafrechtlich in Erscheinung getreten, lediglich mit Trunkenheitsdelikten.

Das Messer - ein großes Küchenmesser - hatte der Angreifer in einem Rucksack verstaut, als er den Imbiss in Altena betrat. Dennoch geht die Staatsanwaltschaft von einer Spontantat aus. Eine Verbindung zur rechten Szene konnte bislang nicht festgestellt werden.

Staatsanwaltschaft geht von Spontantat aus

Aufgrund der geringen Distanz konnte der Dönerimbissbetreiber sofort eingreifen. Der Vater des Betreibers griff ebenfalls ein und konnte dem Tatverdächtigen das Messer aus der Hand winden. Er wurde dabei leicht an der Hand verletzt.

Auf den Bürgermeister der Stadt Altena, Andreas Hollstein (CDU), ist am Montag ein Messer-Attentat verübt worden. Der 54-Jährige wurde um 20.04 Uhr in einer Döner-Bude in der Altenaer Innenstadt mit einer 30 Zentimeter langen Klinge attackiert. Am Hals verletzt musste Hollstein mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden, habe es aber noch am Abend wieder verlassen können.

Die 18 000-Einwohner-Stadt Altena wurde bundesweit bekannt, weil sie mehr Flüchtlinge aufnimmt, als sie nach dem Verteilschlüssel aufnehmen müsste. Damit soll unter anderem der starke Bevölkerungsschwund gestoppt werden. Mit seiner auf eine schnelle Integration der Flüchtlinge ausgerichteten Politik hat sich Hollstein auch Feinde gemacht. (sh/dpa)

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