Versteigerung

Krombacher-Mitinhaberin versteigert private Kunstsammlung

Barbara Lambrecht-Schadeberg  (links) und  Künstlerin Bridget Riley im Museum für Gegenwartskunst.

Barbara Lambrecht-Schadeberg (links) und Künstlerin Bridget Riley im Museum für Gegenwartskunst.

Foto: Ilka Wiese

Siegen.   Krombacher-Mitinhaberin und Mäzenin Barbara Lambrecht-Schadeberg versteigert ihre Privatsammlung bei Christie’s. Die Gründe lesen Sie hier.

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Das ist ein Geschenk für die ganze Region. Die Siegener Mäzenin Barbara Lambrecht-Schadeberg lässt ihre private Kunstsammlung beim Auktionshaus Christie’s versteigern. Der gesamte Erlös geht an die Sammlung der Rubenspreisträger im Museum für Gegenwartskunst in Siegen. Die Kunstwerke kommen am 28. Februar in London unter den Hammer. Darunter befinden sich zum Beispiel Arbeiten von Berthe Morisot, Claude Monet und Kees van Dongen. Der Schätzwert der einzelnen Kunstwerke liegt laut Christie’s zwischen 7000 und 3 Millionen Pfund, also umgerechnet zwischen 8000 und 3,5 Millionen Euro.

Kunst ermöglicht Kunst

„Besonders bedeutsam ist, dass hier Kunst verkauft wird, um andere Kunst zu ermöglichen, dass die Werke der Allgemeinheit zugänglich sind im Museum “, betont Prof. Dr. Christian Spies den Wert des mäzenatischen Engagements. Der Frankfurter Kunsthistoriker ist Kurator der Sammlung Lambrecht-Schadeberg. Die private und die ­öffentliche Sammlung unterscheiden sich. „Es handelt sich um die private Sammlung von Frau Lambrecht. Sie hat mit diesen Bildern die letzten 30 Jahre zusammengelebt“, beschreibt Prof. Spies den zu versteigernden Bestand, der aus 43 Werken besteht. „Im Gegensatz dazu ist die Sammlung Lambrecht-Schadeberg im Museum für Gegenwartskunst in Siegen eine systematisch aufgebaute Sammlung der Rubenspreisträger der Stadt Siegen mit über 200 Arbeiten, darunter Gemälde, Zeichnungen, Grafiken sowie einige Fotografien und skulpturale Arbeiten, die einen repräsentativen Blick auf die europäische Malerei des letzten Jahrhunderts ermöglicht.“

Die Mäzenin steht kurz vor der Vollendung ihres 82. Lebensjahres. „Frau Lambrecht-Schadeberg möchte ihre private Sammlung nun nutzen, um der Sammlung der Rubenspreisträger im Museum für Gegenwartskunst in Siegen eine Dauer zu geben. Alle fünf Jahre kommt ein weiterer Rubens-Preisträger hinzu, das bedeutet, dass wir auch in Zukunft weiter sammeln und die Sammlung pflegen können. Damit möchte sie die Sammlung auf sichere Füße stellen. Wir sind glücklich, dass Frau Lambrecht-Schadeberg ein derart langfristiges Engagement ermöglicht“, freut sich Christian Spies.

Langfristige Zukunfts-Sicherung

Dieses Mäzenatentum ist für die heutige Zeit beispiellos. Während die kommunalen Museen keine oder nur noch geringe Ankaufsetats mehr haben und die privaten Sammler sich mit Schenkungen zurückhalten, gibt Barbara Lambrecht-Schadeberg dem Siegener Museum die Chance, weiter Kunst anzukaufen, zu pflegen, und, am wichtigsten, der Öffentlichkeit zu zeigen.

„Beim Verkauf ihrer privaten Sammlung geht es um mäzenatisches Engagement. Dahinter stehen persönliche Werte, die sie durch die Begegnung mit Musik und Kunst, aber auch Religion und Kirche erfahren hat. Sie möchte damit der Region etwas zurückgeben, wo ihr Unternehmen beheimatet ist“, beschreibt Spies die Motivation. „Als Kurator freue ich mich enorm, dass die Sammlung der Rubenspreisträger eine dauerhafte Zukunft hat.“

Zu den Bildern, die versteigert werden, gehört zum Beispiel „Les Bords de la Seine au Petit-Gennevilliers“ von Claude Monet aus dem Jahr 1874, dessen Schätzwert sich auf zwei bis drei Millionen Pfund beläuft. Barbara Lambrecht-Schadeberg dazu in einer Erklärung: „Seit den 1970er Jahren habe ich mich täglich an Berthe Morisots und Eva Gonzalez’ Meisterwerken des Impressionismus, den frühen Arbeiten Claude Monets und den intensiven Farben der Fauvisten Raoul Dufy und Kees van Dongen erfreut. Ihre Kunst hat mir stets neue Perspektiven eröffnet. Nun freue ich mich, sie durch diese Auktion an nachfolgende Sammlergenerationen weitergeben und durch den Erlös die Zukunft der Sammlung der Rubenspreisträger im Museum für Gegenwartskunst Siegen zu sichern.”

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