Bei uns daheim

Immer wieder im Sommer: Ärger auf dem Balkon

Das Bewässern der Pflanzen ist eher etwas für Frau S..

Das Bewässern der Pflanzen ist eher etwas für Frau S..

Foto: Patrick Seeger

Hagen.  Mit Frau S. hat sich der Autor unserer Kolumne die Arbeit im Haushalt prima aufgeteilt. Doch wenn der Sommer kommt, gibt es Ärger auf dem Balkon.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Im Laufe der Jahre haben Frau S. und ich zu tragfähigen Arrangements gefunden, was die Aufgabenverteilung im gemeinsamen Haushalt angeht. Das bedurfte kaum größerer Absprachen. Wir haben uns aufeinander eingegroovt.

Ohne Putzfrau wäre das schwieriger. Um die kümmert sich Frau S., weil mich etwas Staub nicht so stört. Dafür erledige ich den Großteil unserer Einkäufe. Mir ist es wichtig, stets genügend Wein und Bier und Wasser im Keller zu haben und den kühlen, kalten und anderen Küchenschränken genügend Vorräte, um auch einmal fünf Tage ohne Nachkäufe auskommen zu können. Inklusive Obst, Salat und frischer Milch. Ich möchte nicht ungeplant noch mal los müssen. Ich habe die Dinge gerne geordnet.

Bohren und Kochen

Und sonst? Wäsche? Verteilt sich. Spülmaschine ebenso. Handwerkliches? Vermeiden wir. Sollte es nötig werden, greift Frau S. eher zu Bohrmaschine als ich. Kochen? Auch ungefähr ausgeglichen, weil der Küchenaktive auch der Bestimmer ist und seine eigenen Favoriten auf den Tisch bringt. Wir ergänzen uns ganz gut. Zumindest im Winter.

Im Frühling, Sommer und Herbst haben wir zwei Probleme: den vorderen und den hinteren Balkon. Der vordere kümmert mich nicht, auf dem hinteren liege und lese ich oder sitze, trinke und rauche ich. Mehr brauche ich nicht. Frau S. dagegen lebt dort ihre Kreativität aus.

Sie pflanzt. In Kästen und Kübel, in Töpfe und Spezialkonstruktionen. Blumen und Bäume und Kräuter und Gemüse und (für mich) schwer Identifizierbares. Und obwohl mir das alles nur im Weg ist und das Gewerkel lästig, muss ich die Erde heranschaffen, trotz meines Rückens die schweren Gefäße bewegen, den Dreck ertragen und diese vor allem derzeit ausgeprägten Gießorgien, die unterbinden, was Sinn und Zweck einer solchen Fläche ist: Ruhe und Entspannung.

Liegen und Gärtnern

Das war jedenfalls der Konflikt in früheren Sommern. In diesem ist es schlimmer: Einerseits ist es viel zu heiß um darauf herumzuliegen oder vor dem späten Abend gemütlich zu sitzen, andererseits erfordert die Wetterlage offenbar besonders intensive gärtnerische Betreuung. Und ich darf das ruhestörende, hektische Hantieren nicht einmal kritisieren, wenn mir an Harmonie gelegen ist. Mehr noch: Ich weiß, dass Frau S. gern gelobt würde für ihre unermüdlichen Aktivitäten. Also habe ich mich überwunden und gesagt: „Schön ist es geworden. Das könnten wir jetzt mal ein paar Jahre so lassen.“ War auch kein Erfolg.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben