Bayreuther Festspiele

Jeans oder Smoking? – Unser Bayreuther Kleider-Knigge

Angela Merkel und Ehemann Joachim Sauer auf dem "Grünen Hügel" in Bayreuth.

Angela Merkel und Ehemann Joachim Sauer auf dem "Grünen Hügel" in Bayreuth.

Foto: David Ebener

Hagen/Bayreuth.  Nur in Smoking oder Abendrobe zu den Bayreuther Festspielen? Nein, weiß unsere Kulturredakteurin Monika Willer. Die Zeiten sind vorbei.

Die Prominenz muss etwas bieten, wenn die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth eröffnet werden. Dann wollen Wagnerianer und Zaungäste auch ausgefallene und ausgeflippte Roben sehen. Doch im Festspiel-Alltag sind Abendkleid und Smoking längst nicht mehr Pflicht auf dem Grünen Hügel. Und Lackschuhe zum Smoking, so wie es die Etikette vorschreibt, tragen heute nur noch die wenigsten Herren.

Bayreuth-Garderobe? Auffällig reicht nicht!

Eine Bayreuth-Garderobe muss mehr Qualitäten erfüllen, als nur auffällig und kleidsam zu sein. Sie muss vor allem von hinten noch gut aussehen, wenn man zwei Stunden im heißen Festspielhaus darauf gesessen hat. Deshalb scheidet Leinen bei erfahrenen Wagner-Fans von vorneherein aus.

Außerdem müssen Hosen und Kleider so geschnitten sein, dass man es darin stundenlang auf den engen Sitzen aushalten kann. Alles was kneift und drückt wird schnell zur Qual im Festspielhaus. Auch die Wahl der Stoffe verdient ein wenig Überlegung. Kunstfaser ist pflegeleicht, kann aber schon nach einem anderthalbstündigen ersten Akt für die Nachbarn zur argen Geruchsbelästigung werden.

Die Bayerinnen machen es oft richtig. Sie entscheiden sich gerne für ein Abend-Dirndl, bequem, luftig, knitterarm, chic und sexy.

Unangenehm: Das Odeur von Mottenpulver

Apropos Belästigung: Das Odeur von Mottenpulver ist im Festspielhaus weit verbreitet, weil viele Herren ihre schwarzen Anzüge nicht richtig auslüften, bevor sie sich bayreuthfein machen.

Neben dem Festspielkleid sollte besondere Aufmerksamkeit den Schuhen gelten. Pumps und schicke Riemchensandaletten machen beim großen Auftritt vor dem Festspielhaus viel her. Aber durch das stundenlange Sitzen schwellen die Füße meistens derart an, dass sich Blasen bilden. Doch hier verliert die Bequemlichkeit Jahr für Jahr gegen die Eitelkeit.

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