Kommentar

Digitalisierung: notwendig, aber nicht unproblematisch

Foto: Michael Kleinrensing

Entweiht eine Digitalisierung den Zauber des Einmaligen? Diese Frage ist schwieriger zu beantworten, als man meinen sollte.

Museen leben von der Aura des Objektes. Das einzigartige Original, ob Kunstwerk oder historisches Artefakt, steht im Mittelpunkt. Um die echte Mona Lisa zu sehen, nehmen die Besucher längste Anfahrtswege in Kauf. Entweiht eine Digitalisierung den Zauber des Einmaligen? Diese Frage ist schwieriger zu beantworten, als man meinen sollte. Einerseits schaffen digitale Strategien Aufmerksamkeit, erschließen ein neues Publikum, erleichtern die Zugänglichkeit, zum Beispiel mit Online-Reservierungen, und bieten faszinierendes Potenzial, Kunst spielerisch zu vermitteln. Die Herausforderung besteht darin, dass ein virtuelles Museum auf das physische Erlebnis des Originals hinführt. Funktioniert das, wird die Rolle des Objekts sogar noch gestärkt.

Auf der anderen Seite sind Online-Konzepte, vor allem die gut gemachten, ausgesprochen kostenintensiv. Nur professionelle Strategien erzielen den gewünschten Erfolg. Deshalb wird man wohl auf dem Weg zum Museum 4.0 noch einiges an kreativen Ideen ausprobieren und sich auch die Chance gönnen müssen, mal zu scheitern.

Die Gefahr lauert woanders. Sie besteht darin, dass die kleinen Häuser auf breiter Linie abgehängt werden und damit die Vielfalt der Museumslandschaft bröckelt. Die kleinen Museen haben ja ohnehin schon in der realen Welt wegen ihrer beschränkten Etats mit der Außenwahrnehmung zu kämpfen.

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