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FDP-Wähler verdienen am meisten

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner.

Foto: Soeren Stache / dpa

Hagen.  Eine DIW-Analyse zeigt: Die liberale Anhängerschaft arbeitet auch am längsten. Die Einkommen unterscheiden sich je nach Partei deutlich.

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Das Klischee ist alt, aber es hält sich. Weil es stimmt: FDP-Anhänger sind die wohlhabendsten Wähler in Deutschland. Im Durchschnitt verdienen Wahlberechtigte, die angeben, die Liberalen zu wählen, 3901 netto im Monat. Das geht aus einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hervor. Alexander Kritikos, Autor der Studie, hält die Parteien-Klischees zwar für überholt. „Aber bei der FDP stimmt es noch am ehesten“, sagt der Ökonom.

Auf Platz zwei liegen die Anhänger von CDU/CSU mit 3388 Euro monatlichem Haushaltsnettoeinkommen, dicht gefolgt von den Grünen mit 3379 Euro. SPD (3010 Euro netto) und AfD (2933 Euro) folgen mit größerem Abstand. Schlusslicht sind die Wähler der Linken mit 2542 Euro Haushaltsnettoeinkommen. Aber auch sie werden unterboten, und zwar von denen, die gar nicht wählen: Das Haushaltsnettoeinkommen der Nichtwähler liegt laut DIW bei 2462 Euro. Zwar treiben in dieser Berechnung statistische Ausreißer, also Einkommensmillionäre, die Durchschnittswerte deutlich in die Höhe. Aber die Rangfolge unter den Parteien ändert sich nicht, wenn man diesen Effekt herausrechnet.

FDP-Anhänger arbeiten 46 Stunden pro Woche

Wer viel verdient, arbeitet auch am meisten? Stimmt – FDP-Anhänger kommen bei Vollzeitbeschäftigung auf eine übliche Wochenarbeitszeit von 46 Stunden. Außerdem arbeiten die Wählerschaften der Union (44,2 Stunden) und der AfD (43,6 Stunden) im Mittel relativ lange, diejenigen der SPD (42,6 Stunden), der Linken (42,4) und der Grünen (41,8 Stunden) deutlich weniger. Nichtwähler kommen in dieser Studie auf eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 43,1 Stunden.

Zusammengefasst: Wer eher gut verdient, der fühlt sich im parteipolitischen Spektrum auch eher in der Mitte zuhause. Wer schlechter dasteht, den zieht es an die Ränder. Oder aber nirgendwohin, möglicherweise aus Resignation. Die Autoren kommen zu dem Schluss: „Nichtwählende haben kaum vom Einkommenswachstum der letzten 15 Jahre profitiert. Und die Zufriedenheit mit der eigenen materiellen Lage ist an den politischen Rändern am geringsten.“

Sorgen sind bei AfD- und Linken-Anhängern besonders groß

Die Studie legt nahe, dass die Sorgen der Wählerschaft von AfD und Linken überdurchschnittlich groß sind. Und die Nichtwähler fallen insgesamt stark aus dem Rahmen, so Alexander Kritikos: „Es fällt auf, dass mehr junge Leute in dieser Gruppe vertreten sind. Das ist eine Gruppe, mit der sich die Parteien zukünftig noch stärker auseinandersetzen sollten.“

Der Autor ist Redakteur bei der Rheinischen Post.

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