Bei uns daheim

Warum Deutschland Queen Elizabeth gut gebrauchen könnte

Königin Elisabeth II. spaziert vor dem Schloss Windsor. Könnte sie nicht auch Deutschlands Oberhaupt werden?

Königin Elisabeth II. spaziert vor dem Schloss Windsor. Könnte sie nicht auch Deutschlands Oberhaupt werden?

Foto: Chris Jackson/Getty Images

Hagen.  Was haben die deutschen Bundespräsidenten eigentlich Bemerkenswertes geleistet? Täten uns monarchische Strukturen gut? Unser Autor grübelt.

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Ob Queen Lizzie eigentlich immer noch bei ihnen Staatsoberhaupt sei, fragte ich, als ich nach dem Anstieg per Rad wieder Luft hatte, den neben mir strampelnden Neuseeländer. Der bestätigte. Ich erkundigte mich nach anti-monarchistischen Bestrebungen. Gebe es durchaus, erklärte der weit gereiste Chemiker, sehr verbreitet seien sie aber nicht. Auch er selbst verstehe sich als Republikaner, wolle am Bestehenden dennoch nichts ändern.

Pragmatische Einstellung

Ich äußerte Erstaunen, und dies erstaunte ihn. Er habe mich doch als rationalen Menschen erlebt. Und ich solle mich fragen, was die Folge einer Abnabelung vom Königshaus wäre: „Wir würden einen Präsidenten bekommen. Der hätte keine Aufgabe, würde aber eine Menge Geld kosten.“

Das leuchtete mir ein. Und als mein Radwanderkamerad fragte, was denn der aktuelle deutsche Präsident Bemerkenswertes geleistet habe, musste ich die Antwort schuldig bleiben. Dabei habe ich nichts gegen Frank Walter Steinmeier. Ich finde, dass Johannes Rau ein paar gute Reden gehalten hat. Roman Herzogs „Ruck“ ist mir im Gedächtnis, Richard von Weizsäckers Worte zum 8. Mai waren wegweisend, Gustav Heinemann hat mich mit dem Satz „Ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau“ überzeugt, und Walter Scheel verbreitete singend gute Laune.

Das ist nicht nichts. Aber unverzichtbar war davon auch nichts. Wichtiger wären schon mehr Geld für Schulen oder für die Pflege. Der Bundespräsident dagegen beschäftigt teures Personal und reist klimaschädlich in der Welt herum. Also weg mit ihm? Kanzler über alles?

Heil Dir im Siegerkranz

Das geht nicht. Ein Staatsoberhaupt brauchen wir schon. Aber das könnte doch auch bei uns Elizabeth II. übernehmen. Immerhin besetzte seit 1714 das Haus Hannover den britischen Thron, und nach Königin Victorias Tod übernahm 1901 Sachsen-Coburg. Dass Georg V. 1917 den Namen Windsor wählte, ändert nichts an der deutschen Verwandtschaft. Zu „God Save the Queen“ haben wir schon den Text „Heil Dir im Siegerkranz“. Wir könnten am Kult um William und Harry und ihre Frauen partizipieren und den Brexit unterlaufen.

Ich war sehr begeistert von meiner Idee. Ich sah nur Vorteile. Es könnte auch Sauerstoffmangel im Gehirn gewesen sein. Ich bin mir nicht sicher. Richtig schlecht finde ich die Idee aber immer noch nicht.

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