Kettler

Das erlösende Machtwort in letzter Sekunde

Erst um 15.30 Uhr traf die Nachricht ein, dass die Bezirksregierung die Stiftungsspitze entmachtet und damit letztlich die Schließung des Traditionsunternehmens verhindert hat.

Erst um 15.30 Uhr traf die Nachricht ein, dass die Bezirksregierung die Stiftungsspitze entmachtet und damit letztlich die Schließung des Traditionsunternehmens verhindert hat.

Foto: Björn Braun

Ense.   Erst die Entlassung von Kuratorium und Vorstand der Heinz-Kettler-Stiftung bringt in letzter Minute den Durchbruch und die vorläufige Rettung.

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Der Durchbruch in den zähen Verhandlungen um eine rettende Zwischenfinanzierung für die insolvente Kettler GmbH kam am Freitag mit dem Machtwort der Bezirksregierung Arnsberg als Aufsichtsbehörde der Heinz-Kettler-Stiftung. Bis 16 Uhr hatte sich das entscheidende Gremium, der unter anderem Gewerkschaft, Arbeitsagentur und vor allem dem Hauptgläubiger Sparkasse Hochsauerland besetzte Gläubigerausschuss Zeit gegeben, um über das Aus oder eine Galgenfrist für Kettler zu entscheiden. Erst um 15.30 Uhr traf die Nachricht ein, dass die Bezirksregierung die Stiftungsspitze entmachtet und damit letztlich die Schließung des Traditionsunternehmens verhindert hat.

Eskalation am Vorabend

Dem vorausgegangen war die Eskalation der seit Wochen geführten Auseinandersetzung zwischen dem Stiftungsvorstand Andreas Sand auf der einen Seite und dem zweiten Vorstand Werner Scheiwe sowie dem Kuratorium um den früheren Kettler-Prokuristen Manfred Sauer auf der anderen Seite. Am Donnerstagabend hatte Sand aufgrund der unüberbrückbaren Differenzen zum Kuratorium mit Manfred Sauer, Hans Jäcker und Josef Bösmeier die Brocken als Stiftungsvorstand hingeworfen.

Erst auf Bitten der Stiftungsaufsicht nahm Sand seine Tätigkeit gestern kurzerhand wieder auf, um eine Lösung für Kettler zu ermöglichen. Ihm zur Seite steht nun für eine gewisse Zeit der Münchner Rechtsanwalt Christoph Schotte, der Kettler und die Stiftung bereits in der Vergangenheit mehrfach beraten hat. Mit der Rückendeckung der Stiftungsaufsicht haben Sand und Schotte der Übernahme von Verbindlichkeiten der Kettler GmbH zugestimmt und so dem Unternehmen für zirka vier Wochen die gestern überlebensnotwendige Luft verschafft.

In diesem Zeitraum muss nun der Einstieg eines Investors in das insolvent Unternehmen gelingen. Nach Informationen der WESTFALENPOST gibt es aktuell drei Interessenten, von denen zwei aber erst in dieser Woche hinzugekommen sind – darunter auch ein Vertriebsspezialist, an dem der frühere ProSieben-Chefs Georg Kofler beteiligt ist.

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