Neuer Bildband

Heimatfotos – "Die andere Sicht" auf Südwestfalen

Hagen.   Das Foto-Projekt der Initiative #mehralsnurwp „Die andere Sicht“ liegt jetzt als Bildband vor.

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Südwestfalen ist eine Region mit spektakulären Landschaften und herausragenden Baudenkmälern. Fotografen lieben es, Natur, Schlösser, Burgen, Flüsse, Seen oder das künftige Weltkulturerbe Hohenhof in Hagen in Bildern festzuhalten. Winterberg ist im Sozialen Netzwerk Instagram sogar die am zweithäufigsten fotografierte Kleinstadt Deutschlands, gleich nach Schloss Neuschwanstein bei Füssen. Doch gibt es auch einen anderen Blick auf die Heimat, der nicht alleine nach der Idylle sucht? Diese „andere Sicht“ haben der Fotograf Prof. Peter Bialobrzeski und zehn seiner Studierenden von der Hochschule für Künste in Bremen im Herbst 2016 gewagt.

Subjektives Porträt

Die Ergebnisse machen seither Furore. Die Bilder selbst konnte man bisher allerdings nur hier auf wp.de/mehralsnurwp sehen. Jetzt liegen sie gedruckt als Bildband vor. Das Buch ist eine Dokumentation mit Fotos und Interviews, es ist aber vor allem ein spannender Streifzug durch die Brille von jungen Leuten, die eine Region erkunden, die sie vorher nicht kannten. Herausgekommen ist ein subjektives, zeitgenössisches Porträt Südwestfalens, das bewusst zu Diskussionen einladen will.

„Die andere Sicht“ ist ein Experiment, angeregt durch unsere Zeitung. „Die Frage nach der Zukunft ihrer Region berührt die Menschen tief im Inneren. Denn dabei geht es um den Kern – um die Veränderung. Die fällt niemandem leicht“, so WP-Chefredakteur Dr. Jost Lübben. Und weil die Zeitung Prozesse nicht nur beschreibt und abbildet, sondern auch anregen kann, ist das Projekt „#mehralsnurWP“ entstanden. Junge Reporter, junge Kreative und junge Gründer aus Südwestfalen haben bereits in mehreren Initiativen untersucht, was sich junge Menschen für die Zukunft in ihrer Heimat wünschen. So wurde auch die Idee geboren, Peter Bialobrzeski, der bereits zweimal den World Press Award gewonnen hat, mit seinen Studierenden einzuladen.

Strukturwandel

Ricardo Nunes fotografiert marode Brücken in Hagen für #MehralsnurWP

Der Fotografenschüler Ricardo Nunes von der Hochschule für Künste in Bremen fotografiert im Rahmen des Fotoprojekts #MehralsnurWP marode Brücken in Hagen. Wir haben ihn mit der Videokamera begleitet.
Ricardo Nunes fotografiert marode Brücken in Hagen für #MehralsnurWP

Die Fotografen haben den Strukturwandel untersucht – in Arnsberg, Hagen, Olpe und Siegen. Sie haben Menschen getroffen und Landschaften erkundet. Dabei waren sie selbst überrascht von der Vielfalt und Tiefe der Motive. Schützenhallen, Vereinshäuser und Kegelbahnen hat etwa Marvin Systermans in Arnsberg und Sundern fotografiert. Ziel war es, den demografischen Wandel an den Orten abzulesen, an denen sich die Bürger der Stadt treffen. „Ich fand es sehr spannend, dass ich hier eine Region vorgefunden habe, die sich durch einen starken Mittelstand, einen sichtbaren Wohlstand und auch durch Moderne auszeichnet. Es war zu spüren, dass dort etwas passiert und auch Neues passiert“, so Systermans. Der Fotograf hat seine Serie „Glaube, Sitte, Heimat“ benannt und es damit inzwischen sogar auf die Auswahlliste für den Sony World Photography Award geschafft.

„Wer den Wandel befördern möchte, benötigt unbedingt fremde und frische Perspektiven“, so Jost Lübben. „Dazu gehören Unvoreingenommenheit und natürlich auch eine Prise Provokation.“

Um die Diskussion möglichst breit zu führen, werden die Fotografien demnächst in einer Ausstellung gezeigt. Die Bilder aus Hagen, die Peter Bialobrzeski und seine Studierenden gemacht haben, sind vom 10. März bis 27. Mai im Osthaus-Museum Hagen zu sehen. Begleitend dazu wird unsere Zeitung Veranstaltungen für unsere Leser organisieren. Denn Querdenken ist wichtig, um die Region in die Zukunft zu führen.

Deshalb wird auch #mehralsnurWP 2018 mit neuen Projekten dazu einladen, über Tradition und Moderne, Stadt und Land, Jung und alt, Gehen und Bleiben nachzudenken. Jost Lübben: „Was gilt es in der drittstärksten Industrieregion Deutschlands zu bewahren und was zu entwickeln? Mit diesen Fragen möchte sich die WESTFALENPOST weiterhin beschäftigen.“

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