Wirtschaft

Dorma-Kaba aus Ennepetal gibt 594 Millionen Euro Anleihe aus

Vor zwei Jahren fusionierte die Ennepetaler Firma Dorma mit der Kaba Gruppe aus der Schweiz.

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Vor zwei Jahren fusionierte die Ennepetaler Firma Dorma mit der Kaba Gruppe aus der Schweiz. Foto: privat

Ennepetal/Rümlang.   Dorma-Kaba, unter den Top 3 der Hersteller von Sicherheitstechnik, Tür- und Schließsystemen, will sein Wachstum mit „frischem“ Geld finanzieren.

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Die Dorma-Kaba-Gruppe setzt ihren Kurs des Wachstums und dabei das Portfolio nach Aktivitäten zu durchforsten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, fort: Nach der Ausgabe einer Anleihe über rund 594 Millionen Euro in der letzten Woche, um an frisches Kapital zu kommen, gibt der Hersteller von Sicherheitstechnik, Tür- und Schließsystemen den Verkauf der GMT Hardware in Shanghai mit rund 600 Mitarbeitern bekannt. Der Verkauf wurde demnach zum 29. September vollzogen; zum Verkaufspreis machte das deutsch-schweizerische Unternehmen keine Angaben.

Shanghai-Tochter war nur Beifang

Der Verkauf eines Unternehmensteils, um größer zu werden, erschließt sich auf den zweiten Blick. GMT war über den Erwerb von Teilen der US-amerikanischen Stanley Black & Decker erst im Februar dieses Jahres zur Dorma-Kaba-Gruppe gekommen. Der Zukauf hatte seinerzeit den Konzern im Markt mit Türbeschlägen und Zutrittskontrolllösungen von der Nr. 4 zur Nr. 3 im nordamerikanischen Markt gemacht. Mit Teilen von Stanley Black & Decker in Nordamerika kamen auch eine Niederlassung in Taiwan und eben GMT in China zur Dorma-Kaba-Holding. Jetzt folgte die Abtrennung von GMT durch den Verkauf an die Argus-Holding, laut Dorma-Kaba einem „bedeutenden Aktionär der Seagull Kitchen and Bath Products“ in Guangzhuo. GMT stellt „Bodenscharniere für Glastüren oder Türbeschläge, hauptsächlich für Märkte im mittleren und tieferen Preissegmenten“ her, erklärt Dorma-Kaba – Produkte, die die Holding ganz offensichtlich nicht weiter fortführen wollte oder in denen sie keine wirtschaftlich viel versprechenden Perspektiven sah. Deshalb der Verkauf an die Seagull, die in der Zulieferindustrie der Baubranche unterwegs sind.

Für den Erwerb von Stanley Black & Decker hatte Dorma-Kaba Ende 2016 einen Konsortialkredit, also einen Kredit, der unter anderem zur Risikostreuung von mindestens zwei Geldinstituten getragen wird, von damals 500 Millionen vorübergehend auf 1,15 Milliarden Schweizer Franken erhöht. Auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte ein Unternehmenssprecher: „Diesen Erhöhungsbetrag haben wir jetzt langfristig durch die erstmalige Ausgabe von Anleihen refinanziert“. Insofern stehen die Anleiheplatzierung aus dem Vormonat, der Stanley Black & Decker-Kauf und der Verkauf von GMT in einem, wenn auch nur indirekten, Zusammenhang.

Ein vorrangiges Ziel von Dorma-Kaba bleibt, auf dem Markt mit Sicherheits- und Schließsystemen zu wachsen und die Position als Nr. 3 in der Branche zu sichern und auszubauen. Dabei gilt die Linie, dass das sowohl über (Teil-)Verkäufe wie auch durch Zu- und Aufkäufe umgesetzt wird.

Fokus auf das Kerngeschäft

Das Stichwort: Überprüfung des Portfolios. „Wir trennen uns von Geschäftsbereichen, die auf Dauer nicht zum Kerngeschäft zählen oder nicht in ausreichendem Maße zur Erreichung unserer strategischen Ziele beitragen“, sagt Dorma-Kaba selber. Gleichzeitig seien Aktivitäten wie etwa der Zukauf von Stanley Black & Decker-Geschäftsteilen in den USA oder der kanadischen Skyfold, ein Hersteller von Trennwandsystemen mit 180 Mitarbeitern im Juli 2017, weiter geplant.

Für das laufende Geschäftsjahr, und somit kurzfristig, legt der Konzern wohl den Schwerpunkt auf den Abschluss der Zusammenführung der Unternehmen Dorma und Kaba. Die beiden Wettbewerber hatten im April 2015 eine Fusion „unter Gleichen“ angekündigt und zum 1. September vollzogen. 47,5 Prozent der Dorma-Kaba-Gruppe gehören den beiden Dorma-Eigentümerfamilien.

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