Handel

Bei der Juwelierkette Christ kracht es im Vorstand

Noch läuft auch das Filialgeschäft für Christ gut. Der Onlinehandel legt allerdings immer mehr zu. Über die Strategien für die Zukunft hat sich das Management nun offenbar endgültig zerstritten.

Foto: Volker Hartmann

Noch läuft auch das Filialgeschäft für Christ gut. Der Onlinehandel legt allerdings immer mehr zu. Über die Strategien für die Zukunft hat sich das Management nun offenbar endgültig zerstritten. Foto: Volker Hartmann

Hagen.   Bei Deutschlands größter Juwelierkette, Christ, tobt seit Wochen ein Streit im Management um die Digitalstrategie. Zwei Vorstände nehmen ihren Hut.

Seit Wochen tobt bei Deutschlands größter Juwelierkette, dem Unternehmen Christ mit Sitz in Hagen, in der Geschäftsführung ein Machtkampf um die zukünftige strategische Ausrichtung. Die Konsequenz des Krachs hinter den Kulissen: die Führungsriege bricht auseinander.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Bernd Schröder, und seine Finanzchefin Melanie Thormann-Bopp werden das Unternehmen verlassen. Gegenüber der WESTFALENPOST bestätigte das Unternehmen dies zwar, wollte aber über Hintergründe keinerlei Auskunft geben.

Es geht nicht um Filialschließungen

Nach Informationen dieser Zeitung gab es innerhalb des Managements unterschiedliche Ansichten, wie Christ zukunftsfest ausgerichtet werden sollte. Dabei soll es nicht um Restrukturierung des stationären Handels gegangen sein, sondern vielmehr um moderne Strategien, das Filialgeschäft mit digitalen Methoden zeitgemäß zu bewerben, um dieses Standbein stark zu halten.

Traditionelle Ausrichtung

Schröder, der im Dezember 2013 von Bertelsmann zu Christ gewechselt war, und Thormann-Bopp, ein „Douglasgewächs“, sollen sich mit ihrer Digitalstrategie nicht haben durchsetzen können. Seit 2014 gehört Christ dem britischen Privat Equity Unternehmen „3i“, das die Kette für rund 400 Millionen Euro von Douglas übernommen hatte und deren Deutschlandchef Peter Wirtz im Kontrollgremium sitzt. Offenbar setzt dieser Beirat auf traditionelles Marketing und somit auf die einzig verbleibende Geschäftsführerin. Ursula Vierkötter-Weber, bislang zuständig für Marketing soll in Zukunft auch E-Commerce, Vertrieb und Personal verantworten. Ob die traditionelle Ausrichtung sich bezahlt macht, wird sich spätestens im Weihnachtsgeschäft beweisen. Christ beschäftigt rund 2400 Mitarbeiter, davon gut 250 in der Verwaltung in Hagen.

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