Bayreuther Festspiele

Frauenpower auf dem Grünen Hügel

Monika Willer

Monika Willer

Foto: Michael Kleinrensing

Von Ortruds Beinarbeit beim Wagner-Festival können auch Kanzlerinnen lernen

Reden wir mal über Männer. Auf der Bühne dominieren in Bayreuth ja die starken Frauen. Elisabeth, Elsa, Eva, die Venus in ihrem Glitzeranzug. Ortrud ist zwar nicht gerade eine Fetenkracherin, aber sie weiß, wie Macht funktioniert und sie kann Beinarbeit.

Doch was interessiert die Leute? Warum der Gatte der Kanzlerin bei der Eröffnungspremiere nicht da war. So geht der Lauf der Welt. Wenn er mitkommt, würdigt ihn niemand eines Blickes. Fehlt er, gibt es Spekulationen über Ehekrisen, bevorstehende Scheidung nicht ausgeschlossen. Das ist ja wie bei Wotan und Fricka. Wir dürfen an dieser Stelle den interessierten Lesern stolz vermelden, dass der Gemahl inzwischen eingetroffen ist und die Kanzlerin sich den Tannhäuser mit ihm zusammen ein zweites Mal angesehen hat, irgendwo unerkannt in der Gegend von Reihe zehn in der Mitte.

Warum tut sie sich das an? Aus Musikliebe? Vermutlich auch. Aber bei Wagner geht es um uns alle, um unsere Gier, unsere Träume, unser fehlendes Mitgefühl, unser Scheitern. Und in diesem Jahr geht es eben um Frauenpower. Die können wir brauchen, Frau M. und ich.

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