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Freibäder in Südwestfalen: Hier badet die Region am liebsten

Ein Sprung ins kühle Nass verschafft Abkühlung.

Foto: dpa

Ein Sprung ins kühle Nass verschafft Abkühlung. Foto: dpa

Südwestfalen.  Die Freibäder in Südwestfalen starten in die Saison 2017- doch rund um den Sprung ins kühle Nass, gibt es auch ein paar Regeln zu beachten.

Fotografieren verboten – ein heißes Thema in diesem Sommer in vielen Freibädern. Aufkleber vor der Fotolinse des Smartphones sind Medienberichten zufolge in Süddeutschland jetzt zur Pflicht geworden. Die Sorge vor Spannern und Mobbing im Internet scheint groß. Deshalb wird die bislang wenig beachtete Regel nun mancherorts konsequent umgesetzt. Doch das Fotografierverbot ist nicht das einzige, das beim Freibad-Besuch oft nicht beachtet wird. Zur Auffrischung hier ein kleiner Bade-Knigge, ausgearbeitet mit Hilfe von Peter Harzheim aus Olpe, Präsident des Bundesverbandes der Schwimmmeister und Badbetriebsleiter in Finnentrop. Damit für alle seine Regel Nummer 1 gelten kann: „Spaß haben“.

Smartphones

Mamas ganzer Stolz stürzt sich in die Tiefe. Die Augen mutig nach unten gerichtet auf die Wasseroberfläche, die immer näher kommt. Der erste Sprung vom Drei-Meter-Brett – ein Moment, der für die Ewigkeit festgehalten werden soll. Auch um ihn später mit den Omas und Opas zu teilen. Doch fotografieren und filmen ist am Beckenrand eigentlich verboten. Darauf weisen längst in vielen Bädern kleine Schilder hin. Dabei liegt es den glücklichen Eltern doch völlig fern, fremde Menschen in Badehose und Bikini aufzunehmen und deren Bilder auf Facebook zu posten. Wenn man mit dem Schwimmmeister spreche, dann könne es für Familienfotos durchaus eine Ausnahme geben, sagt Peter Harzheim. Die Kollegen könnten durchaus erkennen, ob ein Gast die eigene Familie fotografiere – oder heimlich Bilder von jungen Mädchen mache. Was der erfahrene Schwimmmeister aber in gar keinem Fall zulassen will: Unterwasseraufnahmen. „Das ist nicht zu kontrollieren. Da schreiten wir sofort ein.“

Outfit

Die Badeshorts hängt locker auf den Beckenknochen und gibt den Blick frei auf einen breiten Unterhosen-Saum darunter, bedruckt mit einem coolen Markennamen. Ein oft, aber ungern gesehenes Bild in vielen Bädern. Wäsche drunter – das ist für viele Jungs offensichtlich ein modisches Muss. Für alle anderen Badegäste dagegen einfach nur igitt. Peter Harzheim bringt es mit einer Frage auf den unappetitlichen Punkt: „Wer weiß, wie lange der Junge die bereits trägt und was er vorher damit gemacht hat?“ Unterhose unter Wasser – das geht gar nicht. Ebenso wenig wie T-Shirts. Das ist der Stoff für Ärger. Vor allem aus Gründen der Hygiene. Aber auch um der Sicherheit willen: „Der Stoff saugt sich voll und zieht den Schwimmer nach unten“, warnt Peter Harzheim.

Badespielzeug

Die Ente zu Wasser lassen – das hat früher für Streit gesorgt, nicht nur in der Loriot-Badewanne. Ältere Schwimmer erinnern sich: Aufblasbare Gummitiere waren einst für manchen Schwimmmeister Anlass, in die Luft zu gehen. Heute haben Krokodile, Enten und Delfine einen Freischwimmer in vielen Bädern. Vorausgesetzt, es herrscht kein Hochbetrieb. „Wenn das Bad zu voll ist, dann bitte ich die Kinder, auf die Tiere zu verzichten“, sagt Peter Harzheim. Dann ist auch das tiefe Schwimmerbecken für Kinder mit Schwimmflügeln verboten, sagt er. Wenn dagegen wenig Gäste da sind, das Bad leer ist und der Schwimmmeister eine gute Übersicht hat, dann könnten auch die Kleineren mal ins Tiefe, um sich daran zu gewöhnen, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Hygiene

Ohne Sonnencreme ins Freibad – das ist fahrlässig. Aber: Durch Fettaugen hindurchkraulen, die auf der Wasseroberfläche treiben – das ist eklig und vermeidbar. Auch deshalb gilt: „Vor dem Baden duschen“, ermahnt Peter Harzheim. Und zwar, an einem langen Freibadtag, nicht nur vor dem ersten, sondern auch vor jedem weiteren Sprung (bitte nicht vom seitlichen Beckenrand!) ins Wasser. Denn wer auf der Wiese spielt, durchs Beachvolleyballfeld pflügt, der schwitzt und schleppt Sand an den Füßen mit. Duschen sollte eigentlich selbstverständlich sein, doch nicht einmal jeder zweite Gast halte sich daran, schätzt der Schwimmmeister. Beim Duschen die Haare nicht vergessen. Badekappen sind nämlich längst nicht mehr Pflicht. Wer sich aber einmal in den ausgefallenen Strähnen anderer Badgäste verfangen hat, wünscht sie sich zurück. „Lange Haare zusammenbinden“, bittet deshalb der Schwimmmeister. Frauen täten dies meist sowieso. Und bei Männern kämen die langen Haare nun wieder aus der Mode. Der Undercut hat also etwas Gutes.

Essen und Trinken

Schwimmen macht hungrig. Essen und Trinken ist natürlich erlaubt, aber nicht am Beckenrand. Zwischen Fritten und Mayonnaise zu plümpsen „ist nicht so schön“, sagt Peter Harzheim. Lauwarme Pommes mit Ketchup, die wie Tretminen auf der Wiese herumliegen, zwischen den Zehen zu spüren, übrigens auch nicht. Ein Bier zum Essen ist Erwachsenen nicht verboten, sich darin zu ertränken, aber schon: „Wer stark alkoholisiert ist, der muss gehen“, sagt der Schwimmmeister.

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