Digitalisierung

Aufbruch zu digitalen Ufern in Südwestfalen

Zahlreiche Glasfaserkabel zur Übertragung des Hochgeschwindigkeitsinternets laufen an einem Verteilerpunkt zusammen.

Zahlreiche Glasfaserkabel zur Übertragung des Hochgeschwindigkeitsinternets laufen an einem Verteilerpunkt zusammen.

Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Olpe.   Südwestfalen Forum in Olpe stimmt auf Regionale 2025 ein. Potenzial der Digitalisierung soll sich entfalten und Lebensqualität verbessern

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Der Ort bewegt sich im Hochsauerlandkreis im unteren Tabellenviertel bei der Versorgung mit schnellem Internet. „Ja“, gibt der parteilose Vorsteher Reinhold Figgen zu, „wir sind ziemlich unterentwickelt. Die Haushalte verfügen per Funktechnik über sechs Megabyte Leistung.“ Leistungsstark ist anders. Bis Juli 2018 sollen die 220 Frauen, Männer und Kinder in Medebach-Referinghausen Zugriff auf mindestens 50 Mbit haben. „Wir arbeiten an einer Lösung. Im Moment ist es das wichtigste Thema der Menschen.“

Selbst fliegende Taxen

Keine Überraschung also, dass der 50-Jährige beim Südwestfalen Forum in der Olpe Stadthalle bei der Vorstellung des Fahrplans für die Regionale 2025 aufmerksam zuhört. Mit ihm 329 Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur.

Warum? „Weil es darum geht, die Potenziale der Digitalisierung zu entfalten und sie zu gestalten“, sagt der Arnsberger Regierungspräsident Hans-Josef Vogel (CDU). „Wir brauchen mehr Lust auf die Zukunft und Freude an der Gestaltung.“ Er wirbt für ein „Labor des Neuen“, das einen Qualitätssprung in der Region auslösen könnte. Sei es in der Gesundheitsvorsorge oder in der Mobilität.

Ideen dazu liefert Andreas Steinle. Der Wissenschaftler aus Frankfurt vom Zukunftsinstitut Workshop ist seiner Zeit voraus. Im Saal grummelt es , als von selbst fliegenden Drohnen als Taxen oder fahrerlosen Supermärkten auf Rädern, die per App in jedes Dorf gelotst werden können, die Rede ist. Steinle sieht ein, er referiert weit weg von der Lebenswirklichkeit in Südwestfalen und nähert sich der Gedankenwelt seiner Zuhörerschaft. „Sie müssen im Kopf zu dieser digitalen Transformation bereit sein. Die Zukunft findet in vielen Orten und Köpfen statt.“

Das versichert Prof. Dr. Björn Niehaves von der Universität Siegen nicht minder. Er hat Luftballons verteilt, um den Fortgang der Digitalisierung in Bildern zu beschreiben: „Der erste Atemzug ist der schwerste, jeder weitere wird leichter.“ Er sieht große Chancen für Südwestfalen, die technische Entwicklung für sich zu nutzen. Die wichtigste Zutat wiederholt er drei Mal, um sie zu für die Ewigkeit zu verankern: Neugier und Kreativität, Neugier und Kreativität, Neugier und Kreativität.

Projekt in der Anfangsphase

Wer ihn hört, der fühlt sich an die Vorbereitungen der Regionale 2013 erinnert. Die angedachten Projekte, für die Anfang 2018 der Startschuss fällt, sei es das digitale Lernen in der Schule oder die Unterstützung der Älteren, stecken in der Anfangsphase, müssen wachsen. Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur, versichert: „Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt.“ Für jeden Ort sollen kluge digitale Lösungen für den Alltag entwickelt werden. Reinhold Figgen kann es kaum erwarten.

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