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Diese außergewöhnlichen Influencer kommen aus Südwestfalen

Felix Berndt

Felix Berndt

Foto: Johannes Krahforst

Hagen/Balve/Soest.   Medizin, Landwirtschaft, Mode für Frauen über 50 – Influencer bekommen auf sozialen Plattformen die Möglichkeit, für ihr Thema zu werben.

Mit ihren Fotos, Videos oder Texten auf sozialen Plattformen im Internet erreichen sie tausende, manche Millionen Menschen. Genannt werden sie Influencer, zu deutsch „Beeinflusser“.

Viele wohnen in Großstädten, aber einige sind auch in Südwestfalen verortet – mit ganz speziellen Themen.

„Viele denken, dass Influencer Personen sind, die nur Produkte in die Kamera halten, doch man kann die Internet-Plattformen auch für andere Dinge nutzen“, sagt Felix Berndt, Medizinstudent und selbst eine kleine Bekanntheit auf dem virtuellen Bilder-Tagebuch Instagram.

Während viele Influencer vor allem mit Beiträgen zu Mode oder Fitness die Produkte von Firmen bewerben, will er Menschen dazu zu inspirieren, sich gesünder zu verhalten.

Gegen das Gesundheitssystem

„Unser Gesundheitssystem greift erst, wenn jemand krank ist und sorgt nicht dafür, dass er gesund bleibt“, sagt der Hagener. Oft sei es schwer für Ärzte, die Patienten von vornherein zu einem gesunden Leben zu motivieren.

„Und den Draht, den Influencer zu ihren Followern haben, wünscht sich jeder Arzt zu seinen Patienten.“

Seit einem Jahr betreibt er den Instagram-Kanal „doc.felix“ ­zusammen mit seinem Freund ­Johannes Krahforst. Mittlerweile haben sie 44.000 Abonnenten. Krahforst ist selbst Sportlehrer und macht die Fotos, Berndt ist das Gesicht des Kanals.

Sie verdienen damit aber „keinen Cent“, betont der 27-Jährige. Für ihn ist die Plattform nicht gut oder böse – es komme immer darauf an, wofür der Influencer sie nutze.

Landwirt gewährt auf sozialen Plattformen Blick hinter Kulisse

Ähnlich sieht das auch Thomas Fabry. Der 25-jährige Landwirt ist unter dem Namen „Fabrykant“ auf Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram zu finden. „Als ich 2013 angefangen habe zu studieren, habe ich mich in den Berichten und Fotos über Landwirtschaft nicht wiedergefunden“, erzählt der Balver.

Eine Idee entstand in seinem Kopf. „Ich will den Menschen ein anderes Bild zeigen und nicht nur das, was sie aus dem Fernsehen kennen.“ Vor allem Themen wie Tierhaltung seien oft sehr kontrovers diskutiert. „Ich hatte das Wissen und ein Smartphone in der Tasche, mehr brauchte ich nicht.“

Mit seinen Followerzahlen steht Fabry bislang noch ganz am Anfang (rund 1500 pro Netzwerk), bei den Bauern der Region ist er allerdings schon bekannt. Journalisten und Politiker kommen über diese Plattformen mit ihm ins Gespräch.

Im ZDF-Morgenmagazin trat er auf, in der Lokalzeit des WDR, die Welt am Sonntag berichtete über ihn. Multiplikatoren für seine Sicht auf die Landwirtschaft.

Keine Grenze für Modebegeisterte

Sabine Schmied hingegen zeigt eine andere Seite der Mode – von Frauen über 50. „Das ist eine neue Ära – wir zeigen, dass wir uns nicht mehr kleiden wie unsere Mütter“, sagt die 57-Jährige aus Soest, die auf Instagram unter „soebine“ bekannt ist.

Ihr Kanal ist mittlerweile ihr Hauptberuf, da sie auch mit Firmen zusammenarbeitet und deren Mode oder Kosmetik präsentiert. Sie arbeitet unter anderem mit MAC und L’Oréal, aber auch mit lokalen Unternehmen wie dem Modehaus Kress zusammen.

Zu diesen Kooperationen hat sie eine klare Meinung: „Ich bewerbe nichts, was mir nicht gefällt, kennzeichne die Werbung immer und wer das nicht gut findet, sollte nicht auf das Instagram-Profil gehen.“

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