Expansion

Black.de: Discounter Tedi will 1000 "Schwarzmärkte" eröffnen

Blick auf das Tedi-Zentrallager und den Unternehmenssitz im Dortmunder Stadtbezirk Brackel.

Foto: Ralf Rottmann/Archiv

Blick auf das Tedi-Zentrallager und den Unternehmenssitz im Dortmunder Stadtbezirk Brackel. Foto: Ralf Rottmann/Archiv

Hagen/Dortmund.   Auf die Innenstädte kommt der nächste Billiganbieter zu: Der Dortmunder Discounter Tedi will mit dem Tochterunternehmen Black.de weiter wachsen.

Darf’s noch etwas billiger sein? - Es darf. Jedenfalls setzt darauf die Sonderpostenkette Tedi. Mit dem Vertriebskonzept „Black.de“ will der Billiganbieter die Tedi-Erfolgsgeschichte wiederholen. Und bewirbt die neuen „Black.de“-Geschäfte in Anlehnung ans Englische als „ersten legalen Schwarzmarkt“ Deutschlands.

Im August 2003, kurz nach Einführung des Euro als Zahlungsmittel, hat Tedi seine überhaupt erste Filiale in Hagen eröffnet. Dass Tedi als Abkürzung für „Top Euro Discount“ steht, wie vielfach behauptet wird, verneint eine Sprecherin des Unternehmens, das seinen Sitz im Dortmunder Osten hat. „Tedi ist ein Kunstname“, heißt es aus der Zentrale. Was genau es jetzt mit „Black.de“ als Name auf sich hat, will die Kette zunächst als „dunkles Geheimnis“ hüten.

Immerhin, und so viel ist bekannt: In Hemer hat unlängst eine der ersten Filialen von „Black.de“ eröffnet; die nächsten zwei folgen in der Nachbarstadt Iserlohn. Die Premieren waren in Dortmund, Duisburg und Gelsenkirchen. „Weitere Stores in Südwestfalen sind in Planung“, teilt Tedi auf Nachfrage der WESTFALENPOST mit. „Black.de“-Läden sollen, ähnlich wie die Tedi-Geschäfte, in der gesamten Bundesrepublik folgen. Das ehrgeizige Ziel: „Innerhalb der kommenden fünf Jahre möchte Black.de bis zu 1000 Stores in Deutschland eröffnen“, erklärt eine Unternehmenssprecherin. Zum Vergleich: Das Familienunternehmen Schum hat mit seinem „Euro-Shop“ nach eigenen Angaben bundesweit 250 Filialen. Tedi setzt bei seinem Ziel offenbar auf erste Erfahrungen mit den bereits eröffneten Geschäften: „Die bisher erzielten Umsätze liegen schon weit über unseren Erwartungen.“ Konkrete Zahlen gibt es dazu allerdings nicht.

Es geht dabei nicht um ein Shop-im-Shop-Konzept, sondern um eigenständige Läden. Damit dürfte vielen Fußgängerzonen und Einkaufsstraße ein weiterer Billiganbieter ins Haus stehen: neben schon jetzt unzähligen Ein-Euro-Läden und solchen, die sich ähnlich bewerben. Ob die Waren dann tatsächlich auch im Vergleich immer günstiger sind oder ihren Preis Wert sind, ist dem Urteil des Verbrauchers überlassen.

Das neue Tedi-Vertriebskonzept heißt aber auch: Offenbar glaubt ein Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung an das Geschäft im stationären Einzelhandel. Ein Onlineshop soll nämlich erst eingerichtet werden, wenn sich der neue Markenname „Black.de“ etabliert hat, sagt das Unternehmen auf Nachfrage.

Ab 800 Quadratmeter sind Ladenlokale interessant

Der Tedi-Mutterkonzern setzt mit seiner neuen Kette „auf Artikel, die gnadenlos günstig sind. Wir setzen auf Masse und Preis“.

Black.de soll ein „Aktionssupermarkt“ werden. Auf dieses Handelskonzept ist auch die Ladengrößen abgestimmt. „Ab 800 Quadratmetern“ ist ein Ladenlokal für die Kette demnach interessant. Allein der größeren Produktmenge wegen.

Tedi sieht die neuen Filialen nicht als Konkurrenz zu seinem Angebot, sondern als Ergänzung. Die Produkte sollen „die Themen“ Basteln, Deko/Heim, Party, Tier, Werken, Garten, Spielen, Drogerie und Nahrungsmittel umfassen.

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