Wald

Bündnis fordert mehr Windräder in NRW-Wäldern

Windräder drehen sich auf einem Bergrücken.+

Windräder drehen sich auf einem Bergrücken.+

Foto: Oliver Berg / dpa

Hagen.  Windbranche und Forstwirte fordern keine Einschränkungen für Wald-Windräder. Waldbauern stehen wegen Sturmschäden und Käferplage unter Druck.

Die Windenergiebranche und Waldbauern in NRW fordern von der Landesregierung den Verzicht auf Einschränkungen für neue Windräder in Waldgebieten. Das sei nicht nur für die Energieversorgung in NRW wichtig, sondern könne auch den Waldbauern helfen, die finanziellen Folgen von Sturmschäden und Schädlingsbefall zu bewältigen, heißt es in einem Appell mehrerer Verbände aus der Energie- und Forstwirtschaft.

Die CDU/FDP-Koalition will mit einer Änderung des Landentwicklungsplans (LEP) den Bau von Windrädern im Wald einschränken. Der Wirtschaftsausschuss des Landtags berät heute final über den LEP. Die Änderungen „sichern der Energiewende Akzeptanz“, bleibt Christoph Dammermann, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, ungerührt.

Forstwirte unter finanziellem Druck

Die Verbände betonen, dass die Forstwirte nach den schweren Sturmschäden und der Ausbreitung des Borkenkäfers unter erheblichem finanziellen Druck stünden. Aktuell habe Holz wegen des enormen Überangebots und des Schädlingsbefalls stark an Wert verloren. Gleichzeitig müssten sie für die Wiederaufforstung hohe Summen aufwenden, die erst in vielen Jahren Gewinne abwerfen würden. Die Nutzung der Windenergie biete die Möglichkeit, diese kritische Zeit zu überbrücken.

„Windkraft im Wald muss möglich sein“, sagte Philipp Freiherr Heeremann, Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW. Es sei richtig, dass ein Windrad einen „optischen Schaden“ erzeuge, dieser sei aber nur 20 bis 30 Jahre sichtbar, während Bäume „120 Jahre brauchen, um sich zu entwickeln“.

6,2 Millionen Euro wegen Käferplage zugesagt

Waldbauern seien dringend auf neue Einnahmequellen angewiesen. Mit der Forderung nach 16,5 Millionen Euro Soforthilfen zur Bekämpfung der Käferplage waren sie bei der Landesregierung nur zum Teil erfolgreich. Bisher seien 6,2 Millionen Euro zugesagt worden, sagte Heeremann. Die Sache hat allerdings einen Haken: Geld gibt es nur gegen die Vorlage einer Rechnung. Da die meisten Waldbauern das Schadholz aber selbst aus dem Wald schaffen, gibt es keine Rechnung und somit keine Landesmittel.

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