Literatur

Bestsellerautor Horst Eckert über Flüchtlinge und Lobbyisten

Schriftsteller Horst Eckert

Foto: Michael Kleinrensing

Schriftsteller Horst Eckert Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Der Düsseldorfer Autor Horst Eckert schreibt mit „Der Preis des Todes“ einen brillanten Krimi. Wir verraten, warum man ihn lesen sollte.

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Ein erhängter Politiker in Berlin, ein Flüchtlingslager in Afrika, eine tote Menschenrechtsaktivistin in Düsseldorf: Horst Eckerts neuer Krimi „Der Preis des Todes“ führt in eine Welt aus Gier und Gewalt. Der Düsseldorfer Schriftsteller gehört zu den besten Erzählern der deutschsprachigen Kriminalliteratur; mit seinem neuen Krimi kann er diesen Rang hervorragend verteidigen. Denn Eckert greift in seinen Büchern aktuelle Entwicklungen auf, oft noch bevor sie zu brennenden Zeitthemen werden.

So hat er in „Sprengkraft“ lange vor den Anschlägen in Paris oder Berlin den islamistischen Terror auf die Agenda gesetzt. In „Wolfsspinne“ legt er die Verflechtungen zwischen Rechtsradikalen und Verfassungsschutz offen, und in „Der Preis des Todes“ widmet er sich nun der unheilvollen Allianz aus Politik, Lobbyisten und Wirtschaft.

Haifischbecken Berlin

Eckert-Fans schätzen das Personal des Autors, das rund um die „Festung“, das Düsseldorfer Polizeipräsidium, neben alten Bekannten immer wieder neue Protagonisten in den Mittelpunkt rückt. Dabei dürfen Politiker aus der rheinischen und westfälischen Provinz nicht fehlen, die sich aufstiegshungrig in Richtung Hauptstadt aufmachen und im Haifischbecken Berlin Schiffbruch erleiden. Und auch die Medien drehen mit am Rad. Im „Preis des Todes“ hat sich die junge Fernsehjournalistin Sarah Wolf eine eigene politische Talkshow im Abendprogramm der ARD erkämpft. Privat ist sie mit dem Staatssekretär Christian Wagner liiert, was beide geheim halten. Sarahs Vater, zu dem sie den Kontakt abgebrochen hat, wiederum ermittelt bei der Düsseldorfer Kripo im Fall der ermordeten 28-Jährigen Johanna Kling, die bei einer Hilfsorganisation beschäftigt war. Als Christian Wagner in seiner Wohnung erhängt aufgefunden wird, geht die Polizei von einem Selbstmord aus. Sarah will das nicht akzeptieren. Ihre Spur führt sie in das organisierte Elend des gigantischen Flüchtlingslagers Dadaab in Kenia.

Horst Eckert ist ein Autor, der den Verstand seiner Leser ernst nimmt und der immer wieder mit überraschenden Wendungen und Perspektiven fasziniert. Die Flüchtlingskrise ist für ihn keine Folie, vor der sich reiche satte Männer und Frauen mit ihren Ängsten und Vorurteilen produzieren können, stattdessen führt er tief hinein in die Mechanik des Ungleichgewichts zwischen reichen und armen Ländern. Sogar diejenigen, die außer ihrem Leben gar nichts mehr haben, können noch zu Ressourcen für westliche Gewinnmaximierung werden.

Spannende Milieus

„Der Preis des Todes“ ist hoch, das muss Sarah Wolf erfahren. Ihr Staatssekretär ist nicht der aufrechte, engagierte Politiker, in den sie sich verliebte. Ihr Polizistenvater ist nicht das Schwein, für das sie ihn jahrzehntelang gehalten hat. Und ihr treuer Mentor im Redaktionsgeschäft wird von Hintergedanken gesteuert.

Horst Eckert kennt die Milieus, über die er schreibt, das macht seine Bücher so spannend. Er gilt als bester Kenner der Polizeiszene in Deutschland und kann als früherer Fernsehjournalist auf viel Erfahrung mit der Medienszene zurückgreifen. Seine brillant komponierten Romane sind mehr als fesselnder Lesestoff, sie sind auch immer nachdenkenswerte Stellungnahmen zur Gegenwart.

Horst Eckert: Der Preis des Todes, Wunderlich, 19,95 .

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