Kaltwalzindustrie

Bei Bilstein beginnen die Gespräche mit den Betriebsräten

Ein Teil der neuen hochmodernen Anlage, die Bilstein im vergangenen Jahr von SMS für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag gekauft hat, um für die Zukunft gerüstet zu sein

Ein Teil der neuen hochmodernen Anlage, die Bilstein im vergangenen Jahr von SMS für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag gekauft hat, um für die Zukunft gerüstet zu sein

Foto: Jens Helmecke / WP- Jens Helmecke

Hohenlimburg.  Am Donnerstag (morgen) beginnen bei Bilstein die Gespräche zwischen Geschäftsführung und Betriebsräten. Es geht um massiven Jobabbau.

Die Coronakrise hat beim Kaltwalzunternehmen Bilstein nach eigenen Angaben „noch einmal zu massiven Rückgängen“ in der Produktion geführt. Dass man sich für die Zukunft am Standort Hohenlimburg „schlanker“ aufstellen will und der Abbau von 240 Arbeitsplätzen im Raum steht, ist allerdings das Ergebnis von Überlegungen, die bereits weit vor der Pandemie begonnen haben.

Die Geschäftsführung um Gesellschafter Marc T. Oehler hat sich bereits 2019 dazu eine Hamburger Unternehmensberatung ins Haus geholt. Während die Führungsebene bereits über die Pläne informiert wurde, beginnen nun ab Donnerstag auch Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern der drei Gesellschaften der Bilstein-Gruppe.

Betriebsräte wollen sich nicht auseinanderdividieren lassen

Auseinanderdividieren lassen wollen sich die Betriebsräte von Hugo Vogelsang, der Bilstein GmbH und der Bilstein Service GmbH nicht, auch wenn die Beschäftigten in der Produktion bei Bilstein und Hugo Vogelsang vom Personalabbau nicht betroffen sein sollten.

Dass im Unternehmen etwas passieren müsse, sehen die Betriebsräte durchaus. Eine Restrukturierung schien lange überfällig, und zwar unabhängig von der Corona-Krise oder dem Strukturwandel in der Autobranche..

Richtig sei, dass von rund 1300 Beschäftigten in Hohenlimburg die Servicegesellschaft mit rund 300 Mitarbeitern einen großen Anteil ausmache. Was die Bilstein-Geschäftsführung als „Overhead“ bezeichnet, meint etwa 570 Beschäftigte. Dabei geht es aber nicht allein um Bürojobs. Auch die Instandhaltung und Posten mit Leitungsfunktionen in der Produktion sind hier angedockt. Wir werden bei den Gesprächen auch auf die Arbeitsverdichtung schauen, sagen die Betriebsratsvorsitzenden unisono.

„Potenzial“ von 240 Jobs nicht in Stein gemeißelt

Die Zahl 240 ist für die Arbeitnehmervertreter also keineswegs in Stein gemeißelt, auch wenn über einhundert Jobs sozialverträglich über Altersteilzeit abgebaut werden könnten. Man werde um jeden Arbeitsplatz kämpfen und wolle auf Augenhöhe mitgestalten. Anfang November sollen die Mitarbeiter auf Belegschaftsversammlungen informiert werden.

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