Bundeswirtschaftsministerium

Energieexperte Feicht wird Staatssekretär bei Altmaier

Von der Wupper an die Spree: Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Wuppertaler Stadtwerke, Andreas Feicht,  wechselt als Staatssekretär ins Bundeswirtschaftsministerium . Feicht ist seit 2007 bei den Wuppertaler Stadtwerken.

Von der Wupper an die Spree: Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Wuppertaler Stadtwerke, Andreas Feicht, wechselt als Staatssekretär ins Bundeswirtschaftsministerium . Feicht ist seit 2007 bei den Wuppertaler Stadtwerken.

Foto: WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH

Wuppertal/Berlin.   Der langjährige Chef der Wuppertaler Stadtwerke, Andreas Feicht (47), wechselt zum 1. Februar als Staatssekretär ins Bundeswirtschaftsministerium.

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Peter Altmaier (CDU) holt den Wuppertaler Stadtwerkechef (WSW) Andreas Feicht ab dem 1. Februar als neuen Staatssekretär für Energiefragen ins Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). Nach Informationen der WESTFALENPOST soll der 47-Jährige ab dem Sommer auch für das zentrale Thema Digitalisierung zuständig werden.

Stimme der kommunalen Unternehmen

Nach dem Rücktritt von Rainer Baake (Grüne) als Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, war der Posten seit März 2018 vakant. Nach Informationen dieser Zeitung wurde CDU-Mitglied Feicht von Minister Altmaier zwischen den Jahren gefragt, ob er als Staatssekretär von der Wupper an die Spree wechseln wolle. Am Mittwochmorgen wurde der Wechsel bekannt gegeben. „Für mich ist es eine Gelegenheit, meine Erfahrungen aus der Praxis in die politischen Entscheidungsprozesse einzubringen“, erklärte Feicht am Mittwoch dem Stadtwerkeführungsteam seinen Wechsel in die Politik, wo er als Staatssekretär erheblich weniger verdienen wird als in der Energiebranche.

Für die Stadtwerke und Wuppertal sei der Wechsel ein großer Verlust, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende, der SPD-NRW-Landtagsabgeordnete Dietmar Bell. Im NRW-Wirtschaftsministerium wird die Wahl von Bundeswirtschaftminister Altmaier begrüßt: „Die Berufung von Andreas Feicht zum Staatssekretär ist eine tolle Entscheidung. Mit seiner langjährigen kommunalen Expertise verfügt er über beste Voraussetzungen, um wichtige Impulse für die Energie- und Digitalpolitik im Bund zu setzen. Dass er erst jetzt, fast ein Jahr nach Regierungsbildung, berufen wird, macht die Aufgabe noch herausfordernder. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und wünsche ihm viel Erfolg“, erklärte Staatssekretär Christoph Dammermann gegenüber der WESTFALENPOST.

Der Energiemanager Feicht wird von Kollegen als ebenso bodenständig wie kenntnisreich und gut vernetzt beschrieben. Einer, dem das Gespräch mit dem Busfahrer beim Mittagsessen in der Stadtwerke-Kantine an der Bromberger Straße ebenso leicht fiel wie der Austausch auf politischem Parkett als Sachverständiger in der sogenannten Kohlekommission oder Vizepräsident des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU). Dass Altmaiers Wahl auf den Chef eines mittelgroßen Stadtwerkes fiel, könnte dem Wirtschaftsminister Punkte bei den Städten und Gemeinden einbringen.

Studium an der Fernuni Hagen

Andreas Feicht studierte Wirtschaftswissenschaften an der Fernuniversität Hagen und begann seine berufliche Laufbahn bei den Dresdner Verkehrsbetrieben und anschließend bei den Technischen Werken Dresden. Anschließend war Feicht als Berater selbstständig und kam so auch nach Wuppertal.

Unter seiner Führung machten die Stadtwerke und Verkehrsbetriebe in den letzten Jahren mit innovativen Projekten auf sich aufmerksam. Als erstes deutsche Energieunternehmen starteten die WSW mit dem „Tal.Markt“ beispielsweise ein Blockchain-Modell zur Vermarktung von regionalem Oköstrom, bei dem die Kunden selbst wählen können, von welchem Windrad um die Ecke sie den Strom kaufen möchten. Ein neuer Schritt in Richtung Digitalisierung der Energiewirtschaft. Die Busflotte wird im bergigen Wuppertal mit zehn Fahrzeugen auf Brennstoffzellentechnik umgerüstet, der notwendige Wasserstoff im dortigen Müllheizkraftwerk selbst produziert.

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