Brauerei-Werbung

„Braun-gelbe Flaschen“: Warsteiner wirbt mit Thüringen-Eklat

Die Brauerei Warsteiner schaltet kurz nach der Wahl in Thüringen eine neue Werbung, die bei Facebook für Diskussionen sorgt.

Die Brauerei Warsteiner schaltet kurz nach der Wahl in Thüringen eine neue Werbung, die bei Facebook für Diskussionen sorgt.

Foto: Hubertus Struchholz Fotografie / WP

Hagen.  Haltung zeigen oder ein Marketing-Gag? Facebook-User diskutieren über die neue „Braun-Gelb“-Werbung der Brauerei Warsteiner zu Thüringen.

Eine braune Flasche, ein paar gelbe Zitronen und der Slogan: „Die einzigen gelb-braunen Flaschen, die es in Thüringen geben sollte.“ Dieser neue Post der Brauerei Warsteiner, der eindeutig auf den Wahl-Eklat in Thüringen mit FDP und AfD anspielen soll, lässt die Finger der Facebook-Nutzer heiß laufen:

Mehr als 1100 Mal wurde das Bild in den ersten 24 Stunden kommentiert, mehr als 2200 mal geteilt und mehr als 3.400 Personen gefällt der Spruch. Nach Angaben der Brauerei soll der Beitrag in dieser Zeit bereits eine halbe Millionen User über den Warsteiner Facebook-Account erreicht haben.

#ErfrischendWahr?

Diese Werbung wurde – wie üblich – seitens Warsteiner mit dem Hashtag #ErfrischendWahr getaggt. Aber ob die Botschaft hinter dem Slogan von den Facebook-Usern ebenso als „wahr“ empfunden wird, daran scheiden sich die Geister. Denn nicht alle Kommentare unter dem Post sind Fürsprecher der Anspielung auf die – wenn auch sehr kurze – Amtszeit des FDP-Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich, der mithilfe der AfD an seinen Posten kam.

Auf die Aussage „Zeckenbier, das wie Katzenpisse schmeckt“ eines Facebook-Nutzers fragt ein anderer, ob sich „da etwa eine braune Flasche angesprochen“ fühlt. Sinje Vogelsang, Leiterin der Unternehmenskommunikation Warsteiner: „Auch wenn es auf Facebook einige kritische Kommentare gab, schätzen wir es, dass User mit uns und untereinander diskutieren.“

Instagram-Feedback ist positiv

Doch nicht alle Diskussionen sind in Kürze abgehandelt. Die Frage, wieso sich eine Brauerei in die Politik einmische, löst ebenso mehrere Folgekommentare verschiedener User aus wie der Hinweis, dass Warsteiner lediglich für die Worte verantwortlich sei, nicht aber dafür, was der Leser dort hinein interpretiere.

Die Anzahl der Reaktionen sowie die meisten Kommentare zeigen jedoch, dass die Werbeaktion durchaus gelungen scheint: „Ich mag das Warsteiner nicht, aber megageile Aktion. Das allein wird der Grund sein, warum ich mal wieder eins trinken werde!“ oder „Dafür kaufe ich nachher zum ersten Mal in meinem Leben ‘ne Kiste Warsteiner. Und dann feiern wir euch heute Abend!“, heißt es ebenfalls auf der Plattform.

Auch auf Instagram teilte die Brauerei den Post. Nach eigenen Angaben sei dort das Feedback der Communiy „zu 100 Prozent positiv“ gewesen.

Familienunternehmen bringt Werte zum Ausdruck

Die Brauerei Warsteiner spricht nach eigenen Angaben bereits seit August 2018 ihre Kunden regelmäßig mit Wortspielen oder Post an, die zum Tagesgeschehen passen sowie die Haltung und Werte des Familienunternehmens zum Ausdruck bringen. „Das waren Post unter anderem zu Themen wie ,Vielfalt’ oder ,Toleranz’ anlässlich des Christopher Street Days in Berlin“, so Vogelsang. Die Werbe-Idee zu Thüringen-Wahl sei Mittwochabend, also am Abend der Ministerpräsidenten-Wahl, im Team entstanden, erklärt sie.

Die Warsteiner-Marketingabteilung wolle auch weiterhin die Strategie verfolgen, auf humorvolle Art und mit Wortwitz tagesaktuell auf Themen zu reagieren oder die eigenen Werte zu betonen: „Dabei geht es nicht darum, Menschen zu verärgern. Im Gegenteil: Wir stehen für Offenheit, Vielfalt und Toleranz. Auch, wenn das nicht jedem schmeckt.“

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