Wohnen

Ausweichende Antwort zur Zukunft der Emster Quelle

Die Emster Landenzeile wurde in den 60er-Jahren errichtet und ist heute stark sanierungsbedürftig. Der Wohnungsverein wird sie aufgeben. Foto:Archiv/Kleinrensing

Die Emster Landenzeile wurde in den 60er-Jahren errichtet und ist heute stark sanierungsbedürftig. Der Wohnungsverein wird sie aufgeben. Foto:Archiv/Kleinrensing

Emst.  Steht die Emster Quelle vor dem Abriss? Die Gerüchte schießen wieder ins Kraut, der Wohnungsverein antwortet ausweichend.

Wieder kursieren Gerüchte rund um die Emster Ladenzeile Am Großen Feld. Tenor: Der Wohnungsverein plane den Abriss schon für Januar kommenden Jahres und wolle hier einen Komplex für altengerechtes Wohnen errichten.

Seit fast vier Jahren ist die aus den 60er-Jahren stammende Ladenzeile ein heiß diskutiertes Thema bei den Bürgern auf Emst. Neben einer Schlecker-Filiale und einem Kiosk schloss hier im Spätsommer 2016 auch die Gaststätte „Emster Quelle“, was für einen Sturm der Entrüstung sorgte. Unter anderem gab es einen Sternmarsch mit Hunderten Teilnehmern und eine Unterschriftenliste, auf der sich 2600 Bürger eintrugen. Die Gaststätte war jahrzehntelang Treffpunkt der Vereine im Ortsteil gewesen.

Aufsichtsrat und Vorstand des Hagener Wohnungsvereins, Besitzer der Immobilie, hatten sich in der Vergangenheit dazu entschieden, die geplanten Investitionen am Standort in die Infrastruktur abzuziehen und die frei werdenden Mittel in andere Stadtteile zu investieren. Heißt im Klartext: Die stark sanierungsbedürftige Ladenzeile, in der aktuell nur noch Frisörin Sabine Osthold im Salon „Sabine“ ihrer Arbeit nachgeht, lässt man so lange stehen, bis sie in einem solchen Zustand ist, dass sie nicht mehr genutzt werden kann. Der Tod auf Raten sozusagen.

Der 1960 erbaute Komplex lässt sich nicht sanieren und ist völlig verbraucht. Dach, Fenster und Wärmedämmung müssten erneuert werden. Die letzte verbliebene Pächterin Sabine Osthold zieht Ende des Jahres um ins kleine Bruchsteinhaus Auf dem Birnbaum 2.

Zwischenzeitlich hatte der Hagener Wohnungsverein als Eigentümer der Immobilie erklärt, die an die Zeile anschließenden alten Garagen abzureißen und auf mehr Fläche den heutigen (Größen-)Ansprüchen genügende Garagen zu errichten. Im Stadtteil wird allerdings auch spekuliert, dass die Fläche künftig für altersgerechtes Wohnen genutzt werden könnte.

Lüdecke: „Wieder mal ein Gerücht“

Auf eine aktuelle Anfrage der WESTFALENPOST zum möglicherweise geplanten Abriss und zum Gerücht zum altengerechten Wohnen antwortete Wohnungsvereins-Chef Matthias Lüdecke zunächst nur in Teilen: „Es handelt sich hier zur Nutzung des Grundstücks wieder mal um ein Gerücht. Ein Neubau mit altengerechten Wohnungen ist nicht geplant. Diese Nutzung wie auch die Unterbringung eines Vollsortimenters auf unserem Grundstück wurden von Anfang an immer ausgeschlossen.“ Auf nochmalige Nachfrage, wie es um den zeitnahen Abriss stehe, erklärt Lüdecke dann: „Dazu können wir aktuell keine belastbaren Aussagen machen.“

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