DFB-Pokal

Das größte Spiel des TuS Erndtebrück im DFB-Pokal

Florian Schnorrenberg (li.) und sein Co-Trainer Stefan Trevisi  beim DFB-Pokalspiel im Leimbachstadion 2015 gegen Darmstadt.

Foto: Revierfoto

Florian Schnorrenberg (li.) und sein Co-Trainer Stefan Trevisi beim DFB-Pokalspiel im Leimbachstadion 2015 gegen Darmstadt. Foto: Revierfoto

Enrdtebrück/Siegen.   In der ersten DFB-Pokalrunde empfängt der TuS die Frankfurter Eintracht. Die Partie stellt für den Regionalliga-Aufsteiger alles bisher Erlebte in den Schatten.

Erndtebrück feiert ein sportliches Hochamt. Im gut 30 Kilometer entfernten Siegen zwar, aber das tut der Tatsache, dass der TuS am Samstag ab 15.30 Uhr im Siegener Leimbachstadion gegen den Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt den Höhepunkt seiner 122-jährigen Vereinsgeschichte erlebt, keinen Abbruch.

Die Geschichte

Der TuS Erndtebrück sicherte sich das letzte von 64 Tickets für die erste DFB-Pokalhauptrunde. Im Entscheidungsspiel gegen den besten westfälischen Regionalligisten Wattenscheid 09 feierten die Wittgensteiner, die sich als Oberliga-Meister für die Partie qualifiziert hatten, am Pfingsmontag einen überraschenden und bemerkenswert deutlichen 4:1-Sieg. Das „absolutes Glückslos“ (Zitat TuS-Trainer Florian Schnorrenberg) Eintracht Frankfurt zog am 11. Juni dann der ehemalige BVB-Profi Sebastian Kehl.

Die Kulisse

Vor zwei Jahren gegen Darmstadt kamen 8 000 Zuschauer ins Leimbachstadion, dieses Mal sind es wesentlich mehr. „Wir haben 12 000 Karten im Vorverkauf abgesetzt“, sagt Sven Rothenpieler. Der Erndtebrücker Geschäftsführer kalkuliert „je nach Wetter“ mit 15 000 Zahlenden. Die Polizei Siegen-Wittgenstein rechnet sogar mit bis zu 18 000 Besuchern – dann wäre das 19 400 Zuschauer fassende Stadion fast ausverkauft. „Mindestens 5000 Frankfurt-Fans“ kündigt Eintrachts Kommunikationsleiter Jan-Martin Strasheim an.

Der Gegner

Sieben Endspiel-Teilnahmen, vier Siege: Eintracht Frankfurt ist eine der erfolgreichsten DFB-Pokal-Mannschaften überhaupt. Der Vorjahres-Finalist (1:2 gegen Borussia Dortmund) wird nach dem Abgang einiger Leistungsträger aber nicht stärker als in der vergangenen Saison eingeschätzt. Trainer Nico Kovac sagt mit Blick auf das Gastspiel in Siegen: „Wir wollen den Kampf sofort aufnehmen und das Tempo hoch halten. Wir drängen darauf, ein frühes Tor zu erzielen.“ Der Favorit nimmt die Aufgabe aber sehr ernst und hat den TuS Erndtebrück beobachten lassen.

Die Sicherheit

Ein großes Thema, nicht zuletzt, weil den Frankfurter Fans ein unrühmlicher Ruf vorauseilt. „Wir werden mit starken Kräften vor Ort sein und von starken Kräften der Bereitschaftspolizei unterstützt“, sagt Polizeihauptkommissar Georg Baum – genaue Zahlen will er aber aus taktischen Gründen nicht preisgeben. Gleiches gilt für das Aufgebot an privaten Sicherheitsleuten. „Es werden doppelt so viele sein wie gegen Darmstadt“, verrät Rothenpieler. Im Stadion werden die Fans strikt getrennt, die Polizei behält sich zudem vor, jene Gästefans, die per Bahn anreisen, vom Siegener Bahnhof über eine „alternative Wegführung“ zum Stadion zu begleiten.

Das Geld

Jeder Erstrunden-Teilnehmer erhält 159 000 Euro vom Deutschen Fußballbund. Rund 44 000 Euro von der Erndtebrücker Einnahme fließen aber direkt an den westfälischen Landesverband FLVW, der dieses Geld an die Verbandspokal-Teilnehmer ausschüttet – macht 115 000 Euro. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf werden folgendermaßen aufgeteilt: 10 Prozent bekommt der DFB, jeweils 45 Prozent gehen an beide Vereine. Hinzu kommen für den TuS die Erlöse aus dem Verkauf von Speisen und Getränken. 15 Prozent der eingenommenen Eintrittsgelder muss Erndtebrück als Stadionmiete an die Stadt Siegen als Eigentümer überweisen – und den privaten Sicherheitsdienst bezahlen. Eine Summe im mittleren sechsstelligen Bereich dürfte für den Dorfklub aber noch übrig bleiben.

Die Chancen

Die Wettanbieter sind sich nicht ganz einig. Die beste Quote für einen Erndtebrücker Sieg nach 90 Minunten gibt es bei Tipico – mit 10 Euro macht der Wagemutige im Erfolgsfall 170 Euro Gewinn. Bwin traut dem TuS mehr zu und zahlt bei gleichem Einsatz „nur“ 125 Euro aus. Die Chancen stehen demnach etwa 1:15. Florian Schnorrenbergs Plan, um in der Außenseiterrolle möglichst lange zu bestehen: „Wir möchten Ruhe am Ball ausstrahlen und immer wieder für Entlastung sorgen.“

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