Wirtschaft

Dortmunder Halbleiter-Hersteller Elmos erhöht die Dividende

In Reinräumen werden die Halbleiter-ICs (Integrierte Schaltkreis) unter anderem in Dortmund und Duisburg gefertigt. Die Ultraschallsensoren finden heute bereits bei Einparkassisteten Verwendung, sind aber auch für autonomes Fahren von Bedeutung. Auch in LED-Beleuchtung kommen sie zum Einsatz, außerdem im Bereich intuitive Bedienung (Gestensteuerung) im Innenraum von Pkw.

In Reinräumen werden die Halbleiter-ICs (Integrierte Schaltkreis) unter anderem in Dortmund und Duisburg gefertigt. Die Ultraschallsensoren finden heute bereits bei Einparkassisteten Verwendung, sind aber auch für autonomes Fahren von Bedeutung. Auch in LED-Beleuchtung kommen sie zum Einsatz, außerdem im Bereich intuitive Bedienung (Gestensteuerung) im Innenraum von Pkw.

Dortmund.   Die Dortmunder elmos AG bedient mit Halbleitertechnologie die Megatrendsin der Automobilindustrie und wächst weiter.

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Die Aktionäre einmal im Jahr ins Spielcasino zu bitten, hat für Elmos beinahe schon Tradition. Seit mehreren Jahren findet die Hauptversammlung des Halbleiter-Herstellers aus Dortmund auf der Hohensyburg statt. Gezockt wird freilich nicht, auch wenn die Dividende in diesem Jahr erneut angehoben wurde. Höchst unaufgeregt informiert der Vorstandsvorsitzende (CEO) der Elmos AG, Anton Mindl, die Aktionäre über ein aus Unternehmenssicht herausforderndes Geschäftsjahr 2017 – das nebenbei mit dem Rekordumsatz von einer Viertelmilliarde Euro und derart guten Kennzahlen endete, dass die Aktie innerhalb des letzten Jahres von gut 14 auf beinahe 24 Euro kletterte und in diesem Jahr zwischenzeitlich auf über 30 Euro zulegte.

Elmos-Erfindung: Gestensteuerung

Mixed-Signal-Halbleiter von Elmos spielen bei aktuellen Trends in der Automobilbranche eine bedeutende Rolle. „Das intelligente Gerät der Zukunft ist nicht das Handy, sondern das Auto“, sagt der Vorstand. Elmos-ICs seien die Verbindung zwischen Digitalwelt und Realwelt, beispielsweise beim Ultraschall-Einparkassistenten. „Hier sind wir seit langer Zeit Weltmarktführer, vor Bosch!“ Die Gestensteuerung im Pkw macht dem CEO besondere Freude. Eine Elmos-Erfindung, die 2012 im Golf 7 erstmals in Serie verwendet wurde. „Ein ziemlicher Volltreffer in der Entwicklung“, findet Mindl. Und ein Beitrag zur Fahrsicherheit. Schon deshalb werde es die Gestensteuerung in alle Autos schaffen. „Sie wischen irgendwo in der Mittelkonsole mit der Hand und das Auto versteht sie.“ Da wirkt herumgefingere auf einem Touchscreen beinahe wie von vorgestern.

Die rund einhundert Aktionäre im Versammlungssaal des Spielcasinos sehen einen Imagefilm, in dem CEO-Mindl nur die Schrift ein wenig zu klein geraten scheint – viele Anteilseigner sind tatsächlich nicht mehr die Jüngsten. Aber die Bilder erzeugen mehr als jede technische Erklärung das Gefühl, dass Elmos mit hoher Geschwindigkeit auf dem Weg in die Zukunft ist.

1984 in Dortmund gegründet, ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen. Vom Zulieferer, der im Auftrag Produkte entwickelt, immer mehr hin zu einem Technologieführe, der Standards setzt, Plattformen für ICs (Integrierte Schaltkreise) auf Halbleiterbasis für den gesamten Markt anbietet und sich in gewisser Weise emanzipiert hat. Mittlerweile sind knapp die Hälfte der Produkte offen für den Markt entwickelt, vor fünf Jahren lag die Quote noch bei 20 Prozent.

Ein Kurs, der sich auszuzahlen scheint. Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte Elmos die Profitabilität auf eine Ebit-Marge von 15,3 Prozent gegenüber 10,1 Prozent im Jahr 2016. Auch die Aktionärsschützer auf der Hauptversammlung zeigten sich gestern mit der Entwicklung sehr zufrieden und meinten, eine Menge Rückenwind für das Wertpapier zu verspüren. Sie merkten allerdings an, dass die Dividendenerhöhung ruhig kräftiger hätte ausfallen dürfen.

Deutliche Kursgewinne

Der Vorstandsvorsitzende Mindl, erteilt Begehrlichkeiten eine Absage. Die Dividende sei eine Anerkennung für die Aktionäre, die sich derzeit ja auch über Kursgewinne freuen dürfen. Mindl und Finanzvorstand Arne Schneider geben also lieber weiter den „vorsichtigen Kaufmann“ (Mindl). Die Aktionäre stimmen dem Vorschlag der Elmos-Spitze am Ende ohne Murren zu, bevor sie sich im Foyer ans Buffet mit Wienern und Kartoffelsalat begeben – alles ganz bodenständig und ohne den Hauch von Übermut und Zockerei.

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