Musik

Das passiert beim Landesmusikfest in Schmallenberg

5000 Musiker verwandeln Schmallenberg beim Landesmusikfest in eine klingende Stadt.

Foto: Dietmar Anlauf

5000 Musiker verwandeln Schmallenberg beim Landesmusikfest in eine klingende Stadt. Foto: Dietmar Anlauf

Schmallenberg/Winterberg.   Beim Landesmusikfest treffen sich Ende April 5000 Bläser und Spielleute in Schmallenberg. Die Musiker sind im Schnitt unter 30 Jahre alt.

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Für Ernst-Willi Schulte wird das Ehrenamt in diesen Wochen zum Hauptberuf. Der Arnsberger ist Landesmusikdirektor im Volksmusikerbund NRW und organisiert mit seinem Team das Landesmusikfest vom 27. bis 30. April in Schmallenberg und Winterberg. 5000 Bläser und Spielleute werden zu dem Großereignis erwartet und mindestens noch einmal so viele Zuschauer.

Alle vier Jahre richtet der Volksmusikerbund ein Treffen der Laienbläser aus. Doch nach 2014 in Soest schien das Ende des beliebten Festivals in Sicht. Angesichts der gestiegenen Sicherheitsanforderungen, der sinkenden Bereitschaft zum Ehrenamt und der enormen Kosten sah es so aus, als wären die Landesmusikfeste Geschichte. In dieser Not krempelte der Kreisverband HSK die Ärmel auf und stellte sich als Gastgeber zur Verfügung – wohl wissend, was an Arbeit und Ausgaben auf die Mitglieder zukommt.

Sicherheitsauflagen

Inzwischen sind die Sicherheitsauflagen nach Berlin und Barcelona noch einmal verstärkt worden. „Was wir da alles machen müssen, ist schon abschreckend“, fasst Ernst-Willi Schulte zusammen: „Der große Festzug am Sonntag führt durch Schmallenberg, und alle Zuwege zur Festzugstrecke müssen zum Beispiel gesperrt werden.“ Rund 100 Ehrenamtliche werden von Donnerstag bis Montag für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Sechs Arbeitsgruppen kümmern sich um Sicherheit, Finanzen, Organisation, Sponsoren, Veranstaltungen und Wertungsspiele. 100 000 Euro beträgt der Gesamtetat; der Landesmusikrat NRW, der Hochsauerlandkreis, die Stadt Schmallenberg und Sponsoren schießen Beiträge zu, aber hauptsächlich finanziert sich das Fest aus den Mitgliedsbeiträgen und den Rücklagen des Kreismusikverbandes.

Das Landesmusikfest ist Familientreffen und Leistungsschau zugleich. Die Musiker kommen aus Südwestfalen, ganz Deutschland und Holland. Schulte: „Die weiteste Anreise hat die Stadtkapelle Geisingen aus dem Südschwarzwald. Wir haben alle möglichen musikalischen Farben dabei, darunter ein Gitarrenorchester aus Salzuflen und ein Salonorchester aus Havixbeck.“ Musiker sind gesellige und weltoffene Leute. Sie suchen den Austausch, um zu zeigen, was sie können und um zu lauschen, was die anderen so drauf haben. Im Zentrum des Landesmusikfestes stehen daher die Wertungsspiele vor Juroren. Dabei kann jeder Musikverein seinen Leistungsstand testen. Die Spielleute können sich überdies für die deutsche Meisterschaft 2019 qualifizieren.

Internationaler Glanz

Mit Serenadenmusiken und Platzkonzerten verwandeln die Trompeter, Flötisten und Schlagzeuger ganz Schmallenberg in eine riesige Freiluft-Philharmonie. In Winterberg wird eine Alphorn-Werkstatt mit Messe angeboten. Für internationalen Glanz sorgen abendliche Konzerte etwa mit Vlado Kumpan sowie der Bigband der Bundeswehr.

Die Szene ist jung. Das Durchschnittsalter der Musiker liegt unter 30 Jahren. Die Filmmusiken aus „Star Wars“ oder dem „Herrn der Ringe“ wird man häufiger hören als „Preußens Gloria“. Der Volksmusikerbund legt Wert auf den musikalischen Fortschritt. Bei der Eröffnungsgala am Freitag werden die Sieger eines Kompositionswettbewerbs benannt. Es spielen das Kreisjugendorchester Hochsauerland und das Landesspielleute-Korps. Nach dem Festzug heizt die bayerische Kultband „Die Blechblos’n“ dem Publikum ein.

Hand in Hand

„Wir haben ein Team, das sehr gut zusammenarbeitet“, lobt Schulte. „Es läuft wirklich alles Hand in Hand.“ Anders könnte es auch nicht funktionieren, eine solche Anzahl von Musikern organisatorisch zu dirigieren. Für die Ermittlung der Umwegrentabilität ist es noch zu früh. Aber der Tourismus dürfte kräftig profitieren, die meisten Betten sind jetzt schon reserviert. Schulte: „Wir sind am Ende der Fahnenstange. Wir wissen nicht mehr, wo wir die Teilnehmer unterbringen sollen.“

Alle Termine: www.landesmusikfest.nrw

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